Gonorrhoe

Gonorrhoe – umgangssprachlich eher als Tripper bekannt – ist die häufigste Infektionskrankheit, die durch Geschlechtsverkehr übertragen wird. Unbehandelt kann Gonorrhoe das Schwanger werden verhindern beziehungsweise erschweren, während der Schwangerschaft gefährliche Folgen für den Fötus haben und bei der Geburt auf das Kind übertragen werden. Gerade deshalb ist eine frühzeitige Diagnose und Behandlung so wichtig.

Beeinflusst Gonorrhoe den Kinderwunsch?

Der Begriff Gonorrhoe stammt aus dem Griechischen und bedeutet eigentlich Samenfluss. Eine ähnliche Bedeutung hat die häufiger gebrauchte Bezeichnung Tripper, die auf das niederdeutsche Verb „drippen“ („in Tropfen herabfallen“) zurückgeht. Auch wenn die Gonorrhoe heute nicht mehr so verbreitet ist wie zu Beginn des letzten Jahrhunderts, erkranken immer noch 10.000 bis 20.000 Menschen in Deutschland pro Jahr an der Infektion, weltweit gibt es jedes Jahr sogar 60 Millionen Neuerkrankungen. Das liegt daran, dass die bakterielle Infektionskrankheit, die durch sogenannte Gonokokken übertragen wird, einerseits hoch ansteckend ist, andererseits aber in etwa fünf Prozent der Fälle symptomfrei verläuft – oft wissen Betroffene also gar nichts von ihrer Erkrankung und geben diese beim Sex unwissend an andere weiter. Dabei birgt neben Vaginalverkehr auch Anal- und Oralverkehr ein Ansteckungsrisiko, da die Gonokokken auch auf die Mastdarm- und die Rachenschleimhaut übertragen werden können. Die Inkubationszeit der Gonorrhoe beträgt normalerweise zwei bis drei Tage, in wenigen Fällen kann es aber auch bis zu sieben Tagen dauern, bis die Bakterien im Körper aktiv werden.

Typische Symptome für Gonorrhoe

Auch wenn die Gonorrhoe in einigen Fällen keine Symptome zeigt und dadurch unerkannt bleibt, macht sie sich in den meisten Fällen doch deutlich bemerkbar. Bei Männern äußerst sich die Erkrankung durch eitrigen Ausfluss aus dem Penis sowie Schmerzen beim Wasserlassen, die durch eine Harnröhrenentzündung hervorgerufen werden. Bleibt der Tripper unbehandelt, kann es in seltenen Fällen zu weiteren Komplikationen wie einer Entzündung der Prostata und der Nebenhoden kommen, die im schlimmsten Fall zur Unfruchtbarkeit des Mannes führen können. Bei Frauen verläuft die Gonorrhoe in 70 Prozent aller Fälle zunächst eher unauffällig. Im weiteren Verlauf kommt es allerdings häufig zu einer Entzündung des Gebärmutterhalses, die mit eitrigem Ausfluss verbunden ist, die Scheidenschleimhaut ist dabei nur selten betroffen. Für einen bestehenden Kinderwunsch kann vor allem die Entzündung der Gebärmutterschleimhaut zur Gefahr werden, da sie zu einer Verklebung der Eileiter und damit zur Sterilität der betroffenen Frau führen kann.

Gonorrhoe und Kinderwunsch

Gonorrhoe: Paar im Bett

Gonorrhoe ist hoch ansteckend und kann unbehandelt dazu führen, dass die Eierstöcke verkleben.


Wenn eine Frau schon einmal an Gonorrhoe erkrankt war, ist die Wahrscheinlichkeit deutlich höher, dass sie Probleme damit hat, auf natürlichem Wege schwanger zu werden, denn nicht selten führt der Tripper zu einer Verklebung der Eileiter. Das Paar, das sich ein Kind wünscht, sollte daher mit dem behandelnden Arzt offen über Gonorrhoe oder andere Geschlechtskrankheiten sprechen, damit die Ursachen für den unerfüllten Kinderwunsch schnell gefunden und die richtigen Behandlungsmöglichkeiten eingeleitet werden können. Sollte es tatsächlich in Folge einer Gonorrhoe zu einer Verklebung der Eileiter gekommen sein, können diese oft im Zuge einer Bauchspiegelung wieder geöffnet werden. Dabei führt der Arzt ein sogenanntes Laporoskop durch eine kleine Öffnung in der Bauchdecke ein und untersucht zunächst, an welchen Stellen die Eileiter verklebt sind. Ist eine Öffnung möglich, kann diese direkt vorgenommen werden. Sollten die Eileiter zu stark verändert sein, kommt immer noch eine künstliche Befruchtung in Frage, bei der die Eizelle außerhalb des Körpers der Mutter befruchtet und dann direkt in die Gebärmutter eingesetzt wird.

Gonorrhoe während der Schwangerschaft und bei der Geburt

Sollte eine Gonorrhoe diagnostiziert worden sein, ist es sehr wichtig, dass diese bereits vor einer möglichen Schwangerschaft gänzlich ausheilt. Denn während der Schwangerschaft, kann die Geschlechtskrankheit schwere gesundheitliche Folgen für den Fötus haben. So kann die Erkrankung zu einem frühzeitigen Blasensprung und im schlimmsten Fall zu einer Fehlgeburt führen. Überträgt sich die Gonorrhoe auf das Baby, kann dies zudem eine Blutvergiftung auslösen. Damit Kind und Mutter einer solchen Gefährdung nicht ausgesetzt werden, nimmt der Gynäkologe bei der ersten Vorsorgeuntersuchung einen routinemäßigen Abstrich, um die werdende Mutter auf Gonorrhoe und andere Geschlechtskrankheiten zu untersuchen. Natürlich ist es grundsätzlich nicht auszuschließen, dass es während der Schwangerschaft zu einer erneuten Infektion kommt. In so einem Fall kann sich die Gonorrhoe während der Geburt auf das Neugeborene übertragen, wobei bei den meisten Kindern die Augen betroffen sind.

Diagnostik und Behandlung der Gonorrhoe

Besteht der Verdacht auf Gonorrhoe, erfolgt die Diagnose durch einen Nachweis des Erregers unter dem Mikroskop. Dazu wird das Genitalsekret des Mannes oder der Frau auf einen Objektträger gestrichen und eingefärbt. Unter dem Lichtmikroskop lassen sich die Erreger meist erkennen. Zur Absicherung der Diagnose kann der Arzt zusätzlich einen Abstrich nehmen, aus dem eine Bakterienkultur herangezüchtet wird. Da die Gonokokken jedoch schnell absterben, bedeutet ein negativer Befund nicht zwingend, dass der Patient beziehungsweise die Patientin nicht an einem Tripper erkrankt ist. Wird eine Gonorrhoe diagnostiziert, ist ein Breitbandantibiotikum das Mittel der Wahl. Oft reicht eine hohe Einzeldosis aus, um alle Erreger abzutöten. Ist die Erkrankung schon weiter fortgeschritten, kann eine längerfristige Behandlung mit Antibiotika nötig sein.

Die Gonorrhoe gehört zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten und kann unbehandelt viele negative Folgen haben. So kann sie sowohl beim Mann als auch bei der Frau zur Unfruchtbarkeit führen und im Falle einer Schwangerschaft den Fötus gefährden. Wenn Du regelmäßig zu Deinem Gynäkologen gehst und auch während der Schwangerschaft alle Vorsorgeuntersuchungen wahrnimmst, musst Du Dir allerdings keine Sorgen machen.

Bildquelle: Digital Vision/Photodisc/Thinkstock


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  • strawberry40 am 12.05.2014 um 09:55 Uhr

    Ich bin froh, dass ich in meinem Leben bisher von diesen ganzen Geschlechtskrankheiten verschont geblieben bin. Eine Pilzinfektion ist ja nichts im Vergleich zu Gonorrhoe & Co.

    Antworten