Männliche Hormone

Gründe für Kinderlosigkeit

Männliche Hormone

am 25.04.2014 um 15:19 Uhr

Männliche Hormone finden sich bei Männern sowie bei Frauen, können sich in zu hoher Konzentration allerdings negativ auf die Fruchtbarkeit der Frau auswirken. Von diesem Überschuss sind dabei etwa ein Viertel aller ungewollt Kinderlosen Frauen betroffen. Wie lässt sich der Überschuss erkennen und wie wird er bei einem bestehenden Kinderwunsch behandelt?

Männliche Hormone als Hindernis beim Kinderwunsch

Wenn nach langem Versuchen immer noch kein Kind in Sicht ist, empfinden das betroffene Paare nicht selten als zermürbend und frustrierend. Ursachen für den unerfüllten Kinderwunsch gibt es dabei viele, da sich eine Vielzahl von Faktoren auf die Fruchtbarkeit von Mann und Frau auswirken können. Ein möglicher Grund für eine eingeschränkte Fruchtbarkeit bei der Frau sind zu viele männliche Hormone, im medizinischen Fachjargon auch Androgene genannt. Die Bezeichnung „männliche Hormone“ ist dabei eigentlich nicht ganz richtig, da diese Sexualhormone nicht nur bei Männern, sondern auch – wenn auch in geringerer Konzentration – bei jeder Frau zu finden sind. Wenn eine Frau zu viele männliche Hormone hat, bringt das ihren Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht, was zu Störungen der Eizellenreifung, des Monatszyklus und letztendlich zum Ausbleiben des Eisprungs führen kann.

Zu viele männliche Hormone beeinträchtigen die Fruchtbarkeit

Wenn der Körper der Frau zu viele männliche Hormone herstellt, spricht man von einem Androgenüberschuss oder vom Polyzystischem Syndrom (PCOS). Es ist eine der häufigsten Hormonstörungen der Frau, die erblich weitergegeben werden kann und bisher zwar nicht geheilt, aber dafür gut behandelt werden kann. Männliche Hormone werden in den Eierstöcken, der Nebennierenrinde und im Fettgewebe produziert. Ein Überschuss führt zu unterschiedlichen Reifestörungen der Eizelle. Diese Störung kann soweit gehen, dass der Eisprung komplett ausfällt, wodurch eine Schwangerschaft bei Betroffenen, zunächst unmöglich wird.

Zu viele männliche Hormone: Symptome

Wenn eine Frau zu viele männliche Hormone hat, äußert sich das in einer Vielzahl von unterschiedlichen Symptomen, deren Schweregrad vom Ausmaß des Überschusses abhängig ist. Betroffene Frauen haben nicht selten Störungen im Menstruationszyklus wie beispielsweise das Ausbleiben der Regel und einen lediglich seltenen oder ganz ausbleibenden Eisprung, weshalb sie meist nur bedingt fruchtbar sind. Wenn männliche Hormone in viel zu hoher Konzentration vorliegen, äußert sich das außerdem auch im Erscheinungsbild der Frau: Die Körperbehaarung und das Muskelgewebe nehmen zu und die Stimmlage wird tiefer. Weitere Symptome, die auftreten können, sind Akne, Haarausfall und eine fettigere Haut. Wenn mehrere der genannten Symptome auf Dich zutreffen und Du vermutest, zu viele männliche Hormone zu haben, kannst Du das von Deinem Arzt testen lassen.

Gespräch eines Paares beim Arzt

Ob Du zu viele männliche Hormone hast, kann der Arzt mit einer Hormonuntersuchung festellen.


Männliche Hormone: Wie wird der Überschuss behandelt?

Dank der Fortschritte in der Forschung gibt es heutzutage Therapieverfahren, die äußerst erfolgversprechend sind und Betroffenen, die zu viele männliche Hormone haben, doch noch zum Wunschkind verhelfen können. Da der Androgenüberschuss unter anderem mit einer Insulinresistenz und Übergewicht zusammenhängt, erfolgt hier oft eine medikamentöse Therapie mit Metformin, das die Wirkung des körpereigenen Insulins verstärkt. Zusätzlich dazu ist bei Übergewicht auch die Gewichtsreduktion empfehlenswert. Frauen, die zu viele männliche Hormone haben, werden außerdem oft mit der Antibaby-Pille behandelt. Dies gilt dabei auch für Frauen, die sich ein Kind wünschen. Das Antiandrogen in den Pillen sorgt dafür, dass männliche Hormone in ihrer Wirkung gehemmt werden, was die Linderung von aufgetretenen Symptomen zur Folge hat. Wenn der Hormonhaushalt der Frau wieder ins Gleichgewicht gebracht wurde und ein Kinderwunsch vorliegt, wird die Anti-Babypille anschließend abgesetzt und mit dem Wirkstoff Clomifine ersetzt. Dieser löst den Eisprung aus und ermöglicht betroffenen Frauen so die Möglichkeit ihren Kinderwunsch doch noch zu erfüllen. Nur in sehr seltenen Fällen kann mit Clomifine keine Schwangerschaft herbeigeführt werden. In diesen Fällen kann eine operative Behandlung oder künstliche Befruchtung in Betracht gezogen werden.

Männliche Hormone: Ursachen für den Überschuss

Welche Ursachen dafür sorgen, dass zu viele männliche Hormone produziert werden ist bislang noch nicht vollständig geklärt. Es ist jedoch bekannt, dass Übergewicht und die damit einhergehenden Störungen des Insulinhaushalts den Androgenspiegel negativ mit beeinflussen können. Weitere mögliche Ursachen für zu viele männliche Hormone sind Enzymdefekte, die die Produktion der Hormone beeinflussen oder hormonbildende Tumore an den Eierstöcken.

Männliche Hormone: Diagnose beim Arzt

Ob Du zu viele männliche Hormone hast, kann vom Arzt in einer simplen Hormonuntersuchung nachgewiesen werden. Dafür wird Dir zunächst Blut abgenommen, das anschließend vom Arzt auf die Konzentration von den männlichen Sexualhormonen untersucht wird. Daneben wird oft ein vaginaler Ultraschall durchgeführt, da Frauen mit einem Androgenüberschuss öfters vergrößerte Eierstöcke mit mehreren kleinen Zysten aufweisen. Mit den Untersuchungen kann der Arzt sicher feststellen, ob Deine Eizellen normal in den Eierstöcken heranreifen. Er entscheidet anschließend, abhängig davon wie viele männliche Hormone in Deinem Blutspiegel sind und wie der Ultraschall ausfällt, über die weitere Therapie.

Obwohl sogenannte männliche Hormone bei beiden Geschlechtern vorkommen, können sie bei zu hoher Konzentration Unfruchtbarkeit bei der Frau auslösen. Die Ursachen des Überschusses können bisher nicht behandelt werden, doch der Kinderwunsch von Betroffenen kann mit der richtigen Therapie heutzutage durchaus erfüllt werden. Wenn Du die Vermutung hast, dass Du an einem Androgenüberschuss leidest, solltest Du in jedem Fall einen Arzt aufsuchen, der dies schnell mit einer Untersuchung feststellen kann und über die weitere Behandlung entscheidet.

Bildquelle: Thinkstock / iStock / monkeybusinessimages


Kommentare (9)

  • Angeline91 am 24.06.2015 um 10:05 Uhr

    oh gott , wie schlimm das für eine frau sein muss. mehr behaarung, tiefere stimme.. schrecklich

  • Loeffelstapler am 06.05.2015 um 12:59 Uhr

    Es klingt erst echt komisch, dass auch Frauen männliche Hormone haben.

  • Krischme am 24.04.2015 um 17:26 Uhr

    Hab von sowas schonmal gehört. Dann kriegen die Frauen Bärte und so und werden richtig dick. Nicht schön.

  • Plitsch80 am 27.03.2015 um 13:28 Uhr

    Es klingt erstmal paradox, dass auch Frauen männliche Hormone haben.

  • Zulumulu_89 am 25.02.2015 um 17:22 Uhr

    Ich wusste gar nicht, dass Frauen überhaupt männliche Hormone haben. Welchen Sinn hat das denn?

  • Bahamamama7 am 26.01.2015 um 16:23 Uhr

    Das klingt so seltsam, dass Frauen zu viele männliche Hormone haben können!

  • cinnamom am 24.12.2014 um 12:08 Uhr

    Männliche Hormone hätten mir auch beinahe einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber zum Glück kann man da heutzutage gegen vorgehen, wenn ein Kinderwunsch besteht!

  • diet_coke am 26.11.2014 um 16:45 Uhr

    Ist es nicht verrückt, dass Frauen zu viele männliche Hormone haben können und deshalb nicht schwanger werden?!

  • candymomster am 31.10.2014 um 09:58 Uhr

    Eine Frundin von mir hat zu viele männliche Hormone. Aber da gibt es ja zum Glück Möglichkeiten, wie es trotzdem mit dem Kind klappen kann. Noch hibbelt sie aber.