Aufschlussreich

Was der Muttermund verrät

Katharina Meyeram 11.05.2015 um 09:56 Uhr

Der Muttermund ist die Verbindung zwischen Scheide und Gebärmutter. Neben Zervixschleim und Basaltemperatur spielt auch der Muttermund eine wichtige Rolle bei der natürlichen Familienplanung. Besonders wenn Du Probleme mit den anderen Methoden hast oder gerne Sicherheit durch einen Double-Check haben möchtest, bietet sich die Untersuchung der zyklischen Veränderungen des Gebärmutterhalses an.

Video: Alles über den Muttermund

Wenn Du Dich mit der Familienplanung beschäftigst, solltest Du Dich zuerst einmal mit den weiblichen Geschlechtsteilen auskennen, die für die Fortpflanzung verantwortlich sind. Der Muttermund ist der Teil des Gebärmutterhalses, der in die Scheide hereinragt. Es wird zwischen dem äußeren und dem inneren Muttermund unterschieden. Der äußere Teil ragt in die Scheide hinein, der innere in die Gebärmutter. Bei einer Frau, die noch keine Kinder geboren hat, kann man sich den äußeren Muttermund grübchenförmig vorstellen, während die Öffnung bei Frauen, die bereits ein Kind geboren haben eher länglich ist. Der Gebärmutterhals spielt auch bei einem Kinderwunsch eine entscheidende Rolle. Bei jedem Orgasmus einer Frau bewegt der sogenannte Cervix uteri sich peristaltisch (wellenförmig), um das Voranschreiten der Spermien zu den Eileitern zu vereinfachen.

Muttermund: Eine schwangere Frau.

Der Muttermund verrät viel über Deine (un)fruchtbaren Tage.

Veränderungen am Muttermund

Du kannst Deinen Muttermund gut mit einem oder zwei Fingern ertasten. Normalerweise ist die Öffnung des Muttermundes sehr eng. Dadurch soll vermieden werden, dass Bakterien in die Gebärmutter gelangen. Wie weit er jedoch geöffnet ist, bestimmt die Phase Deines Zyklus, in der Du Dich gerade befindest. Denn je nach Zyklusphase ändern sich Festigkeit, Stand und Öffnungsgrad des Muttermunds. Direkt nach der Menstruation ist der Muttermund geschlossen und hart. Er ragt tief in die Scheide hinein, sodass Du ihn gut ertasten kannst. In diesem Zustand fühlt sich der Muttermund an wie Nasenknorpel oder wie eine Kirsche. Um die Zeit des Eisprungs wird der Gebärmutterhals weicher. Der Muttermund steigt circa zwei bis drei Zentimeter höher und beginnt sich zu öffnen. Man kann ihn dann kaum noch ertasten. Er fühlt sich jetzt weich an, wie ein Ohrläppchen oder eine Lippe. Ist der Gebärmutterhals also hoch stehend, weich und weit geöffnet, befindest Du Dich in der hochfruchtbaren Phase. Ein bis zwei Tage nach dem Eisprung schließt sich der Muttermund wieder. Er steht dann tiefer und fühlt sich wieder fest und hart an. Dies findet meist gleichzeitig mit dem Temperaturanstieg statt.

Deinen Muttermund untersuchen

Mit den Kenntnissen um Deine Geschlechtsorgane und ihre Funktionen kannst Du nicht nur auf natürliche Art und Weise verhüten, sondern auch einen Kinderwunsch gezielter angehen. Um zu lernen, die Veränderungen Deines Muttermundes einzuschätzen, bietet es sich an, die Untersuchung am Ende der Regelblutung zu beginnen. Untersuche den Muttermund einmal täglich, immer in derselben Position und mit demselben Finger, um für jede Untersuchung gleiche Voraussetzungen zu schaffen. In einer leicht gebeugten Haltung im Stehen, mit einem Fuß auf dem Wannenrand oder sitzend bzw. liegend mit angezogenen Beinen ist der Muttermund am leichtesten zu ertasten. Achte darauf, vor jeder Untersuchung die Blase zu leeren und die Hände ordentlich zu waschen. Mit kreisenden Bewegungen kannst Du die Beschaffenheit des Muttermundes gut erfühlen. Du erkennst den Muttermund daran, dass er sich im Gegensatz zu den Scheidenwänden, sehr glatt anfühlt. Die Öffnung selbst ist grübchenförmig. Wenn Du schon Mutter bist, kann er auch schlitzförmig sein oder ist vielleicht auch nie ganz geschlossen. Solltest Du es nicht schaffen, den Muttermund zu ertasten, drück mit einer Hand auf den Unterbauch, um die Gebärmutter in Richtung Deiner Finger zu bewegen.

Muttermund und Zervixschleim

Doch nicht nur Lage und Härte vom Muttermund verändern sich während des Zyklus, auch der Zervixschleim, welcher vom Gebärmutterhals abgesondert wird, kann Aufschluss über die fruchtbaren Tage geben. Der Zervixschleim verschließt als eine Art Barriere den Muttermund. An den unfruchtbaren Tagen ist er zäh und klebrig und sieht eher trüb aus. In dieser Zeit ist er auch so beschaffen, dass weder Spermien noch Bakterien durch den Muttermund hindurch in die Gebärmutter gelangen können. An den fruchtbaren Tagen hingegen ist die Konsistenz eher dünnflüssig und klar und so beschaffen, dass die Spermien auf dem Weg in die Gebärmutter leichter vorwärts kommen. Am besten eignet sich die Zervixschleimmethode in Kombination mit dem Abtasten des Muttermunds und der Basaltemperatur zur Feststellung der fruchtbaren Tage, wenn Du schwanger werden möchtest. Solltest Du mit dieser Methode verhüten wollen, solltest Du die Methode erst einmal konsequent einige Monate anwenden, um Deinen Körper besser kennenzulernen und die Zeichen korrekt deuten zu können.

 

Der Muttermund bei der Geburt

Nicht nur bei einem Kinderwunsch spielt der Muttermund eine wichtige Rolle, auch bei der Geburt ist die kleine Öffnung ausschlaggebend. Damit Dein Baby gut das Licht der Welt erblicken kann, muss sich der Muttermund natürlich öffnen und das mindestens zehn Zentimeter. Bei der ersten Untersuchung im Krankenhaus, nachdem die Wehen eingesetzt haben, wird der Muttermund bereits ein paar Zentimeter geöffnet sein. Die Hebamme wird dies in jedem Fall überprüfen und dabei die so genannte Fingerprobe anwenden, bei der die Finger behutsam in den Muttermund gesteckt werden. Bei zwei geschlossenen Fingern bedeutet dies, dass der Muttermund bereits drei Zentimeter geöffnet ist, wenn Zeige- und Mittelfinger leicht gespreizt sind, sind es bereits vier Zentimeter und bei weit gespreizten Fingern, sind es acht Zentimeter. Diese Phase wird auch als Eröffnungsphase der Geburt bezeichnet. In der darauf folgenden Übergangsphase öffnet sich der Muttermund anschließend die letzten beiden Zentimeter. Diese Zeit erkennst Du daran, dass die Wehen nun besonders stark werden. Solltest Du weit vor dem Geburtstermin bereits Schmerzen haben oder sollte Wasser aus dem Muttermund austreten, kann es sein, dass er sich bereits vorzeitig geöffnet hat. In diesem Fall muss schnell ein Arzt konsultiert werden, da es sonst zu einer Frühgeburt kommen kann.

In Verbindung mit der Temperaturmethode ist die Untersuchung von Muttermund und Zervixschleim ein gute Möglichkeit festzustellen, wann der Eisprung stattfindet. Zwar kostet es Dich am Anfang vielleicht ein wenig Überwindung, den eigenen Körper genau zu ertasten, jedoch kannst Du so einiges über Dich und Deinen Körper erfahren.

Bildquelle: Digital Vision/Photodisc/Thinkstock

Kommentare (41)

  • Ich habe das noch nie untersucht. Weiß auch gar nicht, worauf ich da so achten müsste.

  • Ich komm da irgendwie nie dran. Hab wohl zu kurze Finger :-)

  • Bevor ich mich mit der Familienplanung auseinandergsetzt habe, wusste ich gar nicht, dass es solche Veränderungen am Muttermund gibt.

  • Ich hab meinen Muttermund irgendwie nie gefühlt...

  • Ich wollte immer meinen Muttermund untersuchen wegen NFP, hab das aber nie geschafft. Ich kam da irgendwie nie hin und jetzt hochschwanger ja eh nicht. Eine Frage noch: Ist der Schleimpfropf, der alles verschließt, außen oder innen irgendwo?

  • Was es über den Muttermund alles zu sehen gibt...

  • Ich hab in meinen Schwangerschaften den Muttermund auch immer untersucht. Das gibt einem ja schon eine gewisse Sicherheit.

  • Ich dachte bisher immer, dass der Muttermund nur bei der Geburt eine Rolle spielt. Dass man da auch seinen Eisprung mit bestimmen kann, ist mir neu.

  • Ich habe diese ganzen Methoden wie Muttermund untersuchen und Zervixschleim und so nie gemacht. Finde es aber gut, wenn Frauen ihren Körper so genau kennen, dass sie anhand dessen ihre fruchtbaren Tage bestimmen können.

  • Als ich schwanger werden wollte, habe ich den Muttermund auch regelmäßig untersucht. Vorsichtshalber habe ich aber auch noch einen LH-Test gemacht.

  • Die Untersuchung vom Muttermund ist in der Schwangerschaft besonders wichtig.

  • Also ich habe mich eher an die Basaltemperatur und den Zervikalschleim gehalten. Den Muttermund zu befühlen fand ich irgendwie etwas merkwürdig, weshalb ich das eher weniger gemacht habe.

  • Ich stimme Lamiha da zu. Ich würde da wahrscheinlich gar nichts fühlen ;). Aber der Muttermund gibt gerade unter der Geburt wichtige Hinweise.

  • Total interessant, was man nur am Muttermund alles feststellen kann.

  • Ich finde es immer beeindruckend, dass Hebammen und Ärzte so genau fühlen können, wie weit der Muttermund geöffnet ist!

  • Total interessant, was man am Muttermund alles ablesen kann, aber ich würde mir das auch nicht ausreichend zutrauen, wie auch schon geschrieben wurde.

  • Ich muss auch sagen, ich wäre mir zu unsicher, ob dich da als Nicht-Fachfrau auch was bemerke oder erkenne. Interessant, was der Muttermund verrät, das habe ich noch nicht alles gewusst. Aber ich glaube, ich könnte da nicht viel draus "lesen":

  • Ich hab mal angefangen meinen Muttermund zu untersuchen, war mir aber immer sehr unsicher dabei. Ich finde es gibt deutlich eindeutigere Faktoren als den Muttermund...

  • Ich muss sagen, bis jetzt fand ich es ja immer etwas komisch, mir den Muttermund zu betasten, aber ich will schon lange schwanger werden, von daher werd ich's wohl einfach mal versuchen... ;)

  • Hier auf der Seite hab ich zum ersten Mal gesehen, dass Muttermund mit Mumu abgekürzt wird. Fand ich echt witzig. Bei mir war Mumu was anderes, hat aber auch mit Muttermund zu tun schätze ich :-)

  • Ich habe auch immer wieder versucht, meinen Muttermund abzutasten, aber so richtig feststellen konnte ich nichts... Obwohl man ja sagt, dass dass sich der Muttermund beim Eisprung öffnet und bei der Einnistung schließt... naja, jedenfalls kann ich nur bestätigen, dass es nicht wehtut, wenn der FA den Muttermund abtastet :-)

  • Ich finde ja, dass der Name Muttermund echt komisch klingt :)

  • Ist der Muttermund denn nur bei der Geburt so richtig weit geöffnet?

  • Ich habe meinen Muttermund auch noch nie untersucht. Dabei würde ich mir irgendwie auch blöd vorkommen^^

  • Also ich muss gestehen, ich habe meinen Muttermund noch nie selbst untersucht. Ich gehe einmal im Jahr zu meiner Frauenärztin und wenn da unten etwas mal nicht stimmen sollte, wird sie mir das schon sagen.

  • Mein Muttermund spricht mit mir...Haha. Nein im Ernst, ich finde es sehr interessant, was man vom Muttermund so alles über seinen Zyklus und die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden erfahren kann.

  • Hm, mit meinem Muttermund habe ich mich bisher noch nicht beschäftigt. Aber auch ein spannedes Thema!

  • Es ist sehr wichtig, den Muttermund zu untersuchen, auch wenn es einem unangenehm vorkommt.

  • Ich hätte nie gedacht, dass man selbst durch die Untersuchung vom Muttermund herausfinden kann, wann man fruchtbar ist!!

  • Muttermunduntersuchung fand ich immer etwas komisch :D

  • Für mich wäre es schon ein zienlich große Überwindung meinen Muttermund zu untersuchen. Ich versuch es erstmal so :-)

  • Ich habe auch meinen Muttermund untersucht und ich kann sagen: Es tut gar nicht weh ;-)

  • Ich muss gestehen, dass ich meinen Muttermund nicht untersuche. Ich wage mich an meinen Muttermund nicht wirklich ran...

  • Ich untersuche regelmäßig meinen Muttermund und finde das auch nicht ekelhaft. Das bin doch schließlich ich.

  • Dass der Mutermund eine so große Rolle spielt, habe ich gar nciht gewusst. Ehrlich gesagt hatte ich damit bislang nicht viel zu tun :-)

  • mit meinem muttermund hatte ich bisher noch keine probleme. die untersuchungen hatten bisher immer erfreulich positive ergebnisse

  • Das mit dem Muttermund wusste ich auch noch nicht...

  • Also meinen Muttermund habe ich mal versucht, regelmäßig zu untersuchen, aber irgendwie bin ich damit nicht so klar gekommen. Aber ich kenne viele, die über die Muttermunduntersuchung schwanger geworden sind.

  • Davon habe ich ja noch nie gehört! Muttermund untersuchen! Krass!

  • Wie ist den der muttermund wenn man schwanger geworden ist? Oder nachdem sich das ei eingenistet hat? Hab schon zwei Kinder aber nie darauf geachtet... Kann man anhand des muttermundes feststellen ob eine Schwangerschaft vorliegt?

  • Bis ich schwanger wurde, habe ich auch meinen Muttermund gefühlt. Während der Schwangerschaft hatte ich immer Angst, dass ich Keime oder Infektionen auslöse.


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