Kinder
Jessica Tomalaam 27.12.2016

In Großbritannien darf künftig die künstliche Befruchtung mit Genmaterial von drei Menschen durchgeführt werden. Damit ist der Inselstaat das erste Land weltweit, das diese besondere Befruchtungsmethode erlaubt. Diese Methode soll vor allem Frauen helfen, die unter einer Fehlfunktion der Mitochondrien leiden und damit schwere Krankheiten wie Diabetes oder sogar Muskelschwäche an ihre Kinder weitergeben könnten. Die Methode ist nicht unumstritten.

Allein in Großbritannien werden pro Jahr rund 125 Babys geboren, die von der sogenannten Mitochondriopathie betroffen sind. Dabei wird der Körper nicht ausreichend mit Energie versorgt, neben den Muskelzellen können davon auch das Auge, das Innenohr oder das Nervensystem betroffen sein. Bei der in Newcastle entwickelten Technik, die nun in Großbritannien erlaubt ist, wird nun die defekte Mitochondrie aus der Eizelle der Mutter entfernt und durch die Mitochondrie einer gesunden Frau ersetzt. Das Verfahren ist dabei anonym. Die nun künstlich veränderte Eizelle wird anschließend mit dem Sperma des Vaters befruchtet und dann in die Gebärmutter der Mutter eingesetzt.

Damit soll das Baby ein geringeres Risiko haben, an Mitochondriopathie zu erkranken bzw. das dafür nötige Genmaterial im Körper zu haben. Das Baby wird wohl keine Charakteristika der Spenderin aufweisen, da die DNA einer Mitochondrie nur einen sehr geringen Anteil an der gesamten menschlichen DNA hat.

Im Frühjahr kommenden Jahres könnten die ersten Frauen bereits mit der neuen Methode behandelt werden. Bis zu 25 Patientinnen will die Universität Newcastle pro Jahr behandeln. Allerdings gibt es keine Garantie dafür, dass das neue Verfahren mit dem Genmaterial von drei Personen auch tatsächlich erfolgreich ist und Mitochondriopathie bei Neugeborenen verhindert. Wie bei allen Verfahren, die sich mit künstlicher, genverändernder Befruchtung auseinandersetzen, ist auch diese Methode nicht unumstritten. Kritiker sehen darin erneut die Möglichkeit, das sogenannte Designer-Babys kreiert werden könnten. Für Befürworter stellt das Verfahren allerdings einen großen Fortschritt in der Medizin dar.

Bildquelle: iStock/ChristinLola


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