Beschneidung strafbar

Beschneidung bei Kindern aus religiösen Gründen strafbar

am 10.07.2012 um 15:45 Uhr

Das Landgericht Köln hat entschieden: Eine Beschneidung bei Kindern aus rein religiösen Gründen ist strafbar.
Die Grünen kritisieren das Urteil des Landgerichts und vertreten die Meinung, dass eine Beschneidung nicht grundsätzlich eine Straftat sei.

Der Präsident der Ärztekammer empfiehlt Ärzten zurzeit keine religiös motivierten Beschneidungen vorzunehmen, da die Rechtslage zu unsicher ist. Nun melden sich Renate Künast und Volker Beck von den Grünen zu Wort.

Die Grünen Politiker Renate Künast und Volker Beck fordern eine Rechtssicherheit beim Thema Beschneidung für die in Deutschland lebenden Muslime und Juden. Im Mai hatte das Kölner Landgericht das Urteil gefällt, dass die Beschneidung bei Kindern aus rein religiösen Gründen einer Körperverletzung gleichkomme und somit strafbar sei. Dieses Urteil ist für andere Gerichte nicht bindend, wird aber wahrscheinlich eine Signalwirkung haben. Renate Künast und Volker Beck sind der Meinung: „Rechtswidrig wird sie [die Beschneidung] jedoch nur, wenn bei minderjährigen Jungen keine Einwilligung der Eltern vorliegt oder diese gegen die guten Sitten verstößt.“

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Beschneidung: ungeklärte Rechtslage

Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer, empfiehlt Ärzten, rein religiös begründete Beschneidungen vorerst nicht mehr vorzunehmen, da die Rechtslage ungeklärt ist. Seiner Ansicht nach sei das Urteil des Kölner Landgerichts für „Ärzte unbefriedigend und für die betroffenen Kinder sogar gefährlich.“ Nun bestehe die Gefahr, dass die Beschneidung vermehrt von Laien durchgeführt würde. Wegen der oft unzureichenden hygienischen Umstände könne dies zu erheblichen Komplikationen führen, warnt Montgomery. Das Urteil des Kölner Landgerichts stieß sowohl bei Islamverbänden als auch bei den jüdischen Gemeinden auf heftige Kritik. Die Islamverbände fordern nun eine klare gesetzliche Regelung, der Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen strebt einen Musterprozess an.

Ob es beim Thema Beschneidung bald eine klare Rechtslage gibt, ist nicht sicher. Bei all dem Hin und Her sollte aber eins nicht vergessen werden: Das Wohl des Kindes sollte an erster Stelle stehen.

Bildquelle:Alexov83/Dreamstime.com

Kommentare (5)

  • Alessandra22 am 19.02.2013 um 23:55 Uhr

    Mein sohn wurde beschnitten es war anfangs fur mich sehr schlimm als das gemacht wurde aber jtz im gegenteil es war nix schlimmes und es ist auch ganz schnell bei meinen sohn verheilt er hatte kein bisshen schmerzen er ist danach völlig normal wie immer rumgesprungen man sollte nicht immer so übertreiben lg

  • doramadeleine am 19.07.2012 um 08:11 Uhr

    Auch wenn die Eltern zustimmen: Eine Beschneidung ist medizinisch nicht notwendig und damit schon eine Körperverletzung!

  • masur85 am 18.07.2012 um 08:06 Uhr

    Hmm, Beschneidung ist aber echt ein heikles Thema, da wüsste ich jetzt nicht, wie ich entscheiden würde....

  • mommolein am 11.07.2012 um 07:48 Uhr

    Ich finde es unfassbar, dass nur die Einwilligung der Eltern für eine Beschneidung reicht!

  • Athene_ am 10.07.2012 um 18:29 Uhr

    Vielleicht könnte so ein Zeichen gestzt werden, dass Verstümmelung an Kindern nicht mehr toleriert werden sollte. In unserem GG Art2 Abs 2 steht folgendes: " Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden." Dabei sollte es bleiben. Religionsfreiheit darf nicht über das Recht auf unversehrten Körper stehen!!!!