Betreuungsgeld in Skandinavien

Betreuungsgeld: Neue Studie aus Skandinavien

am 22.04.2012 um 15:05 Uhr

In den skandinavischen Ländern wirkt sich das Betreuungsgeld laut einer neuer Studie negativ aus. Kommendes Jahr soll das Betreuungsgeld auch in Deutschland eingeführt werden.

Das Betreuungsgeld für Eltern hat einer neuen Studie zufolge in den skandinavischen Ländern größtenteils negative Auswirkungen. Zu diesem Ergebnis kam die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung nach einer Analyse. Das Problem sei, dass das Betreuungsgeld in Finnland, Norwegen und Schweden hauptsächlich von Müttern mit geringem Bildungsniveau, geringem Einkommen und Migrationshintergrund in Anspruch genommen werde. Dies führe dazu, dass mehr Frauen auf die Berufstätigkeit verzichten und deren Kinder die frühkindliche Bildung und Förderung in Betreuungseinrichtungen nicht wahrnehmen könnten.

Betreuungsgeld in Skandinavien

In Finnland gibt es das Betreuungsgeld schon seit 1985, in Norwegen seit 1998 und Schweden führte es 2008 ein. Hauptgrund für die Einführung des Betreuungsgeldes in allen drei Ländern war es, den Eltern die Möglichkeit zu geben, zu wählen, ob sie ihr Kind lieber selbst betreuen wollen oder einen Kindergartenplatz in Anspruch nehmen.
In der Höhe unterscheidet sich das Betreuungsgeld in den drei Ländern kaum und liegt bei ca. 10 Prozent eines durchschnittlichen Monatslohns.
In Finnland beantragen die meisten Eltern das Betreuungsgeld, nämlich ganze 52 Prozent. In Nordwegen sind es 25 Prozent und in Schweden, wo die Gemeinden selbst über die Einführung des Betreuungsgeldes entscheiden können, sind es lediglich 5 Prozent.

Neue Studie zu Betreuungsgeld

Eine neue Studie wirft ein kritisches Licht auf das Betreuungsgeld.


Betreuungsgeld in Deutschland

Anfang nächsten Jahres soll das Betreuungsgeld auch in Deutschland eingeführt werden. Eltern, die ihre Kinder bis zum dritten Lebensjahr zu Hause erziehen und keinen staatlich subventionierten Kindergartenplatz in Anspruch nehmen, haben dann Anspruch auf Betreuungsgeld. Allerdings ist das Betreuungsgeld auch bei uns politisch schon im Vorfeld sehr umstritten.

Bildquelle: Katyspichal / dreamstime.com

Kommentare (3)

  • sarahlena am 24.04.2012 um 16:29 Uhr

    Ich finde das Betreuungsgeld ganz gut, wer sagt denn, das die Betreuung durch die Familie nicht genau so gut ist?

  • ramona23 am 24.04.2012 um 09:50 Uhr

    Also ich werde wenn möglich bei meinem Kleinen auch 3 Jahre zuhause bleiben. Beim Großen bin ich nach einem Jahr wieder arbeiten gegangen, aber beim Kleinen möchte ich die Zeit mit ihm einfach genießen. Egal ob mit oder ohne Betreuungsgeld. Bis das Betreuungsgeld nächstes Jahr eingeführt wird, haben die die schon ein Kind haben bestimmt eh keinen Anspruch darauf.

  • Luzja am 22.04.2012 um 16:20 Uhr

    Ich bleib sowieso daheim, bis die Kinder mit 3 Jahren in den KiGa gehen, ob mit oder ohne Betreuungsgeld. Aber natürlich ist es nicht schlecht, wenn man dann noch ein paar € kriegt ;-). Ich bin keine faule, arbeitsscheuende Frau, nur weil ich 3 Jahre daheim bleibe und genauso ist eine Mutter, die nach 1 Jahr wieder arbeiten geht keine schlechte Mutter, weil sie ihr Kind in den Kind in den KiGa gibt ...