Neue Debatte

Betreuungsgeld weiter in der Kritik

am 04.04.2012 um 10:52 Uhr

Das Betreuungsgeld, das ab 2013 für Eltern, die ihre Kinder zuhause oder privat betreuen, vorgesehen ist, polarisiert: Nicht nur Politiker sind gegen die Einführung des Betreuungsgeldes, auch Elternverbände kritisieren die geplante Einführung.

Nachdem Teile der Union ebenso wie die FDP die Einführung des Betreuungsgeldes nach wie vor nicht gutheißen, werden nun auch von anderen Seiten kritische Stimmen laut.

Betreuungsgeld verfassungswidrig?

Innerhalb der Union findet momentan eine Debatte darüber statt, ob das Betreuungsgeld bar ausgezahlt werden soll oder nicht. Der Bundesvorsitzende der Föderation türkischer Elternvereine, Berrin Alpbek, fordert ebenfalls, dass das Geld nicht in bar sondern nur zweckgebunden ausgezahlt werden soll, damit „das Geld da ankommt, wo es hingehört – bei den Kindern“. Grundsätzlich sei er aber gegen das Betreuungsgeld, gab er gegenüber „Bild“ an.

Die FDP bemängelt, dass das Betreuungsgeld gar nicht in den Bereich des Bundes falle und demnach „verfassungsrechtlich zweifelhaft“ sei, so Sibylle Laurischk, Vorsitzende des Familienausschusses, zur „Rheinischen Post“.
Der Bund der Steuerzahler sieht die Gefahr vor allem darin, dass das Betreuungsgeld ein „Fass ohne Boden“ sein könnte, das ständig nach oben hin korrigiert werden müsse.

Betreuungsgeld kritisiert

Das Betreuungsgeld steht nach wie vor in der Kritik


Diesen Trend sieht auch die Financial Times Deutschland; bisher hatte die Regierung für das Jahr 2014 1,2 Milliarden für das Betreuungsgeld veranschlagt, das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung geht jedoch von mindestens 2 Milliarden aus. Der Grund dafür sei die zu geringe Anzahl an Betreuungsplätzen für unter dreijährige Kinder.

Betreuungsgeld zulasten der Kinder

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) warnt davor, dass Familien aus bildungsfernen Schichten wegen des Betreuungsgeldes keine Kinderbetreuung in Anspruch nehmen könnten und somit ihren Kindern den ersten Schritt zu frühkindlicher Bildung verbauen könnten, so DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann gegenüber der „Passauer Neuen Presse“.

Kommentare (3)

  • Ich verstehe auch nur Bahnhof. Ich glaub, da muss ich mich mal rundum informieren.

  • Ich steig da nicht so ganz durch durch das Betreuungsgeld :(

  • Die Herdprämie ist ein witz... profitieren würde diejenigen, die es sich eh leisten können daheim zu bleiben, oder eben die Hartz4ler. Die Kinder haben da nix von. Als ob irgendeine Mutter, die aus finanziellen Gründen ihr kind in die Kita gibt das wegen 100 euro nicht mehr tun würde...


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