Eizellenforschung

Eizellen junger Frauen geeigneter zum Einfrieren

am 26.08.2012 um 11:39 Uhr

Das Einfrieren von Eizellen wird immer häufiger auch aus nicht-medizinischen Gründen vorgenommen. Die Eizellen junger Frauen überstehen diesen Prozess für die spätere Nutzung jedoch weitaus unbeschadeter als die von älteren Frauen.

Das Einfrieren von Eizellen kann viele Gründe haben. Häufig werden Eizellen von Krebspatientinnen eingefroren, um ihnen eine Schwangerschaft nach Abschluss der Therapie zu ermöglichen. Immer häufiger kommt es aber auch dazu, dass auch gesunde Frauen Eizellen einfrieren lassen, da sie in ihrer aktuellen Lebensphase, zum Beispiel aufgrund von Karriereplänen, wirtschaftlichen Engpässen, dem Fehlen eines Partners oder anderen Gründen, kein Kind bekommen wollen. Dadurch haben sie die Möglichkeit, sich die Option auf eine spätere Schwangerschaft offenzulassen.

Befruchten einer Eizelle

Nach dem Auftauen sind Eizellen junger Frauen zu fast 100 Prozent intakt.


Eizellen junger Frauen besser geeignet

Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) in Berlin weist darauf hin, dass das Alter der Frau bei der Entnahme der Eizellen eine wichtige Rolle spielt. Je jünger eine Frau bei der Entnahme von Eizellen ist, desto besser eignen sich die Eizellen für eine spätere Schwangerschaft. Nach dem Auftauen sind die Eizellen einer 25-Jährigen zu fast 100% intakt, während bei Frauen ab 35 nur jede dritte Eizelle das Auftauen unbeschadet übersteht. Das Einfrieren von Eizellen aus nicht medizinischen Gründen wird im Englischen auch „social freezing“ genannt. Laut der DGGG liegt das Durchschnittsalter der Frauen, die aus nicht-medizinischen Gründen eine Einfrierung ihrer Eizellen in Erwägung ziehen, bei 38 Jahren. Die Chance auf eine erfolgreiche Schwangerschaft ist in diesem Alter allerdings deutlich geringer als bei jüngeren Frauen.

Einfrieren von Eizellen ist keine einfache Prozedur

Statistisch gesehen müssen zehn bis fünfzehn Eizellen entnommen, eingefroren, aufgetaut, befruchtet und in die Gebärmutter eingepflanzt werden, bis es zu einer erfolgreichen Schwangerschaft kommt. Älteren Frauen müssten somit viel mehr Eizellen entnommen werden, um die Chancen auf eine Schwangerschaft zu steigern, was die Prozedur wiederum anstrengender und belastender macht. Außerdem steigt mit dem Alter, unabhängig vom Überleben nach dem Einfrieren, die Wahrscheinlichkeit, dass die Eizellen auffälliges Erbmaterial aufweisen. Dazu kommt noch, dass das Befruchten und Einsetzen der Eizellen nach dem 40.Lebensjahr ein höheres Risiko für Komplikationen in der Schwangerschaft mit sich bringt. Das Risiko von Frühgeburten, niedrigem Geburtsgewicht, Schwangerschaftsdiabetes oder Bluthochdruck der Mutter nimmt auch ohne künstliche Befruchtung mit steigendem Alter zu.

Das Einfrieren und Auftauen von Eizellen ist bis heute kein Routineverfahren in der Fortpflanzungsmedizin. Die DGGG empfiehlt deshalb, das Verfahren nur an Zentren mit besonders hoher Erfahrung und wissenschaftlichen Kenntnissen durchführen zu lassen. Diese Zentren sind in Deutschland im Fertiprotekt-Netzwerk zusammengeschlossen, in dem diese Behandlungen wissenschaftlich dokumentiert und ausgewertet werden. Man hofft, durch die Erkenntnisse aus diesen Auswertungen das Verfahren in Zukunft verbessern zu können.

Bildquelle: Helena Bielikova/dreamstime.com

Kommentare (8)

  • Finde es auch interessant und habe vorher noch nie darüber nachgedacht, dass das Einfrieren von Eizellen eine Möglichkeit für junge Frauen ist, später nochmal Kinder zu bekommen.

  • Ja, einer Freundin von mir wurde das auch geraten, weil es bei ihr eh schon schwierig ist und es mit den Jahren ja auch nicht leichter wird.

  • Eine Freundin von mir hat ihre Eizellen einfrieren lassen. Sie befürchtet, später keine Kinder mehr bekommen zu können...

  • Weiß jemand, was es kostet seine Eizellen einfrieren zu lassen? Das kann sich ein Normalverdiener sicher gar nicht leisten! Wobei das für mich schon strange klingt, wenn man das einfach so ohne wirklichen Grund macht, andererseits werden die Mütter ja wirklich immer älter...

  • So genau habe ich mir über das einfireren von Eizellen noch nie Gedanken gemacht, aber logisch klingt es schon irgendwie.

  • Dass bei 35jährigen nur noch jede dritte Eizelle intakt ist, ist doch wirklich schockierend. Wie viele Frauen erst mit mitte 30 anfangen, Kinder haben zu wollen!

  • Das ist eine gute Option für junge Frauen, ihre Eizellen einfrieren zu lassen. Ich finde es gut, dass man sowas machen lassen kann.

  • Das klingt schon logisch. Wenn es für junge Frauen auch so schon einfacher ist ein Kind zu bekommen als für ältere, dann ist es auch klar, dass Eizellen entnommen werden sollten solange man jung ist.


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