Mangelhafte Aufklärung

Empfängnisverhütung: Frauen nicht ausreichend informiert

Wie eine neue GfK-Umfrage ergab, ist Fehlwissen in Bezug auf die Empfängnisverhütung immer noch weit verbreitet. Trotz umfangreicher Aufklärung wird noch immer jede 10. Frau in Deutschland ungewollt schwanger.

Die Aufklärung zum Thema Empfängnisverhütung ist in Deutschland schlechter als erwartet. In einer aktuellen Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag von Bayer HealthCare Deutschland wurden 2.102 Frauen im Alter zwischen 14 und 50 Jahren zu ihrem Verhütungsverhalten befragt. Die Ergebnisse des sogenannten „Verhütungsreports“ sind alarmierend: Jede 10. Frau wird trotz großer Aufklärungsmaßnahmen ungewollt schwanger. Gerade aufgrund von Unwissenheit setzen sich neue Methoden zur Empfängnisverhütung zudem nur schleppend durch.

Empfängnisverhütung: Jede dritte Frau vergisst die Pille

Die Pille gehört zu den Klassikern der Empfängnisverhütung und steht für einen hohen Empfängnisschutz. Allerdings ist sie nur dann zuverlässig, wenn sie regelmäßig eingenommen wird. Von den sechs Millionen Frauen, die in Deutschland mit der Pille verhüten, vergisst jede dritte Frau die Einnahme mindestens ein Mal im Monat. Dies ist sicherlich einer der Gründe, warum jede zehnte deutsche Frau mindestens ein Mal in ihrem Leben ungewollt schwanger wird. Weitere Ursachen sind Unwissen und Fehlinformationen in Bezug auf die Empfängnisverhütung: So ist 90 Prozent der befragten Frauen nicht klar, dass Spermien mehr als drei Tage im weiblichen Körper überleben können. Mehr als sechs von zehn Frauen wissen außerdem nicht, wie man den weiblichen Zyklus und damit auch die fruchtbaren Tage korrekt berechnet.

Langzeitverhütungsmethoden sind oft zuverlässiger.

Experte Prof. Dr. med Bühling rät zu Lanzeitmethoden bei der Empfängnisverhütung.


Langzeitmethoden zur Empfängnisverhütung

Da die korrekte Einnahme der Pille sehr aufwendig ist, werden viele Frauen mit der Zeit „pillenmüde“. Darüber hinaus können zahlreiche Faktoren, wie beispielsweise Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und Magen-Darm-Probleme, die Wirkung der Pille beeinträchtigen. Der Gynäkologe Dr. med. Kai J. Bühling, Leiter der Hormonsprechstunde am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, empfiehlt Frauen daher die Verwendung von Langzeitmethoden zur Empfängnisverhütung: „Einmal vom Arzt angewendet, wirken Langzeitverhütungsmethoden bis zu fünf Jahre lang – und sind dabei sicherer als die Pille. Trotzdem fristen sie in Deutschland ein Schattendasein. Das sollte sich ändern.“ Beispiele für langfristige Methoden der Empfängnisverhütung sind die Drei-Monats-Spritze, das Hormonimplantat sowie die Hormonspirale.

Der aktuelle „Verhütungsreport“ zeigt, dass auch in Deutschland noch ein hoher Aufklärungsbedarf in Bezug auf die Empfängnisverhütung besteht. Viele Frauen wissen scheinbar zu wenig über ihren eigenen Körper und aktuelle Verhütungsmethoden. Langzeitmethoden zur Empfängnisverhütung werden kaum in Anspruch genommen.

Bildquelle: Bayer

Kommentare (5)

  • Wie die Grundlagen der Empfängisverhüttung sind vielen Deutschen nicht bekannt?

  • Wie bitte? Ach, ich denke die Grundlagen der Empfängnisverhütung sollte jedem klar sein.

  • Ich glaube auch,dass die Grundregeln der Empfängisverhhütung klar sind.

  • Ich glaube, dass die Grundregeln der Empfängnisverhütung schon klar sind, aber bei den Details gibt es immer noch viel Unwissenheit und viele Missverständnisse...

  • Was ist das denn für ein "Verhütungsreport"? Die Kinder lernen vorallem schon in der Schule im Bio Unterricht mit man sich verhütet.


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