Unsere DNA kann sich durch epigenetische Anlagerungen verändern. Forscher fanden jetzt heraus, dass Einflüsse im Mutterleib sogar schon das Erbgut ungeborener Kinder verändern können.

Die Epigenetik beschäftigt sich mit dem Einfluss von angelagerten Molekülen auf die DNA. Um die Auswirkungen der Ablagerungen noch besser abschätzen zu können untersuchte ein internationales Forscherteam jetzt das Erbgut 33 neugeborener Zwillingspaare. Mit Hilfe von Nabelschnurblut, Plazenta und Blutproben der Kinder suchten sie gezielt nach Anlagerungen an der DNA der Kinder.

Epigenetik verändert die DNA

Bei ihrer Studie zur Epigenetik fanden die Forscher heraus, dass epigenetische Ablagerungen Teile der Gene blockieren und so langfristig die Genaktivität und somit unter anderem die Gesundheit eines Menschen beeinflussen können. Jeffrey Craig vom Murdoch Children Research Institute und seine Kollegen erklären, dass die Epigenetik unter anderem das Risiko für Krebs, Diabetes und Herzkreislauferkrankungen erhöht.

Zwillinge mit unterschiedlicher Epigenetik spielen auf einer Wiese.

Selbst eineiige Zwillinge haben eine unterschiedliche Epigenetik.


Epigenetik beginnt schon im Mutterleib

Eineiige Zwillinge stammen aus derselben Eizelle, daher haben sie ein identisches Erbgut. Dennoch stellten die Forscher unterschiedliche epigenetische Ablagerungen an der DNA der Kinder fest. Teilweise betrugen die Unterschiede bis zu 20 Prozent. „Das muss an Einflüssen liegen, die nur ein Zwilling erfahren hat und der andere nicht“, erläutert Craig. Auch, wenn Zwillinge gemeinsam in der Gebärmutter liegen, sind sie doch durch getrennte Nabelschnüre mit dem Kreislauf der Mutter verbunden und haben meist sogar eine eigene Plazenta. Diese Umstände reichen laut den Forschern anscheinend aus, um die Unterschiede in der Epigenetik der Kinder hervorzurufen.

Epigenetik ermöglicht Therapie ungeborener Babys

Wie welt online berichtet, sind die Forscher der Meinung, dass diese Erkenntnisse einen wichtigen Beitrag zur Früherkennung von Krankheitsrisiken darstellen. Richard Steffery erklärt: „Man könne beispielsweise das Risiko für bestimmte Krankheiten durch spezielle Diäten der schwangereren Frauen verringern.“

Epigenetik beeinflusst die DNA eines Menschen und kann sich so auch auf dessen Gesundheit auswirken. Die Erkenntnis, dass die Veränderungen bereits im Mutterleib beginnen, eröffnet die Möglichkeit für neue Therapien.

Bildquelle: Alena Ozerova/dreamstime.com

Kommentare

5 Kommentare

  • xxcare_bearxx

    Epigenetik ist die Wissenschaft, die sich mit diesen Anlagerungen an der DNA beschäftigt. Hab dadrüber neulich was im Fernsehen gesehen. Ich finde das Thema echt spannend!

    23.07.2012 um 08:24 Uhr
  • Fabifab

    Aber was genau ist denn Epigenetik? Hab vorher noch nie davon gehört...

    23.07.2012 um 08:18 Uhr
  • schmusemausi

    Das heißt, ein Ungeborenes bekommt auch die Gefühlsschwankungen mit und verinnerlicht sie auf der DNA?

    23.07.2012 um 07:38 Uhr
  • hexe0712

    Die Ablagerungen auf der DNA haben nicht nur Einfluss auf die Gesundheit der Kinder. Sie können auch bestimmte Charakterzüge/ Verhaltensweisen, die Neigung zu Übergewicht, psychische Störungen usw. usw. beeinflussen. Dabei lassen sich einige Aspekte sogar bis auf die Erfahrungen der Großeltern zurück führen. Außerdem gibt es drei große Prägephasen: Schwangerschaft, Kleinkindalter und Pubertät. Die Ablagerungen aus dieser Zeit werden von den Eltern an die Kinder weiter gegeben. Ich finde das Thema sehr interessant. Leider ist es viel zu wenig bekannt. Wenn jemand mehr über das Thema wissen möchte, empfehle ich "Liebe lässt sich vererben" von Johannes Huber.

    20.07.2012 um 20:32 Uhr
  • mommolein

    Aber wie kann sich denn etwas an die Gene anlagern? Ich finde das ganze Thema sehr faszinierend!

    20.07.2012 um 16:20 Uhr


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