Kein Vergleich in Köln

Frühchen-Prozess geht weiter

In einer Kölner Klinik musste ein Frühchen sterben, weil es bereits in der 22. Schwangerschaftswoche das Licht der Welt erblickte. Erst ab der 23.-24. Woche hätten die Ärzte dem Kind geholfen. Die Mutter des Kindes erstattete daraufhin Anzeige.

Bereits im Dezember 2011 hatte der Prozess um die Umstände des Frühchen-Todes begonnen (die Mamilounge berichtete: Frühchen gestorben ). Damals schlug das Gericht einen Vergleich zwischen den Prozessparteien, der Mutter des Frühchens und zwei Mitarbeitern des Krankenhauses in Köln-Holweide, vor. Diese Möglichkeit der außergerichtlichen Einigung traf bei der Mutter des verstorbenen Frühchens auf Ablehnung. Mitte März wird der Prozess nun fortgesetzt.

Frühchen kam lebendig zur Welt

Das Frühchen, das von seinen Eltern den Namen Charlotte bekam, war im Juni 2007 lebendig zur Welt gekommen. Die Ärzte hatten es jedoch unterlassen, es mithilfe von medizinischen Maßnahmen am Leben zu erhalten. Man habe ihr das Baby zum Sterben auf den Bauch gelegt und sie habe nicht einmal eine Decke bekommen, um ihr Frühchen zu wärmen, berichtete die Charlottes Mutter. Nach 54 Minuten war die kleine Charlotte schließlich im Beisein ihrer bestürzten Eltern gestorben.

Frühchen könnte noch leben

Lebenserhaltende Maßnahmen, wie Beatmung und ein Brutkasten, hätten dem Frühchen das Leben retten können


Schuldfrage nach Frühchen-Tod

Nachdem die Eltern des so qualvoll ums Leben gekommenen Frühchens den Vergleichsvorschlag des Kölner Landgerichts ausgeschlagen haben, wird der Prozess nun in die zweite Runde gehen. Der Mutter des Kindes, die einen Arzt und eine Hebamme des Kölner Krankenhauses verklagt hat, gehe es nicht um den Erhalt einer Schadenersatzzahlung, sondern darum, grundsätzlich zu klären, ob das medizinische Personal in Holweide fehlerhaft gearbeitet und damit den Tod ihres Frühchens verschuldet habe. Zur Debatte steht dabei grundsätzlich die Frage, ob jedes Frühchen, das lebendig geboren wird, von den Ärzten behandelt werden muss. Hierfür spräche der Artikel 2 Absatz 2 des Deutschen Grundgesetzes, der besagt, dass die körperliche Unversehrtheit und das Leben ausnahmslos jedes Menschen geschützt werden müssen. Der Prozess um die Todesumstände des Frühchens Charlotte wird am 14. März fortgesetzt.

Kommentare (5)

  • SuSiStar am 08.02.2012 um 08:44 Uhr

    Oh mein Gott, ich verstehe nicht wie sowas passieren kann oder muss!? Kann mich mal jemand aufklären in wie fern die Vorschriften den Tod eines Menschen rechtfertigen. Wie grausam und schrecklich für die Mutter, ihr Baby auf ihrem Bauch, ohne es helfen zu können, sterben zu sehen...sprachlos!

  • Morgenrot_HB am 07.02.2012 um 07:56 Uhr

    Oh Gott, das arme Baby. Und die armen Eltern.. Schrecklich sowas..

  • Rosmariechen am 06.02.2012 um 16:41 Uhr

    Das ist echt so heftig, das Frühchen hätte überleben können!

  • bambini_33 am 06.02.2012 um 15:38 Uhr

    Oh man, sowas ist so schlimm =( die arme Mutter!

  • schockimami am 06.02.2012 um 13:45 Uhr

    Ich denke, dass da nicht die Ärzte sondern die Vorschriften schuld sind