Geburtenrate steigt an

Geburten: Trendwende im Kommen

am 05.09.2011 um 16:52 Uhr

Die Geburtenrate in Deutschland ist besser als bislang angenommen. Berechnungen des Max-Planck-Instituts zu Folge liegt die Geburtenrate bei 1,6 Kindern pro Frau.

Kinderarmes Deutschland? Damit ist vielleicht bald Schluss: Berechnungen des Max-Planck-Instituts zu Folge liegt die tatsächliche Geburtenrate deutlich über der vom Statistischen Bundesamt kommunizierten Geburtenziffer – nämlich bei 1,6 statt bei 1,39. Diese Abweichung komme zustande, da das Statistische Bundesamt die zusammengefasste Geburtenziffer, einen vorab berechneten künstlichen Wert, erfasse und nicht die Zahl der tatsächlich geborenen Kinder.

Diese unterschätzt die endgültige Kinderzahl, wenn Frauen immer später Kinder bekommen. Wissenschaftlern ist es nun gelungen, diesen so genannten „Tempo-Effekt“ der immer älter werdenden Mütter aus den Geburtenraten herauszurechnen – mit erfreulichem Ergebnis.

Geburten: Trendwende im Kommen

Geburten: Trendwende zeichnet sich ab


Mehr Geburten ab den 1970er-Jahrgängen

Auch konnten die Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts Anhaltspunkte für eine längerfristige Trendwende finden: „Die Geburtsjahrgänge um 1970 scheinen die Trendwende zu markieren“, so Joshua Goldstein, Forscher beim Max-Planck-Institut für demografische Forschung. Zwar seien die Vorausberechnungen für Jahrgänge nach 1970 mit einiger Unsicherheit behaftet. Die Trendumkehr sei jedoch sehr wahrscheinlich. Als mögliche Gründe für den Aufwärtstrend bei den Geburten nennt Goldstein die Verbesserungen in puncto Familienpolitik.

Die jüngeren Frauen profitieren von einem steigenden Angebot an U3-Kinderbetreuung sowie vom neuen Elterngeld. Allerdings würde die Trendumkehr auch in den internationalen Trend passen, so Goldstein. Auch in anderen europäischen Ländern lasse sich ein leichter Anstieg der Geburten beobachten.

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