Wichtig für die Entwicklung

Glaube an den Osterhasen

am 01.04.2012 um 12:01 Uhr

Ostern steht kurz vor der Tür und die Ostereiersuche ist in den Startlöchern. Doch ist es in Ordnung, seinem Kind vorzumachen, dass der Osterhase die Eier versteckt? Laut Psychologen ja.

Am 8. April beginnt für die Kinder wieder die große Suche. Mit freudigen Augen laufen sie am Ostersonntag durch die Wohnung oder durch den Garten und suchen nach bunten Ostereiern und Osterhasen aus Schokolade. Wenn man sie fragt, wer die Eier und die Überraschungen versteckt hat, bekommt man nur eine Antwort: Der Osterhase! Aber ist es überhaupt sinnvoll, seinem Kind die Geschichte vom Osterhasen vorzugaukeln?

Osterhase gut für die kindliche Entwicklung

Psychologen sprechen sich für die Geschichte vom Osterhasen aus. Der kindliche Glaube an Fantasiegestalten sei durchaus gut für die Entwicklung, erklärt die Psychologin Jacqueline Woolley von der Universität von Texas in Austin. Das rege die Fantasie an und lasse Kinder Möglichkeiten erwägen, die in der realen Welt nicht existierten. Laut Ute Bayen von der Universität Düsseldorf sollten Eltern ein Auge darauf haben, was ihre Kinder gern glauben wollen. Wenn sich alle Freunde im Kindergarten auf den Osterhasen freuen, dann sei es schon schade für ein Kind, wenn es zu Hause zu hören bekommt, dass es ihn doch gar nicht gebe. Die kindliche Begeisterung solle nicht gedämpft werden, findet sie.

Glaube an den Osterhasen hört von alleine auf

Der Osterhase ist ein schöner Glaube für Kinder.

Vom Osterhasen berichten schon Schriften aus dem Jahr 1632.


Mit etwas drei Jahren beginnen die Kinder an Fantasiegestalten wie den Weihnachtsmann und den Osterhasen zu glauben. Wenn die Eltern ihre Vorstellungen dann noch bestärken, verankert sich der Glaube recht fest in die Welt des Kindes, da die Eltern für sie als glaubwürdige Quelle gelten. Das birgt jedoch auch eine gewisse Gefahr für das Vertrauensverhältnis. Die Kinder könnten enttäuscht sein, wenn sie herausfinden, belogen worden zu sein. Deshalb rät Bayen, die Zweifel der Kinder mit kritischen Fragen zu unterstützen. Beispielsweise, ob so ein kleiner Hase überhaupt so viel Ostereier tragen könne. Man solle versuchen, die Situation umzudrehen und das Kind erzählen lassen, woran es glaubt.
Der Glaube an den Osterhasen höre mit dem Alter von ganz alleine auf, weiß Jacqueline Woolley. Die Kinder tauschen sich in der Schule und mit Freunden aus oder wachsen einfach aus dem Glauben heraus.

Kommentare (3)

  • Ich habe nie an einen Osterhasen geglaubt und ich hatte eine blühende Phantasie. Ich glaube, viel wichtiger für die Phantasie sind Bücher und Geschichten.

  • Ich finde das faszinierend. Woher kommt das nur? Dass Menschen sich so Gestalten wie den Osterhasen ausdenken?

  • Ich finde es total schön, wenn sich Kinder den Glauben an so etwas wie den Osterhasen erhalten, das gehört doch zum Kindsein dazu!


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