Eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigt, dass die Ganztagsbetreuung in Grundschulen in vielen Bundesländern immer noch unzureichend ist.

In vielen Bundesländern endet die Betreuung in der Grundschule um 15 Uhr.
Damit ist die Ganztagsbetreuung für Grundschüler nicht gewährleistet und viele Eltern können eine Berufstätigkeit nicht mit der Familie vereinbaren.

Bundesweite Unterschiede der Grundschul-Betreuung

Im Vorschulalter reicht das Betreuungsangebot am Nachmittag bundesweit aus. Dies ändert sich aber, wenn das Kind in die Grundschule kommt, denn dort gibt es nicht genügend Betreuungsangebote. Die Bertelsmann-Studie zeigte, dass sich Unterschiede der Ganztagsbetreuung in der Grundschule abhängig vom Bundesland ergaben. Vor allem im Westen fehle die Betreuung in der Grundschule, während der Osten, ähnlich wie bei Krippen für Kleinkinder, ganz vorn liege. Drei von vier der ostdeutschen Grundschüler nahmen am Nachmittagsangebot teil, während es im Westen nur 21 Prozent seien.

Grundschulen als Ganztagsschulen

Die Betreuung in Grundschulen ist lückenhaft.


Grundschulen als Ganztagsschulen

Die Studie der Bertelsmann-Stiftung kritisiert, dass die Kultusministerkonferenz Grundschulen bereits dann als Ganztagsschulen zählt, wenn sie an nur drei Tagen in der Woche bis drei Uhr nachmittags eine Betreuung anbieten. Studienleiterin Kathrin Bock-Famulla erklärte, dass die Politik damit Augenwischerei betreibe und die Erwartungen der Eltern an den Ausbau der Ganztagsschulen nicht erfüllt seien. Die Studie bemängelte außerdem die Qualität der freiwilligen Nachmittagangebote an Grundschulen, denn für diese gebe es keine Qualitätsstandards für die Ausbildung des Personals oder die Gruppengröße. Bock-Famulla ist der Meinung, dass sich eine schlechte Betreuungssituation in der Grundschule negativ auf die Entwicklung der Kinder auswirken könne.

Die Wirtschaft und die Betreuung an Grundschulen

Nicht nur die Eltern haben ein Problem mit dem Mangel an Ganztagsbetreuung für Schulkinder, sondern auch die Wirtschaft, denn Frauen werden aufgrund des wachsenden Fachkräftemangels am Arbeitsmarkt gebraucht. Laut einer Analyse des Instituts der Zukunft der Arbeit (IZA) könnten 460 000 Mütter, die derzeit nicht berufstätig sind, zurück auf den Arbeitsmarkt kommen, wenn es ein flächendeckendes Angebot an Ganztagsbetreuung an Grundschulen gebe. Die Situation in Horten lässt eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf besser zu, denn ein Hort muss an vier bis fünf Tagen in der Woche bis mindestens 17 Uhr geöffnet sein und muss im Gegensatz zu den Ganztagsschulen eine Ferienbetreuung anbieten.

Kommentare

8 Kommentare

  • kerzenfreund

    In den Grundschulen muss definitiv noch einiges getan werden, aber eigentlich im gesamten Betreuungssystem in Deutschland.

    22.12.2011 um 14:15 Uhr
  • ecologico

    Ich finde auch, dass in der Betreuung in der Grundschule was getan werden muss.

    21.12.2011 um 11:12 Uhr
  • valeriamama

    Die Schulen können doch auch nicht alles auffangen. Es sollte einfach noch viel mehr andere Betreuungsangebote außerhalb der Grundschule geben!

    20.12.2011 um 09:17 Uhr
  • kaesetorten

    Ich glaube auch, dass in der Betreuung in Grundschulen noch viel passieren muss, damit eine Mutter wieder normal arbeiten gehen kann.

    19.12.2011 um 16:46 Uhr
  • Greenbubbletea

    Ja, nur in den Grundschulen reicht bei weitem nicht aus! Da muss echt noch viel passieren in Deutschland...

    19.12.2011 um 13:23 Uhr
  • bellISAma

    Das Angebot muss meiner Meinung nach auch an Weiterführendenschulen ausgebaut werden. Ich finde nicht, dass ein Kind, dass in die 5. Klasse geht den ganzen Nachmittag alleine verbringen kann. Zumindest in den unteren Klassen muss da auch noch etwas getan werden.

    19.12.2011 um 12:50 Uhr
  • WhiteCranberry

    Aber gibt es denn überhaupt soviel Personal, dass man das an den Grundschulen umsetzen kann? Ich dachte, es herrscht eher Lehrermangel momentan...

    19.12.2011 um 11:15 Uhr
  • bonsaiii

    Ich finde es auch sehr wichtig, dass das Betreuungsangebot an Grundschulen wächst. Was bringt es mir, wenn mein Kind in einer Krippe ist und ich arbeiten gehen kann, dann aber ein paar Jahre später nicht weiß, wie ich das hinbekommen soll..

    19.12.2011 um 10:22 Uhr


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