Eine Leipziger Studie hat ergeben, dass das Schwangerschaftshormon hCG nicht nur vom frühen Embryo produziert wird, sondern stets auch von der mütterlichen Gebärmutterschleimhaut. Dieses körpereigene hCG gibt wichtige Hinweise auf den Schutzzustand des Embryos. Innovations-report.de berichtet.

HCG (humanes Choriongonadoprin) ist ein Hormon, das normalerweise nur vom frühen Embryo gebildet wird und essentiell für den Schutz der frühen Schwangerschaft ist. Wissenschaftler der Universität Leipzig haben nun herausgefunden, dass eine gesunde Gebärmutterschleimhaut ab der zweiten Zyklushälfte ebenso hCG freisetzt. Dieses eigene hCG unterstützt die Einnistung und wird während der gesamten Schwangerschaft weitergebildet.

Körpereigenes hCG wehrt Fremdkörper ab

Das hCG der Gebärmutterschleimhaut unterscheide sich vom hCG des Embryos, da es nicht nur Zellinformationen enthält und zur Blutgefäßbildung beiträgt, sondern auch Fremdkörper abwehrt, so Prof. Dr. Henry Alexander und Dr. Gerolf Zimmermann in ihrer Publikation.HCG sei somit essentiell für den Erhalt der Schwangerschaft.

Eine Studie der Leipziger Professoren gibt wichtige HInweise für die Verbesserung der vorgeburtlichen Vorsorge.

Niedrige hCG-Werte weisen auf Schwangerschaftskomplikationen hin.


Durch die Untersuchung des körpereigenen hCG könnte man somit den aktuellen Schutz des ungeborenen Kindes ermitteln: „Während einer gesunden Schwangerschaft wird der Embryo 40 Wochen im Mutterleib in der Gebärmutter vor dem Immunsystem verborgen und versorgt, ohne abgestoßen zu werden. Wir glauben, dass das in der Gebärmutterschleimhaut gebildete hCG Gen 7 und 6 dem Embryo eine Art Schutzmantel bietet und aggressive Immunzellen des Körpers […] zur Rückbildung bringt.“, erklärt Dr. Zimmermann.

Körpereigenes hCG: Schwangerschaftskomplikationen können leichter erkannt werden

Fällt die hCG-Produktion der Gebärmutterschleimhaut auf einen gefährlich niedrigen Wert, kann dies ein wichtiger Hinweis für eine Abstoßungsreaktion der Gebärmutter sein. Bei frühzeitiger Erkennung des hCG-Abfalls könne ein Ersatzstoff die Schwangerschaft erhalten, so die Mediziner. Ebenso wird das Beta-hCG in Zukunft auch für die künstliche Befruchtung eine tragende Rolle spielen: Durch eine hCG-Untersuchung vor dem Embryotransfer lassen sich die Chancen auf eine erfolgreiche Einnistung viel genauer bestimmen.

Somit haben die beiden Mediziner mit der Entdeckung der körpereigenen hCG-Produktion einen Meilenstein in der Pränataldiagnostik gesetzt: Sie haben einen Biomarker entdeckt, mit dem Schwangerschaftsstörungen frühzeitiger erkannt und therapiert werden können.

Bildquelle: Astroid / Dreamstime.com

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Vorsorge

Kommentare

1 Kommentar

  • utesagthallo

    Das ist ja toll, da kann man ja vielleicht Frauen helfen, die zu wenig hCG haben!

    25.05.2012 um 16:39 Uhr


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