Ein niedriges Einkommen und hohe Versicherungsprämien machen freiberuflichen Hebammen das Leben schwer. Doch jetzt sollen sie mehr Unterstützung vom Gesundheitsministerium bekommen. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr will sich stärker für eine wohnortnahe Versorgung werdender Mütter einsetzen.

Hohe Versicherungsprämien für Hebammen

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr hat zugesagt, sich künftig stärker für eine bessere Unterstützung freiberuflicher Hebammen einzusetzen. Wie er gegenüber der Süddeutschen Zeitung angab, ist ihm eine wohnortnahe Versorgung sehr wichtig.
Mit ihrer Berufs-Haftpflicht-Versicherung sichern sich Hebammen unter anderem für den Fall ab, dass bei einer Geburt etwas schief geht und Mutter oder Kind einen Schaden davon tragen. Dafür Zahlen sie jedoch einen hohen Preis. Die Versicherungsprämie für Hebammen soll laut der Welt in diesem Sommer auf über 4200 € steigen. Das Einkommen der Hebammen, welches seit Jahren nur wenig steigt, liegt aber jährlich bei nur knapp 24000 €. Noch 2004 lagen die Versicherungsprämien bei nur 450 €. Dieser enorme Anstieg ist ein Grund dafür, dass immer mehr Hebammen sich dafür entscheiden, festangestellt in einer Klinik zu arbeiten, anstatt freiberuflich tätig zu sein.

Hebamme mit Mutter und Kind

Eine Hebamme bei der Arbeit


Immer weniger Hebammen für die Versorgung zu Hause

Etwa Dreiviertel aller Kinder in Deutschland werden unter der Obhut von Hebammen in einer Klinik geboren. Für die Geburten die nicht in einer Klinik, sondern zum Beispiel bei der Mutter zuhause stattfinden, ist die Versorgung durch Hebammen hingegen schlecht. Hinzu kommt, dass freiberufliche Hebammen sich wegen des Risikos, dass etwas passieren könnte, immer häufiger dazu entscheiden, nicht bei der eigentlichen Geburt dabei zu sein. 2010 standen hierfür nur noch 3000 Hebammen, also etwa ein Fünftel aller Geburtshelferinnen in Deutschland, zur Verfügung. Der Rest begleitet die Mutter nur während der Schwangerschaft und auch später im Wochenbett. Durch die bessere Unterstützung der freiberuflichen Hebammen möchte Bahr die Versorgung wieder verbessern.

Bildquelle: Monkey Business Images / Dreamstime.de

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Vorsorge

Kommentare

2 Kommentare

  • floriettaa

    Boah, das ist ja ein krasses Missverhältnis bei Einkommen und Versicherungsprämien der Hebammen!

    08.05.2012 um 10:45 Uhr
  • oemellie

    Hebammen brauchen wirklich mehr Unterstützung! Ich finde es schlimm, dass gerade diese sozialen Berufe so einen schlechten Stand haben.

    09.05.2012 um 09:18 Uhr


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