Eine neue Studie sieht den Grund für Internetsucht in einer Mutation eines bestimmten Gens im Gehirn. Forscher der Universität Bonn und des Zentrums für seelische Gesundheit befragten 843 Männer und Frauen zu ihren Internet-Nutzungsgewohnheiten über mehrere Jahre. Frauen sind laut dieser Untersuchung von dieser Sucht weitaus häufiger betroffen als Männer.

Über mehrere Jahre hinweg hatte die Uni Bonn und das Zentrum für seelische Gesundheit eine Studie zum Thema Internetsucht mit 843 Personen durchgeführt.132 der 843 Personen zeigten laut Auswertung der Studie einen deutlich stärkeren Hang zur Internetsucht als der Rest der Gruppe. Interessant ist, dass vor allem bei Frauen eine Veränderung einer bestimmten Gehirnregion in Zusammenhang mit der Internetsucht nachgewiesen werden konnte.

Internetsucht ist molekulargenetisch bestimmt

Forscher fanden heraus, dass der Grund für Internetsucht genetische Ursachen hat. Frauen sind dabei stärker betroffen als Männer.


Internetsucht: Ursache ist Genmutation im Gehirn

Schätzungsweise 560.000 Menschen in Deutschland gelten laut einer Studie des Bundesgesundheitsministeriums als internetsüchtig. Die Internetsucht sei ähnlich wie die Nikotin- oder Alkoholabhängigkeit auf molekulargenetische Zusammenhänge zurückzuführen. Grund für die Internetsucht ist laut Forschern eine Mutation am Gen CHRNA4. Diese sorgt dafür, dass eine Untereinheit an einer Andockstelle für den Transmitter Acetylcholin verändert wird. Dieser aktiviert das Belohnungssystem des Gehirns.
Wenn sich diese vorläufigen Studien-Ergebnisse in naher Zukunft durch weitere Studien bestätigen lassen, könne die Mutation des CHRNA4 Gens helfen, das Internet-Suchtverhalten besser zu behandeln und zu diagnostizieren, so die Forscher der Universitäten Bonn und Mannheim in einem Interview mit dem Fachmagazin „Journal of Addiction Medicine.

Die genauen Zusammenhänge zwischen Internetsucht und dem geschlechtsspezifischen genetischen Befund müssen noch weiter erforscht werden. Interessant ist dennoch, dass Internetsucht auf genetische Ursachen zurückzuführen ist. Vielleicht setzen Ärzte und Forscher bei der Prävention von Internetsucht in Zukunft auf Gentherapie.

Bildquelle: Rolffimages/ dreamstime.com

Kommentare

4 Kommentare

  • Brenezel

    Kann mir nicht vorstellen, dass das genetisch bedingt sein soll, das wird doch eher davon beeinflusst wie viel Zeit man hat und wie man die halt verbringt...

    05.09.2012 um 08:42 Uhr
  • hanniesmami

    Verrückt, dass Mutationen Internetsucht oder andere Auchtanfälligkeiten auslösen können.

    04.09.2012 um 07:38 Uhr
  • lisaausu

    Das Internetsucht vermehrt bei Frauen vor kommt hätte ich auch nicht gedacht, aber wenn man so drüber nachdenkt ergibt es schon Sinn. So viele Online-Shops, Facebook, Twitter, usw. da kann man sich schon vorstellen,dass es zur Internetsucht kommt :D

    03.09.2012 um 12:47 Uhr
  • kuschli345

    Das ist interessant, dass Internetsucht vor allem bei Frauen vorkommt. Hätte auch eher gedacht bei Männern. Aber wahrscheinlich spielen da Facebook und Co. bei der Nutzung eine wesentliche Rolle.Männer sind ja eher in Online Games aktiv. :)

    03.09.2012 um 09:29 Uhr


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