Impfung gegen Masern

Kinderärzte wollen Impfnachweis für Kitas

am 12.05.2012 um 12:41 Uhr

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte fordert einen Impfnachweis für Kinder in öffentlichen Kindertagesstätten, da es immer wieder zu lokalen Masernausbrüchen in Deutschland kommt.

„Der erneute Masernausbruch in NRW, Bayern und Berlin hat gezeigt, dass die bisherigen Impfkonzepte nicht genügend wirken. Wir brauchen verbindliche Regeln, die sichern, dass alle Kinder vor der Aufnahme in staatlich geförderte Kindertageseinrichtungen einen altersgemäßen Impfschutz nachweisen, dass sie also entsprechend den aktuellen Empfehlungen der STIKO, die den wissenschaftlichen Standard in Deutschland darstellen, geimpft sind, sofern keine medizinischen Kontraindikationen für eine Impfung vorliegen“, sagte Dr. Wolfram Hartmann, der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland.

Masern verursachen, anders als harmlose Kinderkrankheiten, gefährliche Nebenwirkungen, die lebensbedrohliche Folgen haben können. Deshalb empfiehlt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte jährliche Vorsorgeuntersuchungen und einen Nachweis bestimmter Schutzimpfungen. Nur so könne man den Ausbruch von Masern verhindern.

Masern-Impfung für Kita-Besuch

Impfen gegen Masern?


„Es kann nicht sein, dass in unserem hoch entwickelten Land heute noch Kinder an Masern sterben“, betonte Ursel Lindelbauer-Eisenach, Mitglied der Ständigen Impfkomission. Gegen Masern, Röteln und Windpocken empfiehlt die Stiko zwei Impfungen, die im ersten Lebensjahr erfolgen sollten.

Auch die wachsende Zahl psychosozialer Entwicklungsprobleme zeigt, dass in der Politik die Belange der Jüngeren stärker einbezogen werden müssen. „Warum haben wir einen Wehrbeauftragten der Bundesregierung, aber immer noch keinen antragsberechtigten Kinderbeauftragten“, fragte Ulrich Fegeler, der Sprecher des Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte.

Viele Eltern wollen ihre Kinder aufgrund der Nebenwirkungen und Spätfolgen nicht gegen Masern impfen lassen. Die Impfung gegen Masern ist umstritten, da sie keinen Schutz garantiert und Kinder, die Masern durchgemacht haben, ihr Leben lang geschützt sind. Bei Säuglingen verläuft die Krankheit besonders schwer. Eine Mutter, die Masern hatte, kann im Gegensatz zu einer geimpften Mutter ihrem Baby einen zuverlässigen Nestschutz geben. Fünf bis zehn Prozent der Geimpften verlieren vermutlich ihren Schutz bis zum Erwachsenenalter. Deshalb wollen die Behörden die Krankheit durch hohe Impfraten ausrotten.

Bildquelle: Anatoliy Samara/ Dreamstime.com

Kommentare (2)

  • utesagthallo am 24.05.2012 um 16:35 Uhr

    Aber die Impfung gegen Masern ist ja auch nicht ohne!

  • Athene_ am 13.05.2012 um 10:59 Uhr

    Find ich sehr gut. Bin dafür.