Kinderkleidung enthält Giftstoffe

Alarmierende Ergebnisse

Kinderkleidung enthält Giftstoffe

am 15.01.2014 um 12:22 Uhr

Viele Eltern erwarten, dass teure Kinderkleidung von führenden Marken mit weniger Schadstoffen belastet ist als günstige Anziehsachen für Kinder. Weit gefehlt: Wie eine aktuelle Studie von Greenpeace zeigt, enthalten auch teure Markenprodukte für Babys und Kinder erschreckend viele gefährliche Chemikalien.

Auch Markenkleidung für Kinder ist schadstoffbelastet

Nachdem die Umweltorganisation Greenpeace bereits mehrfach auf die Schadstoffbelastung im Bekleidungsbereich hingewiesen hatte, testete sie im Sommer 2013 gezielt Kleidung für Kinder auf gefährliche Chemikalien. Hierzu kaufte Greenpeace in 25 verschiedenen Ländern bzw. Regionen insgesamt 82 Textilprodukte für Kinder ein, die in mehr als 12 unterschiedlichen Ländern hergestellt worden waren. Dabei wurden sowohl Fast-Fashion-Marken wie C&A, Disney, GAP, H&M und Primark als auch Luxusmarken wie Burberry unter die Lupe genommen. Ebenso fanden Sportbekleidungsmarken wie Adidas, Nike und Puma Beachtung. Alle Textilprodukte wurden im Greenpeace-Forschungslabor an der Universität Exeter in Großbritannien gründlich untersucht. Die Ergebnisse der Studie wurden nun unter dem Titel „Kleine Monster im Kleiderschrank“ veröffentlicht.

Ob günstig oder teuer – Kleidung für Kinder enthält zahlreiche Schadstoffe

Die Forscher, die die Kinderbekleidung im Auftrag von Greenpeace untersuchten, konnten zahlreiche gefährliche Schadstoffe nachweisen. So enthielten mehr als die Hälfte aller getesteten Artikel Nonylphenolethoxylate (NPE) – von jeder Marke, also auch vom Luxuslabel Burberry, war mindestens ein Artikel betroffen. Auch Phthalate konnten an 33 von 35 Proben mit Plastisol-Aufdrucken nachgewiesen werden. Ein in Deutschland verkauftes Primark-T-Shirt enthielt sogar 11 Prozent dieser hormonell wirksamen Weichmacher und lag damit weit über den Werten, die in der EU für Spielzeug und Kinderpflegeprodukte als zulässig gelten. Diese Verordnungen gelten jedoch nicht für Kinderkleidung. Den höchsten Wert im Bereich zinnorganischer Verbindungen erzielte ein Sportschuh von Puma, wobei der festgestellte Wert weit über dem Grenzwert lag, den Puma selbst in seiner Schadstoff-Ausschlussliste angibt. Alle Artikel enthielten zudem eine oder mehrere PFC (perfluorierte Chemikalien) und in allen 36 Produkten, die Gewebe aus Polyester enthielten, konnte Antimon – ein gesundheitsschädliches und umweltgefährdendes Halbmetall – nachgewiesen werden.

Eine neue Greenpeace-Studie zeigt, wie schadstoffbelastet Kinderkleidung ist

Kleidung für Kinder enthält zahlreiche schädliche Chemikalien


Hersteller von Kinderbekleidung in der Pflicht

Greenpeace fordert nun von den großen Textilunternehmen, auf die Eliminierung von Gefahrstoffen im Bereich Kinderbekleidung und der Industrie im Allgemeinen hinzuarbeiten, um eine giftfreie Zukunft für kommende Generationen zu gewährleisten. Inzwischen haben sich 18 große Bekleidungsunternehmen, darunter auch Marken wie H&M und Puma, öffentlich dazu verpflichtet, ihre Lieferkette zu entgiften. Darüber hinaus ist aus Sicht der Organisation auch die Politik gefragt, Richtlinien und Verordnungen zu erlassen, die langfristig zur Vermeidung giftiger Chemikalien und somit auch zu unbelasteter Kleidung für Kinder führen.

Wie eine nun veröffentlichte Studie der Umweltorganisation Greenpeace belegt, ist Kinderkleidung stark durch giftige Chemikalien belastet. Hinsichtlich der Schadstoffbelastung machte weder die Marke noch der Preis oder das Herstellungsland der Kleidungsstücke einen Unterschied. Sowohl in Kleidungsstücken von Fast-Fashion-Marken wie C&A und H&M als auch in Kinderkleidung von Luxusmarken wie Burberry oder angesehenen Sportmarken wie Adidas konnten die Wissenschaftler Schadstoffe nachweisen. Greenpeace fordert alle großen Textilunternehmen dazu auf, in Zukunft auf die Eliminierung chemischer Giftstoffe hinzuarbeiten.

Bildquelle: Iakov Filimonov/Thinkstock


Kommentar (1)

  • Nadine1234 am 17.01.2014 um 12:44 Uhr

    Na, was soll man machen...allle Kinderkleidung selbst stricken geht auch nicht.

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