Gehirnschäden durch Kopfball

Kopfball schadet

am 04.12.2011 um 11:19 Uhr

Seit langem gibt es Diskussionen darüber, ob Kopfbälle Hirnschäden verursachen oder nicht. US-Forscher haben nun herausgefunden, wie ungesund die Annahme eines Kopfballes sein kann.

Die Annahme eines Kopfballs soll Schäden im Gehirn verursachen, die langfristig erhebliche Beeinträchtigungen des Denkvermögens zur Folge haben. In den USA haben Forscher der Yeshiva University in New York nun eine Studie zu diesem Thema durchgeführt. Die Forscher stellten fest, dass Amateurfußballer, die häufig einen Ball mit dem Kopf annehmen, Anzeichen eines Schädel-Hirn-Traumas aufwiesen. Die Ergebnisse wurden auf dem Kongress der Nordamerikanischen Radiologen-Gesellschaft vorgetragen.

Kopfball schädigt Gehirn

Die Forscher um Michael Lipton hatten für ihre Studie 38 Männer untersucht. Alle spielten seit ihrer Kindheit Amateurfußball. Sie wurden nach der Anzahl von Kopfbällen befragt, die sie jährlich annehmen. Die Forscher untersuchten zudem die Nerven und das Gewebe im Gehirn der Fußballer. Mit Hilfe der diffusionsgewichteten Magnetresonanztomografie (MRT) stellten sie fest, dass die Kopfbälle nicht ohne Folgen bleiben. Amateurfußballer, die besonders häufig einen Kopfball spielten, wiesen Schäden in fünf verschiedenen Bereichen des Gehirns auf. Darunter befanden sich Areale, die für die Aufmerksamkeit, das Gedächtnis und die Verhaltenssteuerung von großer Bedeutung sind. Ähnliche Gehirnschäden findet man sonst nur nach einem Schädel-Hirn-Trauma, also nach einer schweren Gehirnerschütterung. Meist findet man solche Traumata bei Patienten nach einem Verkehrsunfall.

Schädigung hängt von Menge der Kopfbälle ab

Die Stärke der Schäden hängt mit der Anzahl der gespielten Kopfbälle zusammen. Erst bei 1.000 bis 1.500 Kopfbällen pro Jahr, sprich bei drei bis vier täglichen Kopfbällen, treten Beeinträchtigungen des Nerven- und Gehirngewebes auf. Eine solche Menge ist zwar bei einem Hobbyfußballer eher unwahrscheinlich, trotzdem wurde damit die Aussage des britischen Sportmediziners Paul McCrory widerlegt. McCrory war 2003 davon ausgegangen, dass ein Kopfball nicht genügend Wucht hat, um Schäden zu verursachen. Nicht die Wucht eines Kopfballs ist jedoch für die Schäden verantwortlich, erst die Anzahl der Kopfbälle löst eine Kette von Reaktionen im Gehirn aus.

Kopfbäller können das Gehirn irreparebe schädigen.

Kopfbälle können bei Fußballern starke Gehirnschäden hervorrufen. US-Forscher fanden heraus, dass Amateurfußballer ähnliche Schäden wie bei einem Schädel-Hirn-Trauma aufwiesen.


Kopfball-Reglement für Kinder

Eine norwegische Studie aus dem Jahr 2005 zeigt, dass nicht alle Fußballer unter Gehirnschäden leiden. Forscher untersuchten 290 Profifußballer. Bei ihnen konnte keine Beeinträchtigung des Gehirns festgestellt werden. Forscher vermuten, dass Profispieler genau wissen, wie und wann sie einen Kopfball annehmen müssen und deshalb die Schäden sehr gering bleiben. Michael Lipton fordert besonders im Kindesalter ein Kopfballreglement. Die Anzahl der Kopfbälle soll auf ein Minimum festgelegt werden, um Schäden vorzubeugen. Ein ähnliches Reglement gibt es in der Kinderbaseballliga. Die Anzahl der Schläge wurde im Regelwerk festgelegt, damit Schulterverletzungen vorgebeugt werden.

Kommentar (1)

  • rosabienchen am 05.12.2011 um 15:48 Uhr

    Wow, das hätte ich jetzt nicht gedahct, dass Kopfbälle so krasse Folgen haben können