Lange Geburt durch Angst

Längere Wehen durch Angst

am 14.08.2012 um 10:37 Uhr

Was große Furcht vor der Entbindung bei schwangeren Frauen auslösen kann, belegt nun eine Studie der Universität Oslo. Diese fand heraus, dass Angst vor der Geburt die Wehen deutlich verlängert. Dabei warteten 2200 ängstliche Frauen länger auf ihr Kind als nicht ängstliche. Im Durchschnitt dauerte der Geburtsvorgang 47 Minuten länger.

Schwangere erleben längere Wehen, sobald sie ängstlich sind, berichtet die Apotheken Umschau. Zudem seien doppelt so häufig Kaiserschnitte durchgeführt und zusätzlich zusätzlich Instrumente bei der Geburt eingesetzt werden als bei Frauen, die weniger Angst vor der Geburt hatten.

Angst vor Wehen ist zweithäufigste Angst bei Geburten

Die größte Angst bei einer Entbindung vieler Frauen gilt dem Kind. Frauen fürchten bei der Geburt ihr Baby zu verlieren oder haben Angst, dass dieses an einer Missbildung oder an einer Krankheit leidet. Erst an zweiter Stelle steht die Angst vor den Wehen und dem Geburtsschmerz. Gefolgt von Ungewissheit, Alleinsein und Kontrollverlust. Die Angst bei schwangeren Frauen vor einer Geburt hat stark zugenommen, obwohl sich medizinische Versorgung , Hygiene und Ernährung stark verbessert haben, so Hebamme und Diplom- Pädagogin Lioba Zeine. Ein längerer Geburtsvorgang ist medizinisch aber nicht problematischer. Laut Studie schafften 89 Prozent der Ängstlichen eine Vaginalgeburt, davon 25 Prozent sogar ohne jegliche Eingriffe.

Die Geburt dauer bei ängstlichen Frauen durchschnittlich 47 Minuten länger

Viele ängstliche Frauen benötigen psychische Unterstützung bei der Entbindung


Hebammen und Ärzte können Wehen und Ängste lindern

Den Geburtsvorgang können Ärzte und Hebammen mitbestimmen, indem sie die Ängste und Befürchtungen vieler werdenden Mütter nehmen. Bei der Geburt ginge es laut Studienleiterin Samantha Salvesen Adams nicht um die Persönlichkeit der Schwangeren, sondern um die Ärzte und Hebammen, die die Wehenschmerzen der Gebärenden lindern können.. Deshalb sei es gut, wenn Ärzte über die Ängste der Entbindenden informiert seien. Außerdem sollten sich Frauen ihren Ängsten vor den Wehen oder vor einer Komplikation bei der Geburt bewusst werden, so Adams. Das Abbauen der Ängste gelinge allerdings nur durch entsprechende Vorkehrungen. Deshalb sei es ratsam, dass sich Frauen vorab beispielsweise über Wehen oder über mögliche Komplikationen bei der Geburt informieren.

Auch wenn eine längere Geburt medizinisch nicht zwangsläufig problematischer ist, sind die Ergebnisse der Studie dennoch alarmierend. Schwangere sollten deshalb mehr psychologische Unterstützung vor der Geburt bekommen.

Bildquelle: dreamstime.com

Kommentare (8)

  • mimmieva am 15.08.2012 um 16:12 Uhr

    Das ist ja oft so, dass Angst etwas noch schlimmer macht.

  • marisafari222 am 15.08.2012 um 07:35 Uhr

    Das mögen zwar die schlimmsten Schmerzen sein, aber wenn man das erste mal sein Kind in den Armen hält, sind die Wehen auch wieder vergessen. Also da mache ich mir keine Sorgen! ;-)

  • arianetm am 14.08.2012 um 22:44 Uhr

    also ich fand die wehen richtig schlimm! und entgegen der gängigen meinung dass es beim zweiten kind schneller geht, denke ich, dass es bei mir genau andersherum sein wird, da ich ja weiss was auf mich zukommt und ich eine wahnsinns angst entwickeln werde. für mich war das das schlimmste was ich jemals gefühlt habe... ich hätte nen mord gestanden, wäre die geburt eine folter gewesen. :(

  • Zuckerwattemami am 14.08.2012 um 14:35 Uhr

    Auch wenn das vielleicht blöd klingt, aber ich denke die Angst vor den Wehen und Schmerzen kommt durch Filme, in denen Geburtsszenen dargestellt werden und die Frauen schreien wie am Spieß. Es wird so übertrieben dargestellt und jede Frau, die noch keine Kinder hat denk sich, dass es wirklich höllisch weh tun muss, dabei ist es nur halb so schlimm wie Hollywood es uns präsentiert. Ich habe nicht wie am Spieß geschrieen :D

  • chrissychini7 am 14.08.2012 um 13:47 Uhr

    Bei einem Kaiserschnitt spürt man doch garnichts von der eigentlichen Geburt. Das ist doch nur ein operativer Eingriff. Da nimmt man doch die Wehen in Kauf und spürt, wie sein Kind auf die Welt kommt

  • linda2444 am 14.08.2012 um 11:05 Uhr

    Sehe ich auch so! Wenn man das erste Mal sein Kind auf dem Arm hält, sind die Wehen und alle anderen Schmerzen längst vergessen. Für mich war es das schönste Gefühl das es gibt!:-)

  • Sweet_Kira am 14.08.2012 um 09:47 Uhr

    Selbst, wenn die Wehen schlimm sind, nach der Geburt ist das alles sofort vergessen, wenn du dein Kind in den Armen hältst :)

  • urmelausdemeis8 am 14.08.2012 um 09:33 Uhr

    Vor den Wehen und der Geburt an sich habe ich auch richtig Angst! Das tut bestimmt total weh! Am liebsten würde ich direkt einen Kaiserschnitt bekommen wollen.