Nutzen nicht erwiesen

Plazentophagie hat laut neuer Studie keinen medizinischen Vorteil

Viele Stars haben es gemacht und liegen damit voll im Trend: Plazentophagie, die Praxis, nach der Geburt die Plazenta zu verspeisen, ist beliebt wie nie zuvor. Die vielen Vorteile, die der fragwürdige Trend haben soll, waren bisher jedoch nicht erforscht. Eine neue Studie sagt jetzt, dass es keinen erwiesenen Nutzen hat, den Mutterkuchen zu essen.

Studie stellt klar, dass Plazentophagie keinen gesundheitlichen Vorteil bringt

Nicht nur die meisten Säugetiere tun es, sondern seit einer Weile auch wieder mehr Frauen. Nachdem Stars wie Gaby Hoffman, January Jones und ein paar der Kardashians es vorgemacht haben, wurde das Interesse an der Plazentophagie, dem Essen des Mutterkuchens in roher, gekochter oder in Pillenform, bei werdenden Müttern auf der ganzen Welt beliebter. Die Plazenta solle frischgebackenen Müttern nach der Geburt Eisen und Hormone zurückgeben, bei der Milchbildung helfen, einer postpartalen Depression vorbeugen und sogar die Haut geschmeidiger machen. Klingt doch eigentlich ganz gut, oder? Wissenschaftlich bewiesen ist jedoch keiner dieser positiven Effekte der Plazentophagie, wie nun eine Studie der Northwestern University herausstellte.

Plazentophagie: Nach der Geburt essen viele Frauen den Mutterkuchen

Eine Studie hat befunden, dass es keine medizinischen Vorteile der Plazentophagie gibt.

Plazentophagie: Studie vergleicht Ergebnisse von zehn Publikationen

Die Verfechter der Plazentophagie sind sich einig, dass es nur Vorteile haben kann, wenn eine Frau nach der Geburt Teile des Mutterkuchens zu sich nimmt. Schließlich tun Tiere dies instinktiv auch. Dennoch gab es in der Vergangenheit immer wieder Gegner der Praxis, die zu Bedenken gaben, dass die Plazenta im Mutterleib dazu dient, Schadstoffe zu filtern, damit sie den Körper des ungeborenen Babys nicht belasten. Deshalb sei es riskant, diese nach der Geburt zu sich zu nehmen. Während diese beiden Lager also immer wieder auf ihre Einschätzung der Vor- und Nachteile pochen, ließen wissenschaftliche Beweise für die Effekte der Plazentophagie auf sich warten. Die Northwestern University nahm die gestiegene Nachfrage am Essen der Plazenta als Anlass, diverse Publikationen zu dem Thema einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Nach eingehendem Studium stellte das Team unter der Leitung von Cynthia Coyle fest, dass es keine medizinischen Vorteile der Plazentophagie gibt und dass sie sogar mit einigen Risiken einhergeht.

Risiken der Plazentophagie

In der nun im „Archives of Women`s Mental Health“ veröffentlichten Studie geben die Wissenschaftler zu bedenken, dass es „keine Regulierungen gibt, wie die Plazenta aufbewahrt und zubereitet wird“, und dass auch die Dosierung „inkonsistent“ ist. Dadurch kann es für die Frauen sogar zu Risiken kommen. „Unser Eindruck ist, dass Frauen, die sich für Plazentophagie entscheiden, die aber ansonsten sehr vorsichtig sind, was sie während der Schwangerschaft und Stillzeit zu sich nehmen, bereit sind, etwas ohne Beweise für seine Vorteile und vor allem für seine möglichen Risiken für sich selbst und die gestillten Babys zu essen“, gibt Cynthia Coyle zu bedenken. Viele Ärzte raten jedenfalls davon ab, Plazentophagie zu betreiben.

Auch wenn es immer mehr zum Trend wird, nach der Geburt die Plazenta zu essen, gab es bisher keine wissenschaftlichen Beweise für die angeblichen Vorteile der Plazentophagie. Eine Studie der Northwestern University hat nun jedoch herausgearbeitet, dass die positiven Effekte medizinisch nicht nachweisbar sind und es sogar Risiken haben kann, den Mutterkuchen zu verspeisen.

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