Neue Studie aus Amerika

Pubertät erfolgt im Tiefschlaf

am 21.09.2012 um 16:02 Uhr

Forscher der Harvard-Universität in Boston fanden nun in einer Studie heraus, dass die Tiefschlafphase in der Pubertät eine wichtige Rolle spielt. Das Gehirn schüttet Hormone aus, die das Fortpflanzungssystem aktivieren. Schlafstörungen oder Schlafmangel bei Jugendlichen können demnach die normale Reifung in der Pubertät beeinträchtigen.

Die ersten Hormonschübe, die den Beginn der Pubertät einleiten, finden überwiegend im Tiefschlaf statt. Das haben nun amerikanische Forscher in einer Studie ermittelt. Für die die normale Reifung in der Pubertät ist es wichtig, dass Kinder und Jugendliche genügend, ungestörten Schlaf bekommen. „Falls die Teile des Gehirns, die das Fortpflanzungssystem aktivieren, auf Schlaf angewiesen sind, könnten Schlafmangel oder Schlafstörungen die normale Reifung in der Pubertät beeinträchtigen“, sagt Natalie Shaw, Medizinerin der Harvard-Universität in Boston.

Gesunder Schlaf fördert die Reifung in der Pubertät

Schlafmangel und Schlafstörungen gefährden eine normale Reifung in der Pubertät


Pubertät: Neueste Forschungsergebnisse

Sobald das Gehirn das Luteinisierende Hormon (LH) und weitere Hormone ins Blut ausschüttet, kann man vom Beginn der Pubertät sprechen. Durch die Hormone im Blut werden wiederum die Eierstöcke beziehungsweise die Hoden zur Produktion von Geschlechtshormonen veranlasst. Bereits in früheren Studien konnten Hinweise darauf gesammelt werden, dass die ersten Hormonschübe der Pubertät im Schlaf erfolgen. In der neuesten Studie überwachten Forscher der Harvard-Universität in Boston 15 Nächte lang neun Kinder in einem Schlaflabor. Dabei wurden den Kindern, im Alter von 9 bis 16 Jahren, alle 10 Minuten etwas Blut abgenommen. Anhand der entnommenen Proben konnten die Forscher 58 Hormonschübe registrieren, bei denen die Konzentration des Luteinisierenden Hormons im Blut immer weiter anstieg. 30 dieser Hormonschübe fanden in der Phase des Tiefschlafs statt, in der langsame und kräftige Gehirnwellen überwiegen, während die Muskeln fast völlig erschlafft sind. Die übrigen Hormonschübe verteilten sich auf drei weitere Schlafphasen sowie auf die Wachphase, berichteten die Forscher im „Journal of Clinical Enocrinology and Metabolism“.

Pubertät: Tipps für Eltern

Die Pubertät ist sowohl für Jugendlichen als auch für Eltern eine schwierige Phase. Stimmungsschwankungen, Trotzphasen, die schnelle Veränderung des Körpers und die wachsende sexuelle Neugierde sind nur einige Faktoren, die Jugendlichen und Eltern in der Pubertät Schwierigkeiten bereiten. Eltern sollten darauf achten ruhig mit den Veränderungen in der Pubertät umzugehen und ihren Kindern genügend Freiräume zu lassen. Wichtig ist darauf zu achten, dass ihre Kinder in der Pubertät genügend Schlaf bekommen und vor allem in der Tiefschlafphase nicht gestört werden. Forscher raten zu mindestens achteinhalb Stunden Schlaf in der Pubertät. Optimal wären jedoch neun Stunden, denn nicht nur das Fortpflanzungssystem reift in der Pubertät, sondern auch das Gehirn entwickelt sich stark weiter.

Kinder und Jugendliche sollten einen ausreichenden und ungestörten Schlaf haben. So kann sichergestellt werden, dass die normale und gesunde Reifung in der Pubertät nicht beeinträchtigt wird und genügend Hormone freigesetzt werden, die das Fortpflanzungssystem aktivieren.

Bildquelle: Jelena Ivanovic/dreamstime.com

Kommentar (1)

  • Zuckerwattemami am 24.09.2012 um 09:02 Uhr

    Na das ist doch mal interessant. Hätte ich nicht gedacht, dass so viel von der Pubertät tatsächlich im Tiefschlaf passiert. Dann weiß ich ja worauf ich mich einstellen soll, wenn mein Sohn in die Pubertät kommt...schön lange schlafen lassen :D