Gewalt an Schulen

Schüler von Polizei bedroht

Uniformen, Schlagstöcke, Pfefferspray und Pistolen. Wo früher Tadel und Nachsitzen die Strafen für aufmüpfige Schüler waren, greift die Polizei nun gewaltsam ein.

Täglich werden in Texas Hunderte von Schulkindern von der Schulpolizei festgenommen, weil sie geflucht, sich im Schulbus daneben benommen haben oder auf dem Schulhof in eine Prügelei verwickelt waren. Es wurden auch schon Schüler abgeführt, weil sie Zigaretten dabei hatten, “nicht angemessen” gekleidet waren oder zu spät zum Unterricht erschienen. Im Jahr 2010 zogen texanische Schulen über 300.000 Kinder, die zum Teil nicht älter als sechs Jahre waren, wegen geringfügiger Vergehen, die mit Geldbußen, Sozialdienst oder sogar Freiheitsentzug bestraft werden, zur Rechenschaft.

Schüler im Gefängnis

So sitzt zum Beispiel ein Junge, der unter einer Aufmerksamkeitsdefizitstörung leidet, seit seinem zwölften Lebensjahr im Gefängnis, weil er aus Wut einen Tisch im Klassenzimmer umgeworfen hat. Wegen seines „bedrohlichen Verhaltens“ wurde er in die Jugendvollzugsanstalt verwiesen und wird diese erst wiederverlassen dürfen, wenn er sich seine Freilassung durch gute Führung verdient hat. Da er sich durch seine Krankheit bedingt, aber nicht an Verhaltensstandards halten kann, verbringt der Junge nun dieses Jahr seinen 18.Geburtstag hinter Gittern.

Die Schüler werden den ganzen Schultag von den Polizisten beobachtet.

Die Polizei kontrolliert die Schüler in den USA.


Polizei geht auf Schüler los

Leider bleibt es nicht bei reinen Festnahmen durch die Polizei. Immer wieder kommt es zum Einsatz von extremer Gewalt gegenüber den Schülern. Die Schulpolizei in Austin, Texas, ist gut ausgerüstet. Die Beamten tragen Waffen, Pfefferspray und Elektroschocker bei sich. Zwischen 2003 und 2008 wurde bei Schuleinsätzen über 400-mal Gewalt angewendet. So wurde etwa ein Streit in einer Kantine mit Pfefferspray aufgelöst oder Schusswaffen auf aufmüpfige Schüler gerichtet. Sogar ein Todesopfer forderte diese Art der extremen Maßregelung schon. Ein Schüler habe eine Waffe, die sich im Nachhinein als Spielzeug herausstellte, auf die Beamten gerichtet, die ohne lange zu Zögern den Schüler daraufhin mit mehreren Schüssen niederstreckten.

Schüler wie Kriminelle behandelt

Clay Robinson, der Sprecher der wichtigsten texanischen Lehrergewerkschaft, die Texas State Teachers Association sagt jedoch, die meisten Lehrer würden die Polizeipräsenz an ihrem Arbeitsplatz begrüßen. Dazu merkt er an, dass manche Polizisten an manchen Schulen natürlich überreagieren würden, jedoch setze die Polizei nur das Gesetz durch. Vor ein paar Jahren wurde in einer der „guten“ Gegenden von Austin ein Lehrer im Klassenzimmer erschossen. Daher sei alles, was die Sicherheit an der Schule, vor allem die der Lehrer verbessert, gut, weil sie sich so nicht um ihre Sicherheit sorgen müssen und sich auf ihre Arbeit konzentrieren können.

Richterin Meurer sagt, sie habe gar nicht grundsätzlich etwas gegen den Einsatz von Polizisten an Schulen, er sei sogar, wenn er mit ausreichend Verantwortung passiere, förderlich. Jedoch bezweifelt sie, dass die Beamten dabei genauso mit den Schülern umgehen sollten, wie mit den Kriminellen von der Straße.


Kommentare

9 Kommentare

  • Und jedes Mal sagt die ältere Generation: Die Jugend von heute..

    06.02.2012 um 12:52 Uhr
  • Ich finde es ganz schön krass, was die amerikanischen Schüler mitmachen müssen. Das ist doch Wahnsinn!

    06.02.2012 um 12:56 Uhr
  • Gewalt erzeugt Gegengewalt, wie wärs man spricht normal mit den Schülern??

    06.02.2012 um 13:10 Uhr
  • Was sind das denn bloß für Maßnahmen ? Da kann man einfach nur den Kopf schütteln.

    06.02.2012 um 13:43 Uhr
  • Unfassbar! Das sind doch Kinder und keine Schwerverbrecher. Ich frage mich, wie es so weit überhaupt kommen konnte.

    06.02.2012 um 13:48 Uhr
  • Naja, wenn man mit Plastikpistolen auf jemanden zielt, muss man sich nicht wundern. Das war irgendwie reine Dummheit.. Trotzdem: die spinnen, die amis

    06.02.2012 um 16:03 Uhr
  • So schlimm habe ich mir die Zustände da nicht vorgestellt! Die armen Schüler!

    06.02.2012 um 16:37 Uhr
  • Ich finde diesen Polizeieinsatz bei Shcülern unmöglich.

    13.02.2012 um 10:08 Uhr
  • Ich denke nicht, dass das eine Lösung für das Problem ist

    15.02.2012 um 13:50 Uhr