Eltern sind, wenn es um das Thema Kindererziehung geht immer hilfloser. Es gibt unzählige Ratgeber zu dem Thema, doch welche Erziehung die richtige für das eigene Kind ist, ist vielen Eltern unklar.

Eltern werden mit einer Flut von Erziehungsratgebern überschüttet. Die Geburtenrate sinkt, während die Anzahl der Ratgeber steigt. Jährlich erscheinen 1.600 Erziehungsratgeber auf dem Markt. Eltern werden dadurch immer mehr verunsichert. Frank Plasberg diskutierte über dieses Thema in seiner WDR-Sendung „Hart aber fair“ mit seinen Gästen.

Eltern müssen ruhiger werden

Für den Kinderpsychiater Dr. Michael Winterhoff („Warum unsere Kinder Tyrannen werden“) steht fest, dass Eltern zunächst einmal ihre innere Ruhe wiederfinden müssen. Noch vor einigen Jahren sind die Kinder draußen herumgelaufen und haben gespielt, ohne dass die Eltern wussten, wo genau sich ihr Kind befindet. Auch Handys hatten die Kinder damals noch nicht, trotzdem waren die Eltern entspannter als heute. Der Publizist Richard David Precht („Wer bin ich – und wenn ja wie viele?“) macht für den Verlust dieser inneren Ruhe auch den frühkindlichen Förderwahn verantwortlich. Eltern stehen unter Druck und wollen ihren Kindern schon möglichst früh, möglichst viel beibringen. Der Publizist und seine vier Geschwister wurden von den Eltern antiautoritär erzogen. Jedoch verboten ihm seine Eltern an einem Schulausflug ins Phantasialand teilzunehmen, da ein Vergnügungspark für sie das „Maximum der Verdummung“ bot. Richard David Precht musste damals in der Parallelklasse am Unterricht teilnehmen.

Eltern sind mit dem Thema Kindererziehung oft überfordert.

Frank Plasberg diskutierte in seiner WDR-Sendung “Hart aber fair” das Thema Kindererziehung. Die Meinungen über die richtige Erziehungsmethode gehen weit auseinander.


Eltern greifen öfter zu Ritalin

Viele Aspekte wurden in der Sendung „Hart aber fair“ diskutiert. Darunter auch die Feminisierung des Erziehungswesens, die ausgeprägte Schwangeren-Diagnostik oder die Versuchung moderner Medien im Kinderzimmer. Ein anderes Problem ist die Verharmlosung von starken Medikamenten. Immer mehr Kinder bekommen Ritalin, ein Medikament für Kinder mit Aufmerksamkeitsstörungen. In einem Kinderbuch wird mit lustigen Illustrationen die Geschichte der zappeligen Krake Hippihopp erzählt, die durch kleine weiße Tabletten geheilt wird. Das Buch wurde vom Pharmakonzern Novartis, dem Hersteller von Ritalin, veröffentlicht. Das Buch wurde stark kritisiert, weil Kinder so nicht lernen, dass Medikamente nicht nur gut sind sondern auch starke Nebenwirkungen haben und gefährlich sein können.

Topics:

Bildung, Entwicklung Kind

Kommentare

6 Kommentare

  • Die Verantwortung als Eltern ist aber auch sehr groß, da ist es kein Wunder, wenn immer mehr Eltern überfordert sind.

    30.11.2011 um 08:49 Uhr
  • Ich hab die Sendung teilweise auch gesehen und fand die Ansichten sehr interessant!

    30.11.2011 um 09:37 Uhr
  • Ich seh das alles etwas lockerer, weil ich mir denke, dass ich früher auch ohne Handy und Co. gut zurecht kam.

    30.11.2011 um 11:49 Uhr
  • Ich habe auch das Gefühl, dass heute alles zwanghafter ist als früher. ich glaube meine Eltern mussten sich damals noch nicht so viele Gedanken machen.

    30.11.2011 um 14:06 Uhr
  • bei überforderung den schritt zu machen sich hilfe zu holen bzw hilfe anzunehmen ist viel zu hoch

    08.02.2012 um 16:56 Uhr
  • Also dieses Buch finde ich doch sehr grenzwertig. Ritalin ist so oft ein Unfähigkeitszeugnis für Ärzte und Eltern.. Nicht jedes zappelige Kind hat auch gleich ADHS und Ritalin ist einfach keine Lösung für alle! Vor allem heilt es nicht...

    06.09.2012 um 19:51 Uhr


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