Der UNICEF-Bericht zur Lage der Kinder in Deutschland wurde am Freitag, den 16.12., in Berlin vorgestellt.

Die aktuelle UNICEF-Studie wertete verschiedene Untersuchungen wie die PISA-Studie aus, um Befunde über das materielle Wohlbefinden, Gesundheit und Sicherheit, Verhalten und Risiken, Bildung und Ausbildung, Beziehungen zu Familie und Gleichaltrigen sowie das subjektive Wohlbefinden der Kinder in Deutschland zu erhalten. Dabei wurde festgestellt, dass die Unterschiede innerhalb der BRD teilweise größer sind als zwischen verschiedenen OECD-Staaten.

Ergebnisse der UNICEF-Studie

Laut der Studie wachsen 14 Prozent der Kinder in „relativer Armut“ auf, d.h. das Einkommen der Eltern liegt unter 60 Prozent des Äquivalenzeinkommens, das von der EU zugrundegelegt wird. Dabei muss allerdings berücksichtigt werden, dass es große regionale Unterschiede bei Einkommen, Mieten und Lebenshaltungskosten gibt.
Auch das subjektive Wohlbefinden der Kinder war Teil der Studie. Dabei liegen Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz und das Saarland vorne. Dabei ist das Wohlbefinden in Flächenländern höher als in urbanen Zentren. Es ist darüber hinaus entscheidend für das Wohlbefinden, ob die Eltern aktiv am Arbeitsleben teilnehmen und ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten. Den Kindern wird dadurch Vertrauen vermittelt und die Angst vor der Zukunft genommen.

UNICEF-Studie veröffentlicht

Die UNICEF-Studie brachte überraschende Ergebnisse


Die Mehrheit der Kinder fühlt sich allgemein subjektiv „gut“. Hohe Arbeitslosigkeit, Mangel an Ausbildungsplätzen, Armut und ein unfriedliches Schulklima haben einen negativen Einfluss auf das allgemeine Wohlbefinden der Kinder. So stufen 11 bis 17 Prozent der Kinder das schulische Wohlbefinden als „schlecht“ ein.

Forderungen aufgrund der UNICEF-Studie

Prof. Dr. Hans Bertram von der Humboldt-Universität in Berlin, Hauptautor des UNICEF-Berichts, kritisiert, dass ein politischer Ansatz, der sich nur auf Kindergärten und Schulen beziehe, nicht ausreiche. Eine angemessene Förderung der Kinder sei nur mit einer Stärkung der Eltern zu erreichen, äußerte auch Dr. Jürgen Heraeus, Vorsitzender von UNICEF Deutschland. Er fordert eine gezielte Arbeits- und Sozialpolitik als Ergänzung zur Bildungspolitik. So müssten beispielsweise die regional unterschiedlichen Lebenshaltungskosten bei der Berechnung von Unterstützungsleistungen beachtet werden.

Topics:

Bildung, Entwicklung Kind

Kommentare

2 Kommentare

  • Das es in Deutschlandsolche Unterschiede gibt wusste ich nicht. Das ist echt heftig.

    19.12.2011 um 12:58 Uhr
  • Ich finde die Ergebnisse der Unicef-Studie auch erstaunlich..

    19.12.2011 um 17:06 Uhr


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