Kinder brauchen Zeit

Weltkindertag: Das Recht auf Zeit

Der Weltkindertag widmete sich dieses Jahr dem Motto „Kinder brauchen Zeit!“. Eine Umfrage im Vorfeld des Weltkindertags 2012 hatte ergeben, dass Kinder und Jugendliche bis zu 45 Stunden pro Woche für die Schule aufwendeten. Laut der Studie bleibt Kindern schon in jungen Jahren nur wenig Zeit zum Spielen und für Freizeit; ein Recht, das am diesjährigen Weltkindertag einmal mehr eingefordert wurde.

Den Weltkindertag gibt es seit 1954. In 145 Ländern wird er an verschiedenen Tagen gefeiert, wobei er in Deutschland auf den 20. September fällt. Passend zum diesjährigen Motto „Kinder brauchen Zeit!“, hatten das Deutsche Kinderhilfswerk und UNICEF Deutschland bereits im Juni eine nicht repräsentative Online Umfrage gestartet. Sie sollte Informationen zu typischen Wochenplänen von Kindern und Jugendlichen in Deutschland liefern. Das Ergebnis: Schule ist heute ein Vollzeitjob.

Weltkindertag liefert Denkanstöße

Je älter die Kinder und Jugendlichen, desto mehr Zeit würden sie für Schule aufwenden müssen, so die Ergebnisse der Befragung. Bis zu 45 Stunden wöchentlich hätten 9.-13. Klässler mit Schule und Schularbeiten zu tun. Kinder bis zum einschließlich 6. Lebensjahr gaben an, durchschnittlich 31 Stunden in der Woche mit Schule zu verbringen.
In der Umfrage wurden 2000 Mädchen und Jungen gebeten, im Internet einen Wochenplan auszufüllen und anzugeben, wie sie ihre Tage von 7-22 Uhr täglich verbringen. Am gestrigen Weltkindertag präsentierten Schülerinnen und Schüler der Mühlenau-Grundschule (Steglitz-Zehlendorf) in einer Aktion am Berliner Alexanderplatz die Umfragergebnisse in Form von großen Grafiken aus Pappe.

Weltkindertag will Kinderrechte stärken

Weltkindertag setzt sich für Kinderrechte ein.

Kinder brauchen mehr Zeit zum Spielen.


Laut der Umfrage ist wenig Freizeit Alltag in deutschen Familien. Dabei ist das Recht auf Spiel und Freizeit ein festgeschriebener Bestandteil der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen, die seit 1992 in Deutschland gültig ist. Alexander Pape, Botschafter des Deutschen Kinderhilfswerks, betonte die Bedeutung von Spiel und Freizeit für Kinder. Er halte nichts von einer „Welt, die sich doppelt so schnell dreht“, und spielt damit auf G8 und den Führerschein mit 17 an. Alles zu seiner Zeit, aber vor allem Zeit für Kinder, so die Devise beim diesjährigen Weltkindertag.
Auch Sicherheit für Kinder war ein Thema am Weltkindertag 2012. Die häufigste Unfallursache bei Kindern seien Stürze, so die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG). Das Gesundheitsministerium beteiligte sich an deren Kampagne „Laufen, Springen, Klettern – Sicher geht das!“ und gab Eltern Tipps, um Unfälle beim Spielen zu vermeiden.
Rund um den Weltkindertag finden am kommenden Sonntag, den 23. September, zwei große Kinderfeste in Köln und Berlin statt.

Der Weltkindertag wurde dieses Jahr als Anlass genommen, um das Kinderrecht auf Spiel und Freizeit in den Vordergrund zu rücken. Den Großteil der Zeit verbringen Kinder und Jugendliche mit Schule, wie eine Umfrage im Vorfeld ergab. Passend zum Motto „Kinder brauchen Zeit!“ wurden die Umfrageergebnisse am Weltkindertag präsentiert. Das Gesundheitsministerium widmete sich am Weltkindertag dem Thema Sicherheit und lieferte Ratschläge an Eltern, wie sie häufige Stürze beim Spielen verhindern können.

Bildquelle: Benis Arapovic/ dreamstime.com


Kommentare

3 Kommentare

  • Kinder sind einfach das Wertvollste überhaupt! Schön, dass der Weltkindertag auch die Eltern daran erinnert, die das zwischendurch mal vergessen.

    21.09.2012 um 11:58 Uhr
  • Ich denke, das wird in Zukunft auch eher schlimmer als besser, bei den Großen fing es an und verbreitet sich immer weiter bis zu den kleinen :( Vielleicht bringt der Weltkindertag ja den ein oder anderen mal zum nachdenken...

    21.09.2012 um 12:43 Uhr
  • Ich finde es wichtig, dass es einen Weltkindertag gibt. Da können die Kinder ihre Meinung, Wünsche und Bedürfnisse äußern!!!!

    21.09.2012 um 14:58 Uhr