Sprachunterschiede erkennen

Zweisprachig aufwachsen

Kinder, die zweisprachig aufwachsen, haben in der Regel keine Schwierigkeiten. Noch vor dem ersten Geburtstag lernen sie, die Grammatik der Sprachen zu unterscheiden.

Bereits ab dem siebten Monat können Babys, die zweisprachig aufgezogen werden, beide Sprachen sowohl in der Lautung als auch in der Grammatik zuverlässig unterscheiden. Dies erklärt die kanadische Psychologin Janet Werker von der Universität British-Columbia in einem Artikel, den sie am vergangenen Donnerstag in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlichte. Werker hat sich im Rahmen ihrer Forschungen intensiv mit dem bilingualen Spracherwerb von Kindern beschäftigt und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass Babys, die zweisprachig erzogen werden, eine eigene Strategie entwickeln, wie sie beim Spracherwerb zwischen beiden Sprachen unterscheiden. Der Spracherwerb verläuft demnach bei bilingualen Kindern anders als bei einsprachigen Kindern. Wenn Eltern sich also entschließen, ihr Kind zweisprachig zu erziehen, müssen sie sich keine Sorgen darüber machen, dass ihr Kind die Sprachen verwechseln könnte: „Ihr Baby ist gut vorbereitet, um mit den Unterschieden umzugehen und macht dies auf erstaunliche Weise“, kann Werker Eltern auf der Basis ihrer Studien beruhigen.

Kinder, die zweisprachig erzogen werden, können die Sprachen unterscheiden.

Babys entwickeln spezielle Strategien für den bilingualen Spracherwerb.


Zweisprachige Erziehung: Kinder entwickeln erstaunliche Strategien

Bereits in früheren Studien hatte sich die Psychologin Janet Werker mit dem Spracherwerb von Kindern beschäftigt. Gemeinsam mit ihrer Kollegin, der Linguistin Judit Gervain von der Universität Paris-Descartes, fand sie heraus, dass der Spracherwerb kleiner Kinder vor allem über den Wiedererkennungswert einzelner Wörter stattfindet. „Kinder lernen vor allem durch Zählen“, erläuterte Gervain damals die Ergebnisse ihrer Studien. Für zweisprachig aufwachsende Kinder sei diese Strategie nach Meinung der beiden Sprachforscherinnen allerdings nicht ausreichend. „Zweisprachige aufwachsende Kinder brauchen aber mehr als das“, weiß Gervain heute, „Sie entwickeln neue Strategien, die einsprachige Kinder nicht benötigen.“ So könne man bei zweisprachig erzogenen Kindern vor allem feststellen, dass sie sich beim Erwerb beider Sprachen neben der Häufigkeit einzelner Wörter auch an der Länge und der Tonlage der Wörter orientieren. Die Unterschiede, die die Babys so an den Wörtern festmachen können, sind vor allem beim Erwerb sehr unterschiedlicher Sprachen von Vorteil, wie zum Beispiel beim Englischen und Japanischen, die eine sehr unterschiedliche Grammatik vor allem im Bereich des Satzbaus aufweisen. Durch die so entwickelten speziellen Strategien zum Spracherwerb sind Babys demnach auch bei extrem unterschiedlichen Sprachen mühelos in der Lage, beide Sprachmuster separat zu erlernen.

Babys, die zweisprachig aufwachsen, entwickeln spezielle Strategien für den Spracherwerb. Das ergaben die Studien einer Psychologin und einer Linguistin im Bereich des bilingualen Erstspracherwerbs. Anhand dieser Strategien ist es den Kindern möglich, selbst unterschiedlichste Sprachen voneinander zu unterscheiden und separat zu lernen.

Bildquelle: Martin Allinger | Dreamstime.com


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Kommentare

2 Kommentare

  • Zweisprachige Erziehung finde ich sehr schwierig. Da müssen die Eltern dann schon sehr konsequent sein, damit das klappt, denke ich.

    19.02.2013 um 08:50 Uhr
  • Stimmt, die Eltern müssen sehr konsequent sein.Ich zum Beispiel rede NUR französisch mit meiner Tochter, weil ich ja französische -Muttersprachlerin bin und ihr Papa spricht NUR deutsch.Bemühe mich wirklich nur die Sprache mit ihr zu sprechen, und ich muss sagen dass es sich lohnt, sie versteh schon viel....

    19.02.2013 um 20:41 Uhr