Masern-Todesfall stößt neue Impfpflicht-Debatte an

Seit Oktober des vergangenen Jahres grassieren in Berlin die Masern. In der stärksten Ausbreitung der Infektionskrankheit seit Einführung des Infektionsschutzgesetzes 2001 kam es nun zu dem ersten Todesfall. Ein eineinhalb Jahre alter Junge starb im Krankenhaus an den Folgen der Krankheit und stößt damit die Debatte zur Wiedereinführung einer Impfpflicht weiter an.

In Berlin starb ein Kind an den Masern

Eigentlich sollten die Masern bis 2015 längst ausgerottet sein. Dies hatte sich Deutschland in Absprache mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum Ziel gesetzt. Jetzt scheint das Land von diesem Ziel jedoch weiter entfernt als je zuvor. In Berlin herrscht seit Oktober 2013 die stärkste Masernwelle seit der Einführung des Infektionsschutzgesetzes 2001.

In den vergangenen Monaten erkrankten 574 Menschen an der hochansteckenden Krankheit – das sind bereits mehr Fälle als im gesamten vergangenen Jahr in ganz Deutschland. Nun starb ein Kleinkind, das wegen Masern im Krankenhaus behandelt wurde, und gibt der Diskussion um eine Wiedereinführung der Impfpflicht neuen Zündstoff. „Es gibt viele Impfgegner, die Masern als Kinderkrankheit abtun“, kritisiert Gesundheitssenator Mario Czaja von der CDU. Der Berliner Gesundheitsminister war es auch, der am Montagabend bekannt gab, dass der eineinhalbjährige Junge am 18. Februar im Berliner Charité den Folgen der Infektionskrankheit erlag. Zwar verlangt Czaja im Zuge dieses Falles nicht die Einführung einer gesetzlichen Impfpflicht, wünscht sich aber eine bessere Aufklärung unter Impfgegnern, um der tückischen Krankheit Herr zu werden.

Mit Impfpflicht die Masern ausrotten?

Derzeit gibt es keine gesetzliche Impfpflicht in Deutschland.

Junge war geimpft – aber nicht gegen Masern

Gegen die Infektionskrankheit Masern gibt es eine wirksame Impfung, die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts für Kinder zwischen dem 11. und 14. Lebensmonat empfohlen wird. Erst mit einer zweiten Teilimpfung wird der Impfschutz komplett und das Kind ist ab sofort gegen die Viren immun. Da in Deutschland jedoch keine Impfpflicht besteht, sind nicht alle Kinder und Erwachsenen gegen die Infektionskrankheit geimpft. Dadurch können sich die hochansteckenden Masernviren durch Tröpfcheninfektion verbreiten.

In Berlin wurde die derzeitige Masernepidemie vor allem durch Infektionen unter Asylbewerbern aus Bosnien, Herzegowina und Serbien verbreitet, die nicht vollständig gegen die Krankheit geschützt waren. Doch auch in Deutschland herrscht eine große Impflücke und viele Eltern entscheiden sich gegen eine Impfung. Dies sieht Gesundheitsminister Czaja kritisch. Zwar ist die Einführung einer gesetzlichen Impfpflicht laut Czaja wegen der derzeitigen politischen Lage nicht durchsetzbar, doch angesichts des Todesfalles des kleinen Jungen fordert er seine Mitbürger auf, ihren Impfschutz zu überprüfen. Wie er bekannt gab, war der verstorbene Junge zwar „geimpft, aber nicht gegen Masern“.

Noch keine Bestätigung des Krankenhauses

Wie die „Bild“ berichtet, litt der in Berlin verstorbene Junge zwar an Masern, doch ob diese zum Tod des Jungen führten, sei noch nicht offiziell bestätigt. „Die genaue Todesursache, insbesondere ob die Masernerkrankung für den Tod verantwortlich war, wird derzeit noch untersucht“, zitiert das Blatt ein Statement des Berliner Charité-Krankenhauses. Eine Obduktion soll nun zeigen, ob der Junge eventuell bereits an einer anderen Krankheit litt.

In der Impfpflicht-Debatte dürfte dieser Widerspruch nun für noch mehr Zündstoff sorgen. Bekannt ist, dass der Junge geimpft war und an keiner chronischen Erkrankung litt, der Schutz gegen Masern jedoch nicht gegeben war. Wie es dazu kam, dass der Junge offenbar Einzelimpfungen erhielt und nicht die geläufige Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) ist bisher nicht bekannt. Angesichts der starken Masernausbreitung in Berlin wird die Diskussion um eine Einführung der Impfpflicht jedoch nach wie vor nicht vom Tisch sein.

In Berlin grassieren die Masern. 574 Menschen erkrankten bisher an dem tückischen Virus und sorgten damit für die größte Masernwelle seit vierzehn Jahren. Auch ein Kleinkind, das nun im Berliner Krankenhaus Charité verstarb, litt an der Infektionskrankheit. Damit wird die Forderung nach einer Wiedereinführung der Impfpflicht unter Impfbefürwortern immer lauter.


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