Model Chrissy Teigen (L) and recording artist John Legend attend the world premiere of Disney's Beauty and the Beast at El Capitan Theatre in Hollywood, California on March 2, 2017. / AFP PHOTO / VALERIE MACON (Photo credit should read VALERIE MACON/AFP/Getty Images)

Kein Tabu-Thema!

Promi-Mütter reden über postnatale Depressionen

Juliane Timmam 07.03.2017 um 16:20 Uhr

Endlich ein Baby, für das Topmodel Chrissy Teigen und ihren Ehemann John Legend war es ein lang ersehnter Wunsch. Nach vielen Jahren klappte es endlich mit künstlicher Befruchtung, im April 2016 kam Töchterchen Luna zur Welt. Ihr Glück schien perfekt, doch nun der Schock: Die schöne Amerikanerin gestand, dass sie nach der Geburt an postnatalen Depressionen litt.

„Ich dachte, mir könnte das nicht passieren“, verriet sie in ihrer Kolumne im amerikanischen „Glamour“-Magazin. „Ich habe ein großartiges Leben. Ich habe all die Hilfe, die ich brauche: John, meine Mutter, (die bei uns lebt), eine Nanny. Aber eine postnatale Depression macht da keinen Unterschied. Ich konnte das nicht kontrollieren“, erklärte Teigen ihre Machtlosigkeit. „Das ist auch ein Grund, wieso ich so lange gebraucht habe, darüber zu reden: Ich habe mich selbstsüchtig, eklig und seltsam dabei gefühlt, offen zu sagen, dass ich Probleme habe. Manchmal ist das auch noch heute so.“

Reden hilft Dir als depressive Mutter

Wenige Wochen vor dem ersten Geburtstag ihrer Tochter Luna ist sie nun bereit mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen. „Ich spreche jetzt darüber, weil ich möchte, dass die Menschen wissen, dass es jedem passieren kann und ich möchte nicht, dass irgendjemand sich deswegen schämt oder sich alleine fühlt“, so Teigen. „Ich möchte aber auch nicht so tun, als ob ich alles über postnatale Depressionen wüsste, weil das bei jedem anders sein kann. Aber eines weiß ich: Mir hilft es, offen darüber zu reden.“

Zu viele Mütter leiden an Wochenbettdepressionen und schämen sich dann, darüber zu sprechen. Chrissy Teigen und etliche Promi-Damen wagten den Schritt und sprachen offen über die Phase nach der Geburt und machen so Müttern, denen es ähnlich schlecht geht, weltweit Mut.

Outing: Model Chrissy Teigen leidet an Depressionen

 

 

Adele hatte panische Angst

Sängerin Adele ist Mutter eines vierjährigen Jungen

Sängerin Adele ist Mutter eines vierjährigen Jungen

Auch Sängerin Adele, Mutter des vierjährigen Angelo, machte eine schwere Zeit durch. Sie litt so stark an postnatalen Depressionen, dass sie deswegen wohl kein weiteres Kind bekommen möchte. „Ich habe zu viel Angst. Ich hatte eine wirklich schlimme postnatale Depression nach der Geburt meines Sohnes, und das hat mir Angst gemacht“, verriet sie im „Vanity Fair“-Interview. Sie fand Trost bei ihren Freundinnen, denen es ebenfalls schlecht ging. „Sie glaubten, alle würden denken, sie seien eine schlechte Mutter, aber das stimmt nicht. Es macht dich zu einer besseren Mutter, wenn es dir selbst besser geht“, so Adele über die wohl schwierigste Zeit in ihrem Leben als Mutter.

Gwyneth Paltrow steckte lange in einem Tief

Schauspielerin Gwyneth Paltrow verfiel in Depressionen nach ihrem zweiten Kind Moses. Beim ersten Kind, Tochter Apple, verlief alles gut, aber nicht so bei Sohn Moses, der im April 2006 zur Welt kam. „Es dauerte ein Jahr, bis ich aus dem Tief wieder herauskam“, zitierte sie die britische Zeitung „Daily Mail“.

Gwyneth Paltrow sprach über ihre postnatale Depression

Gwyneth Paltrow sprach über ihre postnatale Depression

Victoria Beckham weinte nur noch

Victoria Beckham, die Frau, die niemals lacht, litt ebenfalls unter Wochenbettdepressionen.

Victoria Beckham, die Frau, die niemals lacht, litt ebenfalls unter Wochenbettdepressionen.

Und sogar eine Frau, die sonst alles dafür tut, keine Gefühle nach Außen hin zeigen zu müssen, litt unter Depressionen: Victoria Beckham. „Ich lief drei Monate lang in einem Jogginganzug rum und habe ständig geheult“, verriet sie 2012 dem britischen „OK“-Magazin. Nachdem Sohn Brooklyn im März 1999 auf die Welt kam, wurde sie von ihren Hormonen überwältigt. „Ich weinte am Telefon mit meiner Mutter. Ich weinte am Telefon mit meiner Schwester. Ich weinte alleine“, gestand die coole Modedesignerin damals. Ihre Familie habe ihr durch die schwere Zeit geholfen.

Courteney Cox konnte nicht mehr schlafen

„Friends“-Star Courteney Cox hatte auch Schwierigkeiten wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Sie litt vor vielen Jahren an Depressionen nach der Geburt ihrer Tochter Coco. „Ich bin durch eine sehr schwere Zeit gegangen“, verriet sie gegenüber der Zeitung „USA Today“. „Nicht direkt nach der Geburt, aber als Coco sechs Monate alt war. Ich konnte nicht schlafen. Mein Herz raste. Und ich war wirklich sehr depressiv. Ich ging zu einem Arzt und fand heraus, dass meine Hormone verrückt spielten.“

"Friends"-Star Courteney Cox hatte den Babyblues nach der Geburt von Tochter Coco

“Friends”-Star Courteney Cox hatte den Babyblues nach der Geburt von Tochter Coco

Hayden Panettiere ließ sich behandeln

Schauspielerin Hayden Panettiere

Schauspielerin Hayden Panettiere

Schauspielerin Hayden Panettiere hatte nach der Geburt von Tochter Kaya starke Gemütsschwankungen und ließ sich für mehrere Wochen in ein Behandlungszentrum einliefern. „Ich habe unter postnatalen Depressionen gelitten“, offenbarte der „Nashville“-Star dann in einem „Us Weekly“-Interview 2015. Auch sie ermutigte damals Frauen, die ähnliches durchmachten: „Ihr seid nicht alleine oder verrückt, Ladys.“

Was diese starken Mütter erklären wollen: Schäme Dich nicht für Deine Depressionen, es sagt rein gar nichts über Deine Gefühle für Deine Kinder aus. Du trägst keine Schuld daran, dass Dein Körper nach der Geburt so reagiert. Suche Dir Hilfe bei Freunden und Deinem Haus- oder Frauenarzt. Finde Menschen, die Dir zuhören und Deinen Kummer ernst nehmen.

Bildquellen: Kevin Winter/Getty Images for NARAS, Frazer Harrison/Getty Images, Jason Kempin/Getty Images for The Critics’ Choice Awards, Mike Windle/Getty Images for Airbnb, VALERIE MACON/AFP/Getty Images, Andreas Rentz/Getty Images


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