Baby stirbt wegen Superfood

Auf eigene Faust

Schlimm: Baby stirbt durch laktosefreie Nahrung

Katharina Meyeram 18.05.2017 um 14:14 Uhr

Sogenanntes „Superfood“ ist in den letzten Jahren in aller Munde. Schließlich sind Quinoa, Buchweizen und Co. lecker und gesund. Doch nachdem ein belgisches Paar seinem Säugling auf eigene Faust die alternative Nahrung gab, verstarb das Baby. Was war passiert?

Mehreren Berichten – wie zum Beispiel auf „Focus Online“ – zufolge, hatten die Eltern des sieben Monate alten Lucas den Verdacht, dass ihr Baby an einer Laktose- und Glutenintoleranz litt. Der kleine Junge vertrug die Babynahrung nämlich nicht. Ohne diese Diagnose von einem Arzt abklären zu lassen, fütterten sie ihn fortan mit einem Milchersatz aus Hafer, Buchweizen, Quinoa und Reis. Als sie merkten, dass es dem Säugling schlecht ging und ihn ins Krankenhaus brachten, war es bereits zu spät. Das Baby starb.

Video: Es muss nicht immer Stillen sein

Die Ärzte stellten schnell fest, dass Lucas verhungert und dehydriert war. Er wog mit 4,3 Kilo nur etwa halb soviel, wie für sein Alter normal gewesen wäre. Seine Eltern stehen nun vor Gericht.

Statt Selbstdiagnosen lieber sofort zum Arzt

Zuvor sei Lucas noch gestillt und mit Babynahrung aus der Flasche gefüttert worden, was er irgendwann jedoch nicht mehr vertragen habe. Er sei aber auch nach der Essensumstellung immer fröhlich und munter gewesen, habe mal mehr oder weniger ab- und zugenommen, so seine Mutter weinend vor Gericht. Nun fordert die Staatsanwaltschaft im belgischen Dendermonde eine Haftstrafe von je 18 Monaten für Lucas’ Eltern. Die Verteidigung bringt ein, dass das Paar auch noch drei Töchter habe, denen es bei den Eltern gut ginge. Mit einem Urteil ist Mitte Juni zu rechnen.

Wenn es um die Gesundheit des eigenen Kindes geht, ist es sicher besser, einmal mehr zum Arzt zu gehen als zu wenig. Eltern sollten Essensumstellungen nur in Absprache mit einem Experten durchführen. Dennoch sind unsere Gedanken bei der Familie des kleinen Lucas. Ob unverantwortlich oder nicht, der Verlust ihres Babys ist natürlich ein harter Schlag!

Bildquelle: iStock/Pilin_Petunyia


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