Infektionen in der Schwangerschaft sollten behandelt werden

Antibiotika in der Schwangerschaft

Infektionen in der Schwangerschaft sollten behandelt werden

Im Falle einer Infektion finden sich viele Schwangere in einer sprichwörtlichen Zwickmühle wieder: Sie haben eine Krankheit, die die Gesundheit ihres ungeborenen Babys beeinträchtigen könnte, doch die Therapie heißt Antibiotika. In der Schwangerschaft können diese Medikamente aber ebenfalls ein gesundheitliches Risiko für das Baby bedeuten. Wie sollte sich eine werdende Mutter in diesem Fall entscheiden? Es stellt sich die Frage, welches Risiko größer ist und welche Folgeschäden gegebenenfalls zu erwarten sind.

Trotz vorbeugender Maßnahmen lässt es sich manchmal nicht verhindern, dass eine werdende Mutter an einer Infektion erkrankt, die mit Hausmitteln oder homöopathischen Methoden nur schwer oder gar nicht zu behandeln ist. Typische Infektionskrankheiten, bei denen Antibiotika in der Schwangerschaft nötig werden können, sind beispielsweise Röteln, Masern, Mumps, Scharlach oder die weit verbreitete Grippe. Infektionen sollten besonders in der Schwangerschaft behandelt werden, da sonst auch für das Baby ein gesundheitliches Risiko besteht. Der Griff zu einem Antibiotikum ist aber ebenso bedenklich, da Antibiotika in der Schwangerschaft sich negativ auf die gesunde Entwicklung des Babys auswirken können. Die Entscheidung sollte daher auf jeden Fall mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Antibiotika in der Schwangerschaft bringen viele werdende Mütter in eine Zwickmühle

Außerhalb einer Schwangerschaft sind Antibiotika das bewährteste und wirksamste Mittel gegen Infektionskrankheiten. In der Schwangerschaft darf auf Antibiotika aber nicht mehr bedenkenlos zurückgegriffen werden. Antibiotika in der Schwangerschaft können ein gesundheitliches Risiko für das ungeborene Baby darstellen. Andererseits können die Krankheitserreger beispielsweise durch die Plazenta in den Organismus des Fötus eindringen und die Infektion auch auf das Baby übertragen. Dies kann zu schwerwiegenden Störungen in der Organentwicklung führen. Über den Genitalbereich der Mutter können die Erreger auch zur Fruchtblase gelangen und diese schädigen. Eine Früh- oder Fehlgeburt kann die Folge sein. Auch bei der Geburt können die Krankheitserreger über den Geburtskanal auf das Neugeborene übertragen werden. Da das Baby bei der Geburt noch kein eigenes Immunsystem hat, wäre eine schwerwiegende Infektion die Folge, die das Baby nicht selbst bekämpfen könnte. Bei einer bakteriellen Infektion wie z. B. Röteln, Masern, Mumps oder Scharlach ist für die werdende Mutter besondere Vorsicht geboten, da eine Behandlung oft nur mit Antibiotika möglich ist. Nicht alle Antibiotikagruppen sind in der Schwangerschaft generell unverträglich. Im Gegenteil: Frauenärzte raten sogar zur Einnahme von Antibiotika in der Schwangerschaft, wenn dadurch eine hartnäckige Infektionskrankheit bekämpft werden kann, die unbehandelt Risiken für das ungeborene Baby mit sich bringen würde. Schließlich geht die Hälfte aller Fehlgeburten auf Infektionen zurück. Auf die Einnahme von Antibiotika in der Schwangerschaft sollte also nicht generell verzichtet werden. Eine unbehandelte Infektion kann das ungeborene Baby unter Umständen noch stärker gefährden, da es noch nicht über ein aktives Immunsystem verfügt.

Die Risiken von Antibiotika in der Schwangerschaft

Da es nicht möglich ist, die Wirkung und Risiken von Antibiotika in der Schwangerschaft an werdenden Müttern zu testen, sind die vorliegenden medizinischen Erkenntnisse Erfahrungswerte, die gezeigt haben, dass es durchaus Antibiotikagruppen gibt, die unbedenklich für Mutter und Kind sind. Dazu gehören Penicillin, Cephalosporinen, Erythromycin, Amoxicillin und Ampicillin.

Alle anderen Präparate aus dem Bereich der Antibiotika sollten in der Schwangerschaft nicht verwendet werden. Gerade bei der Einnahme von Sulfonamiden, Nitrofurantoin, Chinolonen oder Tetrazyklinen ist Vorsicht geboten: Es ist bekannt, dass diese Präparate das Risiko von Fehlbildungen, Wachstumsstörungen oder sogar Fehlgeburten enorm erhöhen. Die in den Präparaten enthaltenen Wirkstoffe beeinflussen den Stoffwechsel und die Durchblutung, insbesondere der sich ausbildenden Organe. Wachstumsstörungen, Organfehlbildungen und bleibende Organschädigungen können die Folge sein. Die Präparate können sich außerdem im Gehirn anlagern und dort das Zellwachstum behindern. Dadurch könnte es zu Entwicklungsstörungen und Hirnschäden kommen.

Eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt ist vor der Entscheidung über die Einnahme von Antibiotika in der Schwangerschaft unerlässlich. Nur so können bei einer Infektionserkrankung die richtigen medizinischen Schritte eingeleitet und, falls notwendig, das richtige Antibiotikum für die Behandlung ausgewählt werden.

Der Arzt ist bei Antibiotika in der Schwangerschaft der richtige Ansprechpartner

Die wichtigste Grundlage bei der Entscheidung für oder gegen Antibiotika in der Schwangerschaft ist die Rücksprache mit dem behandelnden Arzt. Er kann die Schwere der Infektion einschätzen und außerdem Präparate verschreiben, die auch für Schwangere verträglich sind und die Infektion trotzdem schnell und wirksam bekämpfen. Gerade bei hartnäckigen Infektionskrankheiten, die beispielsweise durch Streptokokken oder Listerien ausgelöst werden, einer Blasenentzündung oder einer akuten und anhaltenden Erkrankung der Atemwege besteht oft medizinischer Handlungsbedarf. In diesen Fällen gibt es meist keine wirksamen Alternativen zu Antibiotika in der Schwangerschaft. Es ist in jedem Fall wichtig, mögliche Risiken für das ungeborene Baby vor der Einnahme zu prüfen und auszuschließen. Der medizinische Rat des Arztes ist immer die richtige Entscheidungsgrundlage.

Antibiotika in der Schwangerschaft können die Gesundheit des ungeborenen Babys gefährden. Das ist aber nur dann der Fall, wenn für Schwangere unverträgliche Antibiotika eingenommen werden. Aus Angst vor Folgeschäden wehren sich viele werdende Mütter generell gegen eine Behandlung mit Antibiotika in der Schwangerschaft. Dabei gibt es heute viele Präparate, die harmlos für das Kind sind. Es ist daher meist gefährlicher für das Baby, die bakterielle Infektionskrankheit unbehandelt zu lassen. Eine Therapie mit Antibiotika in der Schwangerschaft sollte daher nicht grundsätzlich abgelehnt werden. Nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt sollten werdende Mütter seiner medizinischen Empfehlung folgen.


Kommentare (3)

  • englandfan23 am 15.05.2014 um 12:24 Uhr

    Also, ich würde auch keine Antibiotika in der Schwangerschaft nehmen. Zum Glück musste ich das aber auch nicht.

  • Blondie am 16.05.2013 um 09:22 Uhr

    Ich hätte echt Bedenken, Antibiotika in der Schwangerschaft zu nehmen.

  • AppelLui am 05.04.2013 um 12:39 Uhr

    Antibiotika in der Schwangerschaft habe ich zum Glück nicht gebraucht.