Das Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft soll die Gesundheit von Mutter und Kind sicherstellen

Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft

Das Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft soll die Gesundheit von Mutter und Kind sicherstellen

Eine Schwangerschaft ist etwas Natürliches und Schönes! Trotzdem ist sie eine so einschneidende Veränderung, dass auch das Arbeitsleben davon betroffen sein kann. Sind durch eine Tätigkeit etwa das Leben oder die Gesundheit der werdenden Mutter oder des Kindes gefährdet, kann ein Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft verhängt werden. Ein Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft unterscheidet sich in vielen Belangen von einer normalen Krankmeldung.

Die genauen Vorschriften zum Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft sind im Mutterschutzgesetz geregelt. Sobald die werdende Mutter ihren Arbeitgeber über ihre Schwangerschaft informiert hat, fällt sie unter dieses Gesetz und wird von den darin enthaltenen Regelungen im Berufsleben besonders geschützt. Der Arbeitgeber ist gesetzlich dazu verpflichtet, diesem Anspruch zu folgen und den Mutterschutz in der Praxis zu gewährleisten. Das Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft ist eine dieser Vorschriften.

Generelles Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft

Der Gesetzgeber unterscheidet in den Regelungen zum Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft zwischen einem generellen und einem individuellen Beschäftigungsverbot. Das generelle Beschäftigungsverbot richtet sich hierbei nach der genauen Beschäftigung der Schwangeren und schließt manche Tätigkeiten explizit aus, bei denen eine erhöhte Gefahr für das Leben und die Gesundheit von Mutter und Kind bestehen. So darf die Schwangere beispielsweise nicht mehr mit gesundheitsgefährdenden Stoffen wie gefährlichen Chemikalien in Kontakt kommen. Auch Fließband- und Akkordarbeit sind durch das generelle Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft untersagt. Der Arbeitgeber muss die werdende Mutter von diesen Arbeiten mit sofortiger Wirkung freistellen, darf ihr aber unter Umständen andere Arbeiten zuweisen, die ihre Gesundheit nicht gefährden. In den letzten sechs Wochen vor der Geburt und den ersten acht bis zwölf Wochen nach der Entbindung besteht zudem ein generelles Beschäftigungsverbot für alle Mütter.

Individuelles Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft

Neben diesen allgemeinen Richtlinien bietet das individuelle Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft eine auf die spezifischen Bedürfnisse der Schwangeren abgestimmte Alternative. Das individuelle Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft hängt von der jeweiligen körperlichen und/oder seelischen Verfassung der werdenden Mutter ab und muss von einem Arzt oder Psychologen durch ein ärztliches, individuell formuliertes Attest ausgesprochen werden. Hierzu müssen jedoch triftige Gründe vorgebracht werden, durch die das Leben oder die Gesundheit der Mutter oder des Kindes gefährdet sind, falls die Mutter in dem bisherigen Pensum weiterarbeitet.

Im Gegensatz zu einer Krankschreibung muss jedoch nicht unbedingt eine konkrete Erkrankung vorliegen. Vielmehr wird die Gefährdungslage der Mutter berücksichtigt. So kann eine Risiko- oder Mehrlingsschwangerschaft ebenso ein Grund für ein individuelles Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft sein wie schwangerschaftsbedingte Erkrankungen, eine Muttermundschwäche oder die Gefahr einer Frühgeburt. Auch psychische Probleme, die durch zu starken Druck oder Mobbing entstehen können, können zu einem individuellen Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft führen. Außerdem kann es auch noch bis zu sechs Monate nach der Geburt ausgesprochen werden, sofern die Mutter durch die Geburt in dieser Zeit ihre berufliche Leistung nur in geringerem Umfang erbringen kann.

Ein individuelles Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft kann auch nur stundenweise oder nur für bestimmte Tätigkeiten ausgesprochen werden, sodass der Arbeitgeber seine Arbeitnehmerin unter Umständen in anderer Form weiterbeschäftigen kann. Des Weiteren ist der Arbeitgeber dazu berechtigt, eine Nachuntersuchung zu verlangen, wenn er berechtigte Zweifel am individuellen Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft hat. Die Kosten für diese Untersuchung muss er allerdings selbst tragen. Zudem darf sich die werdende Mutter den Arzt, der diese durchführen soll, selbst aussuchen.

Das Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft beeinflusst nicht das Gehalt

Da die Schwangere und ihr Kind durch ein Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft in ihrer Gesundheit geschützt werden sollen, soll die werdende Mutter auch durch eventuell drohende Gehaltseinbußen nicht zum Weiterarbeiten animiert werden. Daher muss sie während eines Beschäftigungsverbots keine Beeinträchtigungen ihres Lohns befürchten. Stattdessen wird der Durchschnittslohn der letzten drei Monate vor dem Beginn der Schwangerschaft zu 100 Prozent weiter ausbezahlt. Auch wenn die Schwangere leichtere Tätigkeiten übernimmt oder weniger Stunden an ihrem Arbeitsplatz verbringt, darf ihr das Gehalt nicht gekürzt werden. Auch eventuelle Sonderzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld sowie erworbener Urlaubsanspruch verfallen durch ein Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft nicht.

Darf bei einem Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft eine Nebentätigkeit ausgeführt werden?

Im Anbetracht dessen, dass die Schwangere durch das Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft keine Lohneinbußen hinnehmen muss, ist die Aufnahme einer Nebentätigkeit während dieser Zeit eigentlich nicht notwendig. Sofern ein individuelles Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft nur für bestimmte Tätigkeiten ausgesprochen wurde und der reguläre Arbeitgeber der werdenden Mutter keine andere, passende Stelle anbieten und sie damit auch nicht weiter beschäftigen kann, besteht allerdings theoretisch die Möglichkeit, eine Nebentätigkeit auszuüben, die vom individuellen Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft nicht tangiert wird. Da sämtliche Nebentätigkeiten jedoch arbeitsrechtlich unter dem Zustimmungsvorbehalt des regulären Arbeitgebers stehen, sollte jede werdende Mutter ihren Einzelfall genau überdenken und sich gegebenenfalls offen mit dem Arbeitgeber über diese Möglichkeit austauschen – auch um Vertrauensverlusten, die durch die Aufnahme eines Nebenjobs in der Zeit des individuellen Beschäftigungsverbots in der Schwangerschaft entstehen könnten, vorzubeugen. Eine Beratung mit einem Anwalt oder dem Gewerbeaufsichtsamt, das die Einhaltung der Beschäftigungsverbote überwacht, kann im Zweifelsfall hilfreich sein. Da ein Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft vor allem die Gesundheit der Mutter und des Kindes schonen soll, um eine komplikationsfreie Schwangerschaft zu gewährleisten, sollte man sich angesichts der sicheren Lohnfortzahlung allerdings vorher überlegen, ob man die Phase des Beschäftigungsverbots nicht doch lieber zur Erholung nutzen möchte.

Das Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft soll das Wohlergehen der Mutter und des noch ungeborenen Kindes schützen und bewahren. Das Mutterschutzgesetz verpflichtet den Arbeitgeber zur Einhaltung der Bestimmungen und zur vollen Lohnfortzahlung in dieser Zeit. Ein Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft wird daher nur bei besonders gefährdenden Tätigkeiten oder unter besonderer Berücksichtigung des Gesundheitszustands der Schwangeren und des Kindes ausgesprochen. Im Zweifelsfall sollte sich die werdende Mutter mit ihrem Arzt besprechen. Auch das Gewerbeaufsichtsamt ist eine zentrale Anlaufstelle bei allen Fragen zu diesem Thema.


Kommentare (16)

  • Dinah1990 am 10.08.2015 um 10:26 Uhr

    Es dient zum Schutz in der Schwangerschaft. Finde es von daher sehr gut

  • BabyimBauch23 am 22.06.2015 um 08:45 Uhr

    Ich habe auch kein Beschäftigungsverbot bekommen. Ich würde mich auch ziemlich langweilen, wenn ich nicht arbeiten könnte, glaube ich.

  • Lunalisa am 12.05.2015 um 11:40 Uhr

    Beschäftigungsverbot klingt so hart, dabei handelt es sich ja um eine Schutzmaßnahme.

  • frappuccino123 am 13.04.2015 um 14:59 Uhr

    Ich hoffe, dass bei mir kein Beschäftigungsverbot nötig wird. Würde eigentlich gerne noch so lange wie möglich arbeiten. Eine Freundin sitzt jetzt ab dem 4. Monat zu Hause rum und langweilt sich.

  • momoftwo am 17.03.2015 um 16:39 Uhr

    Man sollte nicht zu voreilig sein mit dem Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft, finde ich. Man kann doch vieles noch machen. Nur wenn es wirklich gefährlich für das Baby wird, sollte man da lieber vorsichtig sein.

  • Pille_palle1 am 26.02.2015 um 13:49 Uhr

    Ich finde es gut, dass es ein Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft gibt. Das ist schließlich nur zum Schutz der Mutter und des Kindes.

  • Hipsterina am 04.02.2015 um 16:35 Uhr

    Ich hätte zum Schluss jetzt ein Beschäftigungsverbot gebraucht, aber da ich mir eh Urlaub genommen hatte und dann der Mutterschutz kommt, war es sowieso egal und mittlerweile gehts mir auch wieder besser, also wäre es eh nicht nötig gewesen.

  • Rivadiva am 21.01.2015 um 15:58 Uhr

    Eine Kollegin hat jetzt ein Beschäftigungsverbot gekriegt, weils ihr nur mega schlecht geht und auch schon mehrere Blutungen hatte. Das Verständnis auf der Arbeit ist echt bombe (Sarkasmus). Dass es immer wieder so wenig wert ist, wenn man schwanger ist. Als wär man ein Mensch zweiter Klasse.

  • Minapina81 am 22.12.2014 um 13:51 Uhr

    Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft klingt so hart. Dabei dient es der Frau ja nur zu ihrem eigenen Schutz.

  • PuffelMuff am 03.12.2014 um 16:15 Uhr

    Ich hatte auch ein Beschäftigungsverbot in der SS. War aber auch nötig. In meinem Beruf gehts nicht anders, is sons zu gefährlich.

  • Schirmchen123 am 11.11.2014 um 11:33 Uhr

    Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft klingt so hart! Mutterschutz hört sich da schon anders an.

  • schoko_schnecke am 16.05.2014 um 11:09 Uhr

    Zum Glück habe ich kein Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft bekommen. Ich fand das Arbeiten auch ganz wichtig, damit sich nicht sooo viel auf einmal verändert. Das passiert noch früh genug :-)

  • Kochbluemchen am 20.06.2013 um 08:57 Uhr

    Ein Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft ist ja eine häufig eingesetzte Vorsichtsmaßnahme. Nicht jede werden Mami freut sich drüber, aber manche können durch das Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft die Zeit erst so richtig genießen.

  • Mariella78 am 16.05.2013 um 10:25 Uhr

    Meine beste Freundin konnte wegen dem Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft nicht arbeiten. Bei mir lief das aber alles ohne Probleme ab. Durch das Mutterschutzgesetz habe ich mich bei meinem Beruf gut abgesichert gefühlt.

  • WindelWinnifred am 03.05.2013 um 09:16 Uhr

    Je nach Beruf kann es mit einem Beschäftigungsversuch in der Schwangerschaft ja sehr schnell gehen. Ist dann aber auch besser, um kein Risiko einzugehen.

  • BahamaMomma am 27.02.2013 um 16:25 Uhr

    Beim ersten Kind hatte ich zeitweise ein Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft. Diesesmal bis jetzt noch nicht :)