Für die Entwicklung des ungeborenen Babys ist das Fruchtwasser von großer Bedeutung

Fruchtwasser

Für die Entwicklung des ungeborenen Babys ist das Fruchtwasser von großer Bedeutung

Das Fruchtwasser ist in den 9 Monate der Schwangerschaft das Zuhause des Babys. Es macht die Fruchtblase zu einem geschützten Lebensraum und hilft dem Fötus bei Wachstum und Entwicklung. Eine ausreichende Menge Fruchtwasser ist entscheidend für die Entwicklung des Babys. Bei Verdacht auf eine Fehlbildung des Babys kann eine Untersuchung des Fruchtwassers wichtige Anhaltspunkte liefern.

In der Fruchtblase ist das Baby während der gesamten Schwangerschaft von Fruchtwasser umgeben. So ist es vor äußeren Einflüssen und sogar Infektionen geschützt und kann sich in Ruhe entwickeln. Das Fruchtwasser dämpft Erschütterungen von außen und hält die Temperatur im Mutterleib konstant, denn das ungeborene Baby kann seine Körpertemperatur noch nicht selbst regulieren. Außerdem macht es das Baby immun gegen Krankheitserreger, solange es noch kein eigenes Immunsystem aufgebaut hat. Darüber hinaus ermöglicht das Fruchtwasser dem Baby seine ersten Bewegungen.

Wie entsteht das Furchtwasser und wie wird es erneuert?

Mit der Einnistung der befruchteten Eizelle in der Fruchthöhle beginnen die Eihäute mit der Produktion des Fruchtwassers. Dazu wird Flüssigkeit aus dem Gewebe der Mutter gefiltert. Diese Flüssigkeit wird in der Fruchtblase mit Hormonen und Nährstoffen angereichert und wird so zum Fruchtwasser.

Ungefähr alle drei Stunden wird das Fruchtwasser in der Fruchtblase vollständig ausgetauscht. Gegen Ende der Schwangerschaft trinkt das Baby selbst etwa 400 ml Fruchtwasser. Über den Darm gibt es einen Teil des Fruchtwassers wieder an den Blutkreislauf in der Plazenta und damit in die mütterliche Blutbahn ab.

Sobald die Nieren des ungeborenen Babys entwickelt sind, kann es den Rest in Form von Urin wieder dem Fruchtwasser zuführen. Der Urinanteil im Fruchtwasser ist nicht sehr stark konzentriert, da das Baby nur einen Teil des aufgenommenen Fruchtwassers über diesen Weg wieder abgibt. Trotzdem ist die Urinproduktion des Babys sehr wichtig. Je mehr Urin es produziert und an das Fruchtwasser abgibt, desto eher ist eine ausreichende Menge Fruchtwasser in der Fruchtblase sichergestellt. Dazu ist es wichtig, dass das Baby ausreichend Fruchtwasser trinkt. Den Kreislauf aus Trinken und Urin Ausscheiden des Urins lernt das Baby also schon sehr früh und ist damit aktiv am Austausch des Fruchtwassers beteiligt.

Woraus besteht das Fruchtwasser?

Das Fruchtwasser ist eine klare Körperflüssigkeit, die die Fruchtblase ausfüllt und den Fötus umgibt. Es enthält Körperanteile von Mutter und Baby. Die Anteile des mütterlichen Körpers werden über die Plazenta und das darin zirkulierende Blut in das Fruchtwasser abgegeben. Das Baby gibt Flüssigkeit über die Nabelschnur, die Haut, die Lunge und die Nieren ab. Während die Plazenta einen Teil des mütterlichen Körpergewebes darstellt, gehört das Fruchtwasser, genau wie die Fruchtblase, zum Gewebe des Babys.

Der Hauptbestandteil des Fruchtwassers ist Wasser. Außerdem enthält es Proteine, Glukose, Laktat und Harnstoff, den das Baby aus dem eigenen Kreislauf an das Fruchtwasser abgibt. Die Elektrolyte Natrium und Kalium sind im Fruchtwasser gelöst. Außerdem enthält es Epithelzellen des Fötus.

Wie entwickelt sich das Fruchtwasser während der Schwangerschaft?

Ab der 4. Schwangerschaftswoche ist das Baby in der Fruchtblase vollständig mit Fruchtwasser umgeben. Dies verhindert, dass der sich entwickelnde Fötus mit der Fruchtblase zusammenwächst. Die Fruchtwassermenge ist entscheidend für die Entwicklung des Babys und wird bei jeder Vorsorgeuntersuchung überprüft. In der 10. Schwangerschaftswoche enthält die Fruchtblase ungefähr 30 ml Fruchtwasser. In der 20. Schwangerschaftswoche sind es schon bis zu 350 ml. In der 30. – 34. Schwangerschaftswoche ist die Fruchtwassermenge auf ungefähr einen bis maximal zwei Liter angewachsen und sinkt um die Geburt herum wieder auf etwa 800 ml.

Die Fruchtwassermenge hat direkten Einfluss auf das Wachstum und die Entwicklung des Babys. Zu wenig Fruchtwasser hemmt das Wachstum des Babys. Dieser Zustand kann beispielsweise durch Medikamente ausgelöst werden, die während der Schwangerschaft eingenommen werden, aber auch durch einen Blasensprung, ein Problem mit der Plazenta oder ein gesundheitliches Problem beim Baby. Es kann beispielsweise sein, dass die Nieren oder Harnwege des Babys nicht richtig entwickelt sind und der Fruchtwasseraustausch deshalb nicht richtig funktioniert.

Zu viel Fruchtwasser kann dazu führen, dass die Gebärmutter unverhältnismäßig ausdehnt wird und das Baby schneller wächst, als die körperliche Entwicklung es vorgesehen hat. Organe und Herz-Kreislaufsystem des ungeborenen Babys kommen bei dem starken Wachstum nicht hinterher und es kann zu Entwicklungsstörungen kommen. Zu viel Fruchtwasser – gepaart mit einem unnatürlich schnellen Wachstum des Babys bei verzögerter Entwicklung – kann beispielsweise ein Anzeichen für Schwangerschaftsdiabetes sein oder auf eine Nierenerkrankung der Mutter hinweisen. Eine Fruchtwasseruntersuchung kann die Ursache genauer klären und gegebenenfalls notwendige Maßnahmen aufzeigen.

Wie kann man das Fruchtwasser untersuchen?

Bei einer Fruchtwasseruntersuchung führt Dein Arzt eine Hohlnadel durch die Bauchdecke in die Fruchtblase ein und entnimmt Fruchtwasser, um die Flüssigkeit und die darin enthaltenen Zellen des Babys untersuchen zu können. Anhand der in der Flüssigkeit enthaltenen Zellen des Babys können Chromosomenauffälligkeiten wie Trisomie 21 und vererbbare Stoffwechsel- und Muskelkrankheiten erkannt werden. Außerdem kann so festgestellt werden, ob das Baby am so genannten offenen Rücken leidet.

Zeigt die Flüssigkeit des Fruchtwassers bei der Untersuchung eine grünliche Färbung, deutet das darauf hin, dass das Baby vorübergehend zu wenig Sauerstoff bekommen hat. Die grünliche Färbung entsteht durch Kindspech, das das Baby bei einer Sauerstoffunterversorgung ausscheidet.

Das Fruchtwasser ist während der Schwangerschaft das Lebenselixier des Babys. Es fängt Erschütterungen ab und hält das Baby warm. Außerdem bietet es dem Baby einen ersten Infektionsschutz, bis es nach der Geburt ein eigenes Immunsystem entwickeln kann. Darüber hinaus lernt das Baby schon im Mutterleib über den Austausch von Fruchtwasser erste Verdauungsvorgänge seines Körpers kennen. Fruchtwasser ist lebensnotwendig und vielseitig. Es kümmert sich um den Schutz und die Entwicklung des Babys, bis es nach der Geburt diese Körperfunktionen eigenständig entwickelt.


Kommentare (5)

  • Halloele2 am 23.10.2013 um 08:17 Uhr

    Wow. Fruchtwasser ist echt faszinierender als ich dachte ;)

  • stachelbeere84 am 18.06.2013 um 15:10 Uhr

    Ich wusste gar nicht, dass es so viel über Fruchtwasser zu erfahren gibt. Da hat die Natur wirklich wieder etwas Einzigartiges geschaffen...

  • PeacePeach am 16.05.2013 um 08:55 Uhr

    Wirklich kaum zu glauben, was sich die Natur beim Fruchtwasser alles gedacht hat. Mich erstaunt so etwas immer wieder.

  • Corinna007 am 05.04.2013 um 12:08 Uhr

    Wo wären wir bloß ohne das Fruchtwasser? :)

  • Lovely_Kid am 28.03.2013 um 10:11 Uhr

    Fruchtwasser ist schon eine tolle Einrichtung von Mutter Natur!