Saugglocke
Katja Gajekam 19.01.2017

Saugglocke? Das klingt eher nach Klempner als nach Geburt. Trotzdem ist sie ein wichtiges Instrument der Geburtshilfe. Droht zum Beispiel eine Unterversorgung Deines Kindes oder dauern die Wehen ungewöhnlich lange an, kann Dir eine Saugglocke helfen, die Geburt sicher zu Ende zu bringen. Hier erfährst Du alles, was Du über das medizinische Instrument wissen musst, denn wir klären alle wichtigen Fragen.

Eine schöne Geburt wünscht sich jede Mami, doch manchmal kommt alles anders als erwartet. Trotz zahlreicher Planungen kann es immer mal sein, dass etwas schief geht. Doch musst Du dabei nicht immer gleich das Schlimmste befürchten. Denn zum Glück stehen den Ärzten heutzutage zahlreiche Instrumente zur Verfügung, um Dir bei der Geburt zu helfen, wenn Dein Baby einmal nicht so will, wie es eigentlich soll. Wenn die Presswehen allein nicht ausreichen, um das Baby durch den Geburtskanal zu schieben oder es zu anderen Komplikationen kommt, kann es sein, dass der Arzt gewisse Instrumente einsetzen muss, um Dir die Geburt zu erleichtern. Ein Beispiel für ein solches Instrument ist die sogenannte Saugglocke. Mithilfe der Saugglocke kann der Arzt das Baby sanft aus dem Geburtskanal ziehen.

Gerade geborenes Baby

Eine Saugglocke kommt zum Einsatz, wenn Dein Baby auf natürlichem Wege nicht den Geburtskanal passieren kann.

Was ist eine Saugglocke eigentlich?

Eine Saugglocke ist ein Gerät, welches das Kind mit Hilfe eines Vakuums aus dem Geburtskanal zieht. Sie besteht aus einer Pumpe, einer Vakuumflasche und der eigentlichen Saugglocke, bei der Ärzte auch von einer Schale sprechen. Eine Saugglocke gibt es in der Regel in verschiedenen Größen und aus verschiedenen Materialien. Mögliche Stoffe, aus denen eine Saugglocke hergestellt werden kann, sind Kunststoff, Gummi, Silikon oder Metall. Die Saugglocke ist mit Schläuchen an die Pumpe und die Vakuumflasche angeschlossen.

Wann wird eine Saugglocke angewandt?

Die Entbindung mit der Saugglocke ist vor der Geburt nicht planbar, sondern der Arzt entscheidet je nach Situation, ob sie eingesetzt werden muss. Sobald eine gesundheitliche Gefährdung des Babys durch eine Sauerstoffunterversorgung besteht, wird der behandelnde Arzt zur Saugglocke greifen. Ebenso kann eine Wehenschwäche der Gebärenden in der Austreibungsphase den Einsatz einer Saugglocke notwendig erscheinen lassen. Auch wenn Du nach einem langen Geburtsvorgang zu erschöpft bist, um die Geburt aus eigener Kraft zu Ende zu bringen, greift der Arzt auf das medizinische Instrument zurück. Allerdings muss in allen Situationen der Kopf des Kindes schon mindestens bis zur Mitte des Beckens der Mutter gerutscht sein, damit die Anwendung einer Saugglocke möglich ist. Außerdem muss der behandelnde Arzt ausschließen können, dass Dein Becken für die Geburt zu klein ist und das Baby nicht mit der Stirn oder dem Gesicht nach unten liegt.

Baby hält Hand

Eine Geburt mit Saugglocke stellt keine Gefahr für Dein Baby dar.

Wie funktioniert eine Saugglocke?

Kommt es bei der Geburt zum Einsatz einer Saugglocke, wird die größtmögliche Glocke in die Scheide eingeführt und an den Kopf des Kindes gesetzt. Oft entscheiden sich die Ärzte dazu, zusätzlich einen Dammschnitt durchzuführen, um die Geburtsöffnung zu vergrößern. In der Regel merkst Du hiervon aber recht wenig, da die Erschöpfung und die große Anspannung Dich ausreichend ablenken. Nachdem die Saugglocke eingeführt wurde, wird mithilfe der Pumpe langsam ein Unterdruck erzeugt, durch den der Kopf des Kindes an der Glocke festgesaugt wird. Sobald der Arzt überprüft hat, dass die Saugglocke richtig am Kopf haftet, wird das Baby mit jeder eintretenden Wehe ein Stück weiter aus dem Geburtskanal gezogen, wobei Du aber trotzdem weiterhin so kräftig pressen musst, wie es Dir möglich ist. Ist das Kind schließlich auf der Welt, wird das Vakuum nach und nach abgelassen, sodass das Baby sanft von der Saugglocke gelöst werden kann.

Welche Risiken birgt die Saugglocke?

Als Mami willst Du selbstverständlich nur das Beste für Dein Baby, sodass die Methode mit der Saugglocke vielleicht etwas zu rabiat erscheint. Ernstere Verletzungen tragen Kinder, die auf diese Weise auf die Welt kommen, allerdings meist nicht davon. Zudem solltest Du Dir vor Augen halten, dass Deine Ärzte und Deine Hebamme nur zu dem Instrument greifen werden, wenn keine andere Möglichkeit mehr besteht, Dein Kleines sicher auf die Welt zu bringen. Viele Kinder, die mithilfe der Saugglocke geboren werden, haben als Folge leichte Rötungen oder Druckstellen auf der Kopfhaut. In einigen Fällen kann es sogar zu Hämatomen kommen. Bei etwa zwölf Prozent aller Kinder, die mit einer Saugglocke auf die Welt geholt werden, kommt es außerdem zu Blutungen am Schädel oder der Kopfhaut. Diese Blutungen sind aber nicht weiter gefährlich und bilden sich, wie auch die Druckstellen und Hämatome, in der Regel nach wenigen Tagen von alleine zurück. Sicherheitshalber wird aber meist dennoch ein Ultraschall des Kopfes durchgeführt.

Eine Saugglocke kann Dir bei Komplikationen während der Geburt helfen, Dein Kind auf die Welt zu bringen. Auch wenn die Vorstellung, dass Dein Baby mit einer Saugglocke durch den Geburtskanal gezogen wird, gewöhnungsbedürftig ist: Diese Geburtshilfe hat keinen Einfluss auf das Wohlbefinden oder das Aussehen Deines Babys. Im Gegenteil stellt die Saugglocke sicher, dass Dein Kind sicher auf die Welt kommt.

Bildquellen: iStock/alice-photo, iStock/FamVeld


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Was denkst du?

  • Achmeta am 17.06.2014 um 10:20 Uhr

    Ich hoffe, dass die bei mir weger Saugglocke noch Geburtszange brauchen. Die Zange sieht so brutal aus und bei der Glocke sehen die Babys hinterher so komisch aus...

    Antworten
  • KnusselMaas am 19.12.2013 um 11:08 Uhr

    Saugglocke und Geburtszange klingt auch noch so fies.

    Antworten
  • lessie12 am 18.09.2013 um 11:11 Uhr

    Eine Freundin hatte die Saugglocke und die Geburtzange und die beide waren nach der Geburt fix und fertig.

    Antworten
  • babyborn1212 am 28.03.2013 um 11:02 Uhr

    Saugglocke und Geburtszange sind mir auch zum Glück erspart geblieben. Ich lag über 20 Stunden in den Wehen und die Ärzte hatten vor, es mit einer Saugglocke zu beschleunigen, doch dann kam ganz plötzlich der erlösende Schrei und das Baby kam von alleine!

    Antworten
  • Deathwejder am 14.06.2012 um 10:46 Uhr

    Mein Neffe musste auch mit der Saugglocke geholt werden. Auch wenn eine Saugglocke eigentlich nicht schlimm ist bin ich doch sehr froh, dass uns das erspart geblieben ist!

    Antworten
  • Bambi3 am 11.04.2012 um 17:56 Uhr

    Mein Kleiner musste auch mit Hilfe einer Saugglocke herausgezogen werden und es war halb so schlimm. Auch die Spuren, die von der Saugglocke noch am Kopf zu erkennen waren, verschwanden in kurzer Zeit.

    Antworten
  • Hexe_Lilli am 24.02.2012 um 17:38 Uhr

    Mir macht das alles auch schon gan schön Angst, aber Augen zu und durch gilt da wohl und hauptsache die Kleinen kommen gesund zur Welt!

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  • HollyHoliday am 23.02.2012 um 09:40 Uhr

    Oh man, mir grauts ehrlich gesagt nicht so sehr vor den Schmerzen, sondern viel mehr vor dem Dammschnitt! Ich finde, das hört sich einfach schrecklich an ...

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  • Bakul am 23.01.2012 um 14:13 Uhr

    Die Saugglocke ist uns zum glück erspart geblieben, meine Nichte sah danach schon etwas "verbeult" aus...

    Antworten
  • zippe1111 am 17.01.2012 um 11:56 Uhr

    meine wurde auch mit der Glocke geholt, um 10.40, hatte einen riesigen ei-schädel. aber abends war es schon zu 95% wieder normal und am nächsten morgen hat man gar nichts mehr gesehen.

    Antworten
  • NoraJulie am 03.01.2012 um 06:16 Uhr

    Mein Sohn kam auch mit Hilfe der Saugglocke zur Welt.Nach Einleitung und nur 4 h Wehen. Aber da ich Bluthochdruck hatte und durch die heftigen Wehen der kleine Sauerstoffmangel bekam und die Herztöne runter gingen. Zum Glück hatte ich nur 3 Scheidenrisse, die genäht werden mussten, der Damm ist heil geblieben- trotzdem war sitzen noch 12 Wochen danach sehr unangenehm.

    Antworten
  • Yassmin am 31.12.2011 um 01:17 Uhr

    Habe bereits die geburt meines Sohnes hint er mir und kann natürlich aus Erfahrung sprechen. Bei mir musste leider Gottes die Saugglocke im Einsatz kommen da die Wehen nicht lang bzw. nicht stark genug waren. Inzwischen ist mein Baby gesund und munter auf die Welt gekommen und ich kann mich nicht mehr richtig an die Schmerzen errinern. Nach der Geburt jedoch fingen die Schmerzen erst richtig an, da man ja untenrum genäht wird. Ich muss aber erlich zugeben dass ich während der Geburt nicht viel von der Saugglocke bemerkt habe, nur als der Kleine endlich da war hat sich das an seine Kopfform bemerkbar gemacht. Diese nimmt aber schnell wieder ihre normaleee Form an. Das Wichtigste ist jedoch, dass die kleinen Wesen munter und gesund zur Welt kommen:)

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  • Wolke3 am 08.11.2011 um 17:21 Uhr

    Also die Vorstellung so eine Saugglocke reingesteckt zu bekommen, ist jetzt nicht soo schön, aber wenn das Baby Schwierigkeiten beim Atmen hat, muss das natürlich sein und die Geburt schnell gehen, dann ist man natürlich dankbar für so Instrumente wie die Saugglocke.

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  • oranna am 19.10.2011 um 18:36 Uhr

    Saugglocke? Das hört sich ganz schrecklich an! So eine Saugglocke hilft dann bei der Geburt? Ich glaub, ich müsste ganz schrecklich lachen, wenn jemand mit einer Saugglocke auf mich zukommt und dann diese Saugglocke auch noch ansetzt!

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  • Mone82 am 30.09.2011 um 13:27 Uhr

    Ich fand es nicht schmerzhaft, sondern eher unangenehm. Druckstelle und Beule sah man nicht wirklich, da die Saugglocke genau am Hinterkopf gesessen hat. nach paar tagen war das schon wieder gut 🙂

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  • norwegenmaus am 08.02.2011 um 13:31 Uhr

    Schmerzhaft ist es nicht mehr als "normal" zu gebären. Kann da leider aus Erfahrung berichten. Und die Druckstellen sind nicht so schlimm, wie es sich anhört. Bei unserem Sohn waren die am Abend schon wieder soweit verschwunden- er hatte aber weniger Druckstellen als vielmehr ne Beule von der Glocke. Das Schmerzhafteste war eigentlich danach die Dammnaht...

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  • Yassmin am 04.02.2011 um 02:28 Uhr

    klingt ganz schön schmerzhaft:S

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  • Lina1302 am 22.01.2011 um 11:25 Uhr

    Druckstellen, das hört sich ja fies an. Aber wenn es dem Kind hilft sicher auf die Welt zu kommen...

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