Schmerzen nach der Geburt

Mutter erzählt

So schlimm waren die Schmerzen nach der Geburt

Katharina Meyeram 03.07.2017 um 15:30 Uhr

Ja, für die meisten Frauen dürfte es keine neue Information sein, dass eine Geburt und deren Folgen mit Schmerzen verbunden sind. So wundervoll Kinder sind und so glücklich (so gut wie) jede Mami ist, wenn das kleine Wunder auf der Welt ist – wenn wir Erfahrungsberichte wie den von Zoe George lesen, wollen wir am liebsten niemals schwanger werden…

Die australische Bloggerin Zoe George ist zweifache Mami und bekannt dafür, auf ihrem Blog „The Subtle Mummy“ kein Blatt vor den Mund zu nehmen. So erzählt sie auch von den Erfahrungen bei und nach der Geburt ihres ersten Kindes völlig ohne Rücksicht auf Frauen, die vielleicht irgendwann selbst einmal Babys bekommen möchten. Jedoch warnt sie diese ausdrücklich davor, dass ihre Schilderungen der schlimmen Schmerzen unter Umständen jeden Kinderwunsch im Keim ersticken könnten. Also, fühle dich gewarnt!

Erfahrungsbericht: „Die kaputte Vagina“

Zu Beginn ihres Erfahrungsberichtes schildert Zoe, dass ihr Sohn sich zwei Wochen Zeit gelassen hatte und auch trotz aller möglichen wehenfördernder Tricks einfach nicht raus wollte. Daher wurde die Geburt eingeleitet. Ins Krankenhaus eingewiesen worden sei Zoe an einem Donnerstagabend, gekommen ist der kleine Erdenbürger dann am Samstag um 4 Uhr morgens. „Das war ein langes Wochenende!!!!“

Die Geburt:

„Ich habe versucht, es natürlich zu machen. Tja, das ist nicht passiert“, erinnert sie sich in dem Blogbeitrag. Sie bekam daher eine PDA. „Es rauschte durch meinen Körper und es fühlte sich an wie ein Orgasmus, ein sehr langer. Das war wie von ‘Der Exorzist‘ zu ‘Unsere kleine Farm‘ in weniger als fünf Minuten.“ Dass es dann endlich wirklich losging, merkte Zoe daran, dass es sich anfühlte, als müsse sie „das größte Geschäft ihres Lebens erledigen“. Doch auch dann wollte ihr Sohn nicht einfach so raus. „Alles, woran ich mich erinnere, ist dass diese höchstens 1,20m-große Ärztin mich fragte, ob ich es mit der Geburtszange versuchen oder einen Notkaiserschnitt will.“

„Dann hatte ich einen Dammriss“, erzählt Zoe George weiter. Für einen Dammschnitt durch die Ärzte war keine Zeit mehr gewesen. „Ich konnte nichts sehen, aber mein Mann, der in der Ecke des Raumes stand, sich an den Vorhang klammerte und wie Espenlaub zitterte, während ich ihm zurief ‘Nimm das auf! Mach Fotos! Ich will meine Plazenta sehen!!‘, hat mir später erzählt, er wäre sich zu 100 Prozent sicher gewesen, dass die Ärzte dem Baby den Kopf abreißen.“ Als Söhnchen Ari dann endlich da war, hat Zoe (zum Glück) nicht mehr so viel anderes gemerkt, aber die Folgen der Geburt würden sich auch danach noch bemerkbar machen. Ihr Mann hatte ihr übrigens auf die Frage, warum er nicht mit der eigens dafür neugekauften Kamera gefilmt hatte, gesagt, dass zu viele Leute im Weg gewesen seien. Inzwischen ist er mit der Wahrheit rausgerückt: „Er beschreibt das, was er gesehen hat, als dem Tatort eines Massaker-Blutbads ähnelnd.“

Nach der Geburt:

Als sie von einer Hebamme gesäubert wurde, erhaschte Zoe noch im Krankenhaus einen ersten Blick auf ihre Vagina. „Zu sagen, sie hätte wie ein Hamburger, oder – genauer gesagt – wie ein Whopper, ausgesehen, wäre noch nett gesagt. Das Bild wird für immer in mein Gedächtnis gebrannt sein. Wenn Frankensteins Monster eine Vagina hätte, wüsste ich genau, wie sie aussehen würde…“

Kein schönes Bild...

Kein schönes Bild…

Doch damit nicht genug. Zurück zu Hause hatte Zoe nicht nur Probleme mit dem Stillen, sondern konnte auch nicht auf Toilette gehen, ohne Schmerzen dabei zu haben, „als würden meine Eingeweide durch das riesige Loch herausfallen, das einmal meine Vagina gewesen ist.“ Für alle anderen Frauen hat sie auch eine dringende Warnung: „Sich über einen Handspiegel zu hocken und sie sich anzugucken, ist KEINE gute Idee! Mission sofort abbrechen!!!“

Sechs Monate später versuchten sie und ihr Mann das erste Mal, wieder miteinander zu schlafen. Fehlanzeige! Ihr Frauenarzt versicherte ihr dennoch, das alles ganz normal sei. Weitere sechs Monate später der nächste Versuch – und zwar auch, nochmal schwanger zu werden. „Und mit Versuch meine ich, dass ich weinend in mein Kissen biss, während mein armer Mann versuchte, es so schnell wie möglich hinter sich zu bringen.“

Zoe suchte erneut den Frauenarzt auf und der stellte fest, dass sich an der Dammrissstelle schmerzhaftes Narbengewebe gebildet hatte. „Ich kann nicht glauben, dass Sie tatsächlich damit versucht haben, ein Baby zu bekommen“, so der schockierte Arzt. Das hätte Zoe entweder operativ entfernen lassen können, oder hatte die Alternative, es einfach weiter mit einem zweiten Baby zu versuchen – „in der Hoffnung, dass das nächste Baby die gleiche Stelle aufreißt, die dann besser vernäht werden kann“. Na klasse! Dennoch versuchten Zoe und ihr Mann es mit Möglichkeit zwei.

Vaginismus lässt grüßen:

Zwar wurde Zoe wieder schwanger, doch bevor sie ihr Mädchen in einer „sanften und wunderschönen Geburt“ begrüßen konnte, hatte ihre Vagina einen Scheidenkrampf entwickelt. Bei diesem sogenannten Vaginismus, verspannt sich der Beckenboden so sehr, dass nichts mehr durchkommt. „Sie stellt eine Mauer aus Ziegelsteinen gegen jegliche Eindringlinge auf und egal, wie sehr man darauf einhämmert, diese Mauer wird nicht eingerissen“, beschreibt Zoe ihren Vaginismus. Durch monatelange Physiotherapie und die sehr positive Geburt ihrer Tochter, die ihr Mann sogar auf Band festhalten konnte (und wollte), hat Zoe George die Folgen der ersten Geburt inzwischen so gut wie überstanden. „Es ist noch ein weiter Weg, bis ich da unten wieder vollkommen in Ordnung bin, aber ich heule nicht mehr und beiße nicht mehr ins Kissen (außer vielleicht auf die gute Art und Weise, zwinker)“, resümiert Zoe den Erfahrungsbericht. „Es war mir lange sehr peinlich, diese Geschichte zu schreiben“, gibt sie zu, aber sie erzählt sie, um die Aufmerksamkeit darauf zu lenken, dass manche Frauen länger und schlimmer an einer Geburt leiden, als das vielleicht vielen bewusst ist.

Natürlich ist jede Geburt anders und die meisten Frauen haben – zum Glück – nicht so lange mit den Folgen eines Dammrisses oder -schnitts zu kämpfen. Dennoch kann die Geschichte von Zoe George einen ganz schön ins Grübeln bringen, ob man denn wirklich SO GERNE ein Kind haben möchte…

Bildquellen: iStock/NataliaDeriabina, giphy.com, Facebook/Zoe George – The Subtle Mummy


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