Lebensbedrohlich

Uterusruptur: Riss in der Plazenta

Katharina Meyeram 26.01.2015 um 08:57 Uhr

Auch wenn es sich viele Mamis als das schönste Ereignis in ihrem Leben vorstellen, verläuft auch bei einer Geburt nicht immer alles nach Plan. Eine Uterusruptur tritt zwar nur äußerst selten auf, kann im Ernstfall jedoch lebensbedrohlich für Mutter und Kind werden.

Von einer Uterusruptur spricht man, wenn der Uterus teilweise oder komplett zerreißt. Bei einer kompletten Ruptur liegt das Kind dann ungeschützt in der Bauchhöhle der Mutter, während bei einer gedeckten Ruptur das Bauchfell noch intakt ist und die Narbe in der Regel nicht ganz aufreißt. Eine Uterusruptur tritt in den meisten Fällen unter der Geburt auf – mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 zu 1.500 – kann jedoch auch bereits gegen Ende der Schwangerschaft in Erscheinung treten. Die Ursachen hierfür sind häufig eine vorangegangene Operation, etwa ein Kaiserschnitt, bestimme Lageanomalien oder auch ein Wehensturm, bei dem die Wehen zu stark oder zu häufig auftreten. Starke Gewalteinwirkungen auf den Babybauch können hierfür ebenfalls verantwortlich sein. Solltest Du also unglücklich gefallen sein, ist ein Besuch beim Frauenarzt immer dringend angeraten.

Uterusruptur: Frau im Krankenhaus.

Eine Uterusruptur muss umgehend behandelt werden.

Eine drohende Uterusruptur früh erkennen

Damit eine Uterusruptur glimpflich ausgeht, ist es wichtig, dass man sie möglichst früh erkennt. Während einige Rupturen plötzlich auftreten und keine Möglichkeit zur Früherkennung lassen, sind die Symptome in anderen Fällen wesentlich schleichender. Dies liegt daran, dass sich die Naht auch sehr langsam und stetig öffnen kann, ohne dass vorher bereits etwas passiert. In der Regel kommt dies durch schweres Heben oder zu große Anstrengungen zustande. Ein ziemlich sicheres Anzeichen unter der Geburt ist der sogenannte Wehensturm. Was dramatisch klingt, bezeichnet im Grunde zu starke oder zu häufige Wehen. Auch eine innere Unruhe, Angstzustände und ein starker Druckschmerz können die Uterusruptur ankündigen. Kommt die Geburt dann komplett zum Stillstand und findet sich Blut im Urin, ist die Sachlage meist eindeutig.

Die Anzeichen einer Uterusruptur

Tritt eine Uterusruptur erst einmal auf, setzen die Wehen schlagartig aus und die Herzfrequenz des ungeborenen Kindes fällt plötzlich in den Keller. Frauen, die einen Gebärmutterriss erlebt haben, beschreiben das Gefühl oft tatsächlich als ein innerliches Zerreißen. Durch den hohen Blutverlust in kürzester Zeit wird die Schwangere schnell blass, kalt und schwitzig, der Puls ist erhöht und der Blutdruck fällt ab. Da durch die Uterusruptur die Gebärmutter aufreißt, treten in der Regel auch vaginale Blutungen auf. Im Falle einer vollständigen Ruptur kann das Baby sogar durch den Bauch hindurch eindeutig ertastet werden.

Uterusruptur: Wie wahrscheinlich ist sie?

Eine Uterusruptur ist am wahrscheinlichsten nach einem vorangegangenen Kaiserschnitt. Etwa die Hälfte aller Risse sind hierauf zurückzuführen. Dies soll allerdings keinesfalls heißen, dass Du nach einem Kaiserschnitt zwingend eine Ruptur kriegen wirst. Selbst in diesem Fall liegt die Wahrscheinlichkeit nämlich bei unter einem Prozent. Dieser Wert ändert sich jedoch je nach Art der Geburt. Am risikoärmsten ist hier ein weiterer Kaiserschnitt, aber auch bei einer natürlichen Geburt ist die Wahrscheinlichkeit nur leicht erhöht. Legst Du nach einem ersten Kaiserschnitt großen Wert darauf, dass Deine zweite Geburt natürlich verläuft, solltest Du jedoch möglichst darauf verzichten, die Geburt einleiten zu lassen. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit auf eine Uterusruptur nämlich. Außerdem solltest Du darauf achten, dass Deine Gebärmutter nach einem Kaiserschnitt genügend Zeit hat, sich zu erholen. Um erneut schwanger zu werden, solltest Du daher in etwa ein Jahr warten, ansonsten ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass es bei einer natürlichen Geburt zu Komplikationen kommt. Solltest Du noch keinen Kaiserschnitt und auch sonst keine vorherigen Operationen an der Gebärmutter gehabt haben, ist es zwar möglich, dass eine Uterusruptur während der Wehen eintritt, dies ist aber sehr unwahrscheinlich. Im Endstadium der Schwangerschaft, aber noch vor der Geburt, ist es sogar beinahe ausgeschlossen. Neben vorhandenen Narben gibt es jedoch noch weitere Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit auf eine Ruptur erhöhen, so in etwa Rauchen, Übergewicht, Krebs und die Einnahme von Steroiden.

Uterusruptur: Vorbeugung und Vorgehen

Sollte Deine erste Geburt ein Kaiserschnitt gewesen sein oder Du eine andere Operation an der Gebärmutter gehabt haben, gibt es einige Möglichkeiten gegen eine Uterusruptur vorzubeugen. So solltest Du darauf achten, die frische Wunde regelmäßig zu pflegen und zu reinigen. Außerdem solltest Du Dich streng daran halten, in der Erholungszeit und auch während einer erneuten Schwangerschaft nicht zu schwer zu heben oder Dich zu sehr anzustrengen. Auch eine ausgewogene Ernährung kann die Heilung der Narbe unterstützen. Sollte dennoch während der Geburt eine Uterusruptur auftreten, wissen Deine Ärzte am besten, was zu tun ist. Du solltest nun unbedingt auf sie hören. Auch wenn Du Dir von ganzem Herzen eine natürliche Geburt gewünscht hast, ist diese mit einer kompletten Ruptur schlicht nicht mehr möglich. Ein Kaiserschnitt muss nun schnellstens erfolgen, um Dein Leben und das Deines Babys zu retten.

Eine Uterusruptur tritt am häufigsten nach einem vorherigen Kaiserschnitt oder anderen Operationen an der Gebärmutter auf. Ist die Plazenta einmal gerissen, muss unbedingt schnell gehandelt werden. Ein Kaiserschnitt ist nun die einzige Möglichkeit, das Leben von Dir und Deinem Kind zu retten.

Kommentare (2)

  • Nadine1234 am 20.03.2015 um 16:13 Uhr

    Boah, bei dem mit dem reißen musste ich auch zusammenzucken. Dann noch das entsprechende Geräusch dazu vorstellen. Nee, ne Uterusruptur klingt echt nach ner Menge Spaß.

  • Fauler_Pelz am 16.01.2015 um 11:04 Uhr

    Uterusruptur klingt ja an sich schon schrecklich, aber dass einige Frauen, dann auch das Gefühl haben, dass tatsächlich was reißt. Dass man das so mitkriegt. Nein, wie schrecklich...was da alles schief gehen kann.