Weltnotstand

Zika-Virus: Gefahren für Schwangere

Katharina Meyeram 03.02.2016 um 15:31 Uhr

Das Zika-Virus sorgt momentan jeden Tag für neue Schlagzeilen. Nachdem eine Vielzahl von Babys in Lateinamerika mit dem Verdacht auf Fehlbildungen aufgrund dieser Erkrankung geboren wurden und auch Fälle in anderen Ländern gemeldet wurden, rief die WHO den Weltnotstand aus. Besonders für Schwangere kann das Virus ernsthafte Folgen haben. Wir verraten Dir alles, was Du über das Zika-Virus wissen musst.

Das Zika-Virus wurde erstmals im Jahr 1947 bei Affen aus dem Zikawald in Uganda festgestellt. Es wird von Mücken der Aedes-Gattung übertragen – vor allem von der Ägyptischen Tigermücke Aedes aegypti und der Asiatischen Tigermücke Aedes albopictus. Obwohl es zunächst hieß, dass in Deutschland vorkommende Moskitos das Virus nicht übertragen würden, berichten Experten nun, dass letztere Mückenart auch in Deutschland vorkommen könne und das Zika-Virus sich somit auch hier ansiedeln könne.

Als Schwangere solltest Du möglichst nicht in ein betroffenes Gebiet reisen.

Als Schwangere solltest Du möglichst nicht in ein betroffenes Gebiet reisen.

Die Gefahr in Deutschland, so berichteten das Robert Koch-Institut (RKI) und die Virologin Regine Heilbronn laut der „Bild“, sei jedoch eher ein „theoretisches Risiko“. Damit sich das Zika-Virus in Deutschland ausbreiten könne, müsse eine hier ansässige Asiatische Tigermücke zunächst eine infizierte Person stechen, bevor sie selbst zum Überträger werde. Doch auch wenn die Gefahr einer Epidemie in Deutschland eher unwahrscheinlich ist, verbreitet das Zika-Virus sich derzeit rasend schnell.

Wo gibt es Zika-Infektionen?

Das Zika-Virus kommt in vielen tropischen Gegenden auf der ganzen Welt vor. Seit 2015 gibt es vor allem einen massenhaften Ausbruch, der in Brasilien begann und inzwischen große Teile Südamerikas betrifft. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rief deshalb nun den internationalen Gesundheitsnotstand bezüglich der Infektion aus. Auch in den USA, Großbritannien und Deutschland wurden Fälle von Zika-Infektionen gemeldet, da das Virus von Reisenden eingeschleppt wurde. Neben der Infektion durch einen Stich einer Mücke, die das Virus überträgt, ist auch eine Ansteckung von Mensch zu Mensch möglich. Das Zika-Virus wurde bereits im Blut und in Samenflüssigkeit nachgewiesen.

Zika-Virus: Für Schwangere besonders gefährlich

Während die Infektion mit dem Zika-Virus meist nur mit milden grippeähnlichen Symptomen verläuft, die sich drei bis zwölf Tage nach der Ansteckung äußern und mit Schmerz- und Fiebermedikamenten behandelt werden können, ist das Virus für Schwangere weitaus weniger harmlos. Eine werdende Mutter, die sich mit dem Zika-Virus ansteckt, kann dieses auf ihr ungeborenes Kind übertragen, bei dem es zu Fehlbildungen führen kann. In Brasilien wurden beispielsweise seit Oktober 2015 über 4.000 Neugeborene mit dem Verdacht auf Mikrozephalie, also einem zu kleinen Kopf, gemeldet.

Wie kannst Du eine Ansteckung vermeiden?

Das Zika-Virus wird von der Tigermücke übertragen.

Das Zika-Virus wird von der Tigermücke übertragen.

Es gibt derzeit noch keine Impfung gegen das Zika-Virus. Eine Erkrankung kann man vorbeugen, indem man Reisen in betroffene Länder vermeidet oder sich vor Ort durch Insektenschutzmittel, lange, weite und möglichst helle Kleidung und Moskitonetzen vor Stichen schützt. In betroffenen Regionen sollte auch beachtet werden, dass das Virus von Mensch zu Mensch übertragen werden könnte. Als Schwangere ist es empfehlenswert, Südamerikareisen nicht anzutreten. Die Reiseveranstalter bieten kostenlose Umbuchungen oder Stornierungen an. Sollte sich der Aufenthalt in einem gefährdeten Land nicht verhindern lassen, ist auf die Schutzmaßnahmen zu achten. Falls Du ein solches Land bereist hast und grippeähnliche Syptome bei Dir auftreten, solltest Du einen Arzt aufsuchen. Ein Bluttest kann Dir sagen, ob Du Dich mit dem Zika-Virus infiziert hast.

Das Zika-Virus verbreitet sich derzeit von Südamerika aus auch in anderen Teilen der Welt, sodass die WHO einen Gesundheitsnotstand ausgerufen hat. Vor allem Schwangere sollten die Empfehlung beachten, Reisen in betroffene Länder zu vermeiden. Auch Menschen mit einer Immunstörung oder chronischen Erkrankung sollten besonders vorsichtig sein.

Bildquellen: iStock/quintanilla, iStock/nechaev-kon

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