Spätgebärende Mütter

Eine Studie des Max-Planck-Instituts hat ergeben, dass das Alter von Spätgebärenden die Gesundheit der Kinder positiv beeinflussen kann. Die Kinder jüngerer Mütter sind später häufiger krank.

Nicht nur bei Prominenten, auch in der deutschen Bevölkerung sind „Last-Minute-Mütter“ mittlerweile gang und gäbe. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts kamen im Jahr 2011 in Deutschland 28.470 Babys von Spätgebärenden, d.h. 40-jährigen oder älteren Müttern, zur Welt. Ein Grund dafür sind die immer länger werdenden Ausbildungszeiten. So waren im Jahr 2008 ganze 54 Prozent der Akademikerinnen bis zu ihrem 35. Lebensjahr noch kinderlos.

Kinder von Spätgebärenden

Bislang wurde vermutet, dass Kinder spätgebärender Mütter als Erwachsene häufiger krank werden. Dies wurde auf die schlechtere Qualität der Eizellen und die schwächere Plazenta zurückgeführt. Das Max-Planck-Institut für Demografische Forschung in Rostock fand jetzt heraus, dass frühe Geburten die Gesundheit im Erwachsenenalter eher beeinträchtigen, als spätere. Das gilt natürlich nur, wenn das Kind gesund geboren wurde. Denn bei Spätgebärenden steigt das Risiko eines Erbgutdefekts des Kindes. Bei 35-jährigen Müttern erkrankt eins von 350 Kindern an Trisomie 21, bei 44-Jährigen ist es bereits eins von 14.

Kinder von Spätgebärenden

Spätgebärende Mütter werden immer häufiger – auch in Deutschland


Einfluss des Alters bei Spätgebärenden

Bei der aktuellen Studie wertete die Forschungsgruppe “Dynamik des Lebensverlaufes und Demografischer Wandel”, Daten von 18.000 US-Amerikanerinnen aus. Dabei zeigte sich, dass die Kinder im Erwachsenenalter eher krank wurden, wenn ihre Mütter bei der Geburt jünger waren. Bei 20- bis 24-jährigen Müttern lag die Zahl der Erkrankungen um fünf Prozent höher als bei Kindern von 25- bis 34-jährigen Müttern. Sogar zu 15 Prozent häufiger erkrankten Kinder, deren Mütter bei der Geburt erst zwischen 14 und 19 Jahre alt waren.

Mikko Myrskylä, Leiter der Forschungsgruppe, sieht den Bildungsgrad der Mutter als entscheidenden Faktor für die spätere Gesundheit der Kinder: „Der Bildungsstand der Mutter hat direkte Auswirkungen auf ihr Gesundheitsbewusstsein, etwa in Bezug auf Rauchen, körperliche Bewegung und Alkoholkonsum.”

Spätgebärende oder junge Mutter?

Auf die Frage, welcher Zeitpunkt der richtige sei, um Kinder zu bekommen, gibt es für die Forscher keine eindeutige Antwort. Myrskylä sieht den Vorteil bei spätgebärenden Müttern darin, dass sie über mehr „sozialökonomische Ressourcen verfügen“ und mehr Zeit in ihre Bildung investiert haben. Dadurch könnten sie ihren Kindern zu einer besseren Schul- und Berufsqualifikation verhelfen, was sich wiederum positiv auf das Gesundheitsbewusstsein der Kinder auswirke. Generell lasse sich daraus aber nicht ableiten, welches Alter zu jung oder zu alt sei.

Gute Nachrichten für Spätgebärende: Wenn ihre Kinder gesund zur Welt kommen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie als Erwachsene gesünder sind, als Kinder jüngerer Mütter. Letztlich bleibt die Entscheidung, wann man ein Kind bekommt, zum Glück jeder Mutter selbst überlassen.

Bildquelle: Monkey Business Images/dreamstime.com


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Was denkst du?

  • Mamalou am 18.05.2013 um 10:06 Uhr

    Würde gerne Spätgebärende Mama`s kennenlernen! Bin selber mit 40 das erste Mal schwanger geworden....eine tolle Zeit, die ich nicht missen möchte!! LG Esthee

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  • kgfs1909 am 12.10.2012 um 10:36 Uhr

    Das ist mal wieder eine tolle Studie... Wie LisaLoca schon erwähnte geht es eigentlich um den Bildungsstand und das angeblich höhere Gesundheitsbewusstsein. Meiner Meinung nach ist die Studie viel zu verallgemeinernd! Ich bin grade mal 22 und bekomme jetzt mein erstes Kind. Ich habe vor 3 Jahren meine Matura mit gutem Erfolg gemacht und war dann für ein paar Monate im Ausland und dann 2 1/2 Jahre am Arbeiten bevor ich schwanger wurde. Sowohl mein Mann und ich haben einen unbefristeten Arbeitsvertrag und verdienen für unser Alter schon gutes Geld. Schließlich kann ich für zwei Jahre in Karenz gehen ohne Angst wegen dem Geld haben zu müssen.. Ich rauche nicht und habe schon im Jahr bevor ich schwanger wurde kaum noch Alkohol getrunken - nur mal ein gutes Glas Wein oder so.. Zudem koch ich jeden Tag frisch und schaue darauf, dass sich niemand traut in meiner Nähe zu rauchen, da ich mein Baby schützen will.. Also solche Studien sind einfach nur schwachsinnig, weil sie nicht die richtige Aussage treffen.. Denn eigentlich steigt ja mit zunehmendem Alter das Risiko ein krankes Kind auf die Welt zu bringen. Naja zum Glück darf ja jeder selbst entscheiden, wann man bereit für ein Kind ist 🙂

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  • me76 am 11.10.2012 um 12:29 Uhr

    @Athene: Dann wirf mir doch schonmal die Pistole rüber-aber am besten mit zwei Schuß geladen, denn meinen Partner muss ich ja mit erschiessen 😉 Ich bin 36, mein Partner 48 und erwarten im Frühjahr unser erstes Kind!

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  • SuSiStar am 10.10.2012 um 21:51 Uhr

    " Die Kinder Spätgebährender sind gesünder." - aber nur wenn der Partner sehr viel jünger ist, denn laut einem älteren Bericht, sei das Erbgut von "alten" Männern nicht mehr so gut wie bei einem jungen Mann. Aaaaber! Die Kinder älterer Männer sind gelassener und kommen im Leben besser zurecht... :-/

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  • LisaLoca am 10.10.2012 um 18:54 Uhr

    Das Witzige an dieser Studie ist ja, dass letztendlich nicht das Alter ausschlaggebend für die 5% (mehr gesunde Kinder) ist, sondern lediglich die Tatsache, dass ein gewisser/s Bildungsstand, Einkommen und Gesundheitsbewusstsein vorherrscht! Ergo: Die Studie stellt lediglich fest, dass mit steigendem Alter meist der Bildungsstand, das Einkommen und das Gesundheitsbewusstsein steigt. Dass durch diese 3 Faktoren das Kindes-wohl begünstigt werden kann, ist wohl jedem bekannt und nicht eindeutig dem Alter zuzuschreiben 😉 Ich bin der Meinung, dass das Alter kaum ein Kriterium der Familiengründung darstellt. Jedes Paar lebt individuell- Und so gestaltet sich dann wohl auch die Familienplanung =)

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  • Athene_ am 10.10.2012 um 14:43 Uhr

    Ich finde dass man das generell nicht sagen kann. Und die Bildung der Mutter beeinflusst auf keinen Fall die spätere Bildung des Kindes. Meine Mama hat mich mit 24 bekommen ist Akademikerin. Trotzdem habe ich einen Realschulabschluss, eine normale Ausbildung und rauche:) Ich bin der Meinung dass auch eine 20 Jährige Mutter Wertvorstellungen vermitteln kann. Ich weiß nur, dass ich mich eher erschießen würde als mit Ü30 Kinder zu bekommen.

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  • chrissy82 am 10.10.2012 um 10:33 Uhr

    Ich bin jetzt inzwischen 30 und wünsche mir ein Kind. Aber vor ein paar jahren hätte ich mir das noch nicht vorstellen können.

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  • MamiJanosch am 10.10.2012 um 09:11 Uhr

    Ich hätte mir mit 20 noch nicht vorstellen können, ein Kind zu kriegen, obwohl ich wusste, dass ich später mal welche möchte. Da hatte ich einfach noch zu viel mit meinem eigenen Leben vor. Jetzt hab ich einiges davon erreicht und kann mich komplett auf ein Kind einstellen. Als spätgebärend gilt man heute ja schon früh. Ist aber sicher bei jedem ein bisschen anders.

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  • diewildehilde am 10.10.2012 um 09:08 Uhr

    Eine gute Bekannte von mir kann wohl als spät gebährend bezeichnet werden... Sie hat mit 42 noch ein Nachzüglerkind bekommen 🙂 Ob das jetzt gesünder ist als die andren beiden, weiß ich aber nicht.

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  • MamiimGlueck am 10.10.2012 um 09:07 Uhr

    Ich denke nicht, dass man das so generell sagen kann. So eine Studie vermittelt ja immer Durchschnittswerte. Was ich allerdings auch so sehe ist, dass man den Kindern vielleicht mehr mit auf den Weg geben kann, wenn man selbst schon gereifter ist. Damit ist natürlich nicht mehr Liebe und Zuwendung gemeint, aber vielleicht ruht man dann einfach mehr in sich und hat sich schon mehr Gedanken über Wertvorstellungen gemacht. Das kann einem Kind sehr gut tun. Spätgebärende Mütter haben einfach selbst schon mehr erlegt.

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  • Papageio am 09.10.2012 um 17:10 Uhr

    Meine Mutter war auch schon fast Spätgebärend und mir geht's prima 🙂

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