Projektreise nach Malawi mit PNP und Ninja Charbonneau im November 2016. Schwerpunkt Mangelernährung und Mädchen stärken / Bildung.

Rashina (links, 13) und Lucy (14) haben im Selbstverteidigungskurs gelernt, sich zu wehren.

Spätestens seit #MeToo wissen wir: Auch der glamouröseste Hollywood-Star ist nicht vor sexueller Belästigung und sogar gewalttätigen Übergriffen gefeit. Dass ihre traumatischen Erlebnisse endlich Gehör finden, ist ein großer Schritt nach vorne. Doch was ist mit den Frauen, denen die weitreichende Plattform der schönen und reichen Hollywoodstars fehlt? Über die keine Artikel geschrieben werden, denen keiner zuhört? Eine von ihnen ist Lucy (14) aus Malawi. Sie lebt in einem Land, in dem es der Ausnahmefall ist, wenn eine Frau noch keinen Übergriff erlebt hat. UNICEF setzt sich deshalb dafür ein, dass Mädchen und Frauen aus besonders gefährlichen Regionen Selbstverteidigungskurse machen können.

Lucy hatte gute Gründe, an dem Selbstverteidigungskurs von UNICEF teilzunehmen. Im Alter von nur zwölf Jahren war sie auf dem Weg in den Garten, als sie am helllichten Tag von zwei Männern gepackt wurde. Jeder hielt einen Arm fest – es war nur zu deutlich, was sie dem Mädchen antun wollten. Lucy schrie, und zum Glück hörte eine Freundin sie und holte Hilfe. Die Männer rannten weg, die Gefahr war gebannt. Fürs Erste.

Malawische Mädchen werden sehr häufig Opfer sexueller Gewalt. Der katarische Fernsehsender Al Dschasira berichtete 2016, dass Vergewaltigung das am häufigsten angezeigte Verbrechen in Malawi sei.

Wie Selbstverteidigung afrikanischen Mädchen Hoffnung schenkt

Als Lucy von dem Selbstverteidigungskurs von UNICEF hörte, wollte sie daher unbedingt teilnehmen. Und der Kurs hat gewirkt: „Die Jungs in der Schule trauen sich jetzt nicht mehr, mich anzufassen“, sagt Lucy mit einem selbstbewussten Lächeln.

Ein Selbstverteidigungskurs hat Lucy neues Selbstbewusstsein gegeben.

Der Kurs dauerte sechs Wochen, danach gab es noch zwei Stunden zur Auffrischung. Und es hat sich ausgezahlt – im Sommer 2016 musste Lucy das Erlernte anwenden. Sie war mit einer Freundin auf dem Markt, als ein Junge begann, sie zu bedrängen. Nachdem sie seine Avancen ablehnte, packte er sie. Mit der Technik, die sie im Kurs gelernt hatte, konnte Lucy sich ihm entwinden und lief davon. „Ich war sehr stolz und glücklich, weil ich gesehen habe: Es wirkt.“

Man sieht Lucy an, dass der Kurs nicht nur ihre Fähigkeit verbessert hat, sich körperlich zu verteidigen. Sie geht ihr Leben seitdem auch mit neuem Selbstbewusstsein an. Lucy folgt nun ihrem Traum, Krankenschwester zu werden. Auch ihren zwei Schwestern hat sie gezeigt, was sie im Kurs gelernt hat.

Auch jenen Frauen, die dem traumatische Alptraum eines sexuellen Übergriffes nicht entfliehen konnten, wird durch UNICEF Hilfe zuteil. UNICEF unterstützt in Bürgerkriegsgebieten wie dem Ostkongo Krankenhäuser, die Opfer von Vergewaltigungen medizinisch versorgen, sowie Rehabilitationszentren, in denen die sie psychologisch betreut werden und sich auf die Rückkehr in ihr Dorf vorbereiten können. UNICEF fördert außerdem Selbsthilfegruppen und schult Helfer im Umgang mit dem Tabuthema. Sie lernen beispielsweise, Opfer präzise und doch einfühlsam zu befragen, und informieren über Hilfsangebote.

Hilf mit deiner Spende, Frauen und Mädchen vor sexueller Gewalt zu schützen und ihnen Stärke – von innen und außen – zu geben.

Bildquellen: © UNICEF/DT2016-51461/Ninja Charbonneau, © UNICEF/DT2016-51449/Ninja Charbonneau


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