Verbot für ölhaltige Farben

Nach der Beanstandung von Adventskalendern durch Stiftung Warentest hat sich das Verbraucherministerium zu Wort gemeldet. Ölhaltige Farben dürften künftig nicht mehr für Lebensmittelverpackungen verwendet werden.

Seit Tagen ist die Diskussion über Mineralölrückstände in Adventskalenderschokolade in den Medien. Stiftung Warentest hatte 24 Adventskalender getestet und mit mangelhaft bewertet. Der Grund: Mineralölrückstände in der Schokolade. Hersteller und Vertreiber der Adventskalender wehrten sich gegen die Vorwürfe und beanstandeten das angeblich aus Altpapier hergestellte Verpackungsmaterial. Gleichzeitig wurden Rückrufaktionen gestartet. Bei Verbrauchern macht sich zunehmend Unsicherheit breit. Jetzt hat das Verbraucherministerium auf den Vorfall reagiert.

Ölhaltige Farben können Rückstände auf Lebensmitteln hinterlassen

Die jüngste Prüfung von Adventskalenderschokolade durch Stiftung Warentest hat es gezeigt: Ölhaltige Druckfarben können über die Verpackung Mineralölrückstände auf Lebensmitteln hinterlassen. In 9 von 24 getesteten Adventskalendern hatte Stiftung Warentest aromatische Mineralöle nachgewiesen, die als besonders gesundheitsschädlich gelten. Wie das Bundesverbraucherministerium am Donnerstag mitteilte, soll daher nun ein generelles Verbot für die Verwendung von ölhaltigen Druckfarben für Lebensmittelverpackungen ausgesprochen werden. Das Ministerium reagiert damit auf die zunehmende Verunsicherung der Verbraucher, die der Bericht von Stiftung Warentest ausgelöst hatte.

Das Verbot bezieht sich auf die Herstellung von Neuverpackungen. Gleichzeitig sollen für Verpackungen aus Recyclingpapier gesundheitsschützende Höchstmengen für die Übertragung von Mineralöl auf Lebensmittel festgelegt werden. Das Bundesverbraucherministerium kündigte an, beide Maßnahmen kurzfristig auf den Weg zu bringen. Eine amtliche Nachweismethode muss zu diesem Zweck noch erarbeitet werden.

Keine ölhaltigen Farben für Verpackungen

Lebensmittelverpackungen sollen strenger kontrolliert werden


Foodwatch fordert Nullgrenze für ölhaltige Farben

Der Verbraucherorganisation Foodwatch sind die angekündigten Maßnahmen zu wenig. Sie forderte die überwachenden Stellen auf, schon vor der Umsetzung der neuen Richtlinien drastische Maßnahmen zu ergreifen, um die Verbraucher zu schützen. Foodwatch schlägt vor, von den Herstellern, die Verpackungsmaterial aus Recyclingpapier verwenden, einen Unbedenklichkeitsnachweis zu verlangen. Liege dieser nicht vor, müsse die Ware aus dem Verkauf genommen werden. Foodwatch-Vizegeschäftsführer Matthias Wolfschmidt übte am Donnerstag harsche Kritik am Verbraucherministerium, dessen Vorgehen er als zu zögerlich einschätzte. Nach der Veröffentlichung des Tests der Stiftung Warentest am Montag sei Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) „wieder eingefallen“, so Wolfschmidt, dass bei ihr seit mehr als zwei Jahren eine Verordnung zu Grenzwerten in der Schublade liege. Den Verbrauchern hätten die krebsverdächtigen Substanzen, die nicht nur in Adventskalendern stecken, längst „erspart“ werden können.

Darüber hinaus fordert Foodwatch nicht nur die Einführung einer Höchstgrenze für Mineralölrückstände, die Organisation möchte die Höchstgrenze auf „Null“ festgesetzt wissen. Es drehe sich bei der Mineralöl-Verordnung um krebsverdächtige aromatische Kohlenwasserstoffe, die überhaupt nicht in Lebensmittel gelangen dürften. „Denn unbedenkliche Mengen gibt es hier nicht“ betonte Matthias Wolfschmidt und wies gleichzeitig darauf hin, dass ein früherer Entwurf der Mineralölverordnung keinerlei nachweisbare Mengen der gesundheitsschädlichen Stoffe in Lebensmitteln vorsehe. An diesen Entwurf möchte Foodwatch die neue Verordnung angeglichen wissen.

Das Ergebnis der Adventskalender-Prüfung von Stiftung Warentest hat die Verbraucher stark verunsichert. Das Bundesverbraucherministerium reagiert nun mit einer regulativen Maßnahme. Ein Verbot von ölhaltigen Farben in Neuverpackungen sowie die Festlegung von Höchstwerten für Mineralölrückstände in Recyclingverpackungen soll die Verbraucher schützen. Die Verbraucherorganisation Foodwatch ist inhaltlich nicht zufrieden mit der angekündigten Maßnahme und fordert zum Schutz der Verbraucher ein drastischeres Vorgehen.

Bildquelle:Kupparock | Dreamstime.com


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Was denkst du?

  • HappyMommy am 04.12.2012 um 16:20 Uhr

    Wir sind alle mittlerweile so verunsichert. Ständig werden irgendwelche Lebensmittel mit mangelhaft bewertet 🙁

    Antworten
  • minzmama am 04.12.2012 um 09:25 Uhr

    Finde ich auch prima, dass das jetzt verboten worden ist. Gerade bei der Gesundheit hört der SPaß echt auf.

    Antworten
  • secondmum am 03.12.2012 um 12:12 Uhr

    Na immerhin eine Konsequenz, damit sowas nicht nochmal passiert. War wohl eine echte Sicherheitslücke, die sich da aufgetan hat.

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  • chrissy82 am 03.12.2012 um 09:52 Uhr

    Das Verbot finde ich gut!

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