Eltern sind nach 1. Kind unglücklicher
Juliane Timmam 15.06.2017

Sind Kinder das größte Glück auf Erden? Was, wenn man bereits ein Kind in die Welt gesetzt hat und mit der Eltern-Rolle so gar nicht glücklich wird? Eine Studie hat das Befinden von deutschen Eltern nach dem ersten Kind untersucht und die Ergebnisse sind erschreckend!

Eltern, die ihre Kinder über alles lieben, sollten besser nicht weiterlesen, denn die Wissenschaftler Rachel Margolis und Mikko Myrskylä haben eine wahre Anti-Kinder-Studie herausgebracht. Sie wollten herausfinden, warum viele Deutsche sagen, dass sie zwei Kinder wollen und am Ende doch nur ein Einzelkind aufziehen.

Unglücklich nach der Geburt? Ein echtes Tabuthema

Der finnische Demograf Mikko Myrskylä und Rachel Margolis, Wissenschaftlerin des Instituts für Soziologie der University of Western Ontario, fanden heraus, dass Menschen, die nach der Geburt des ersten Kindes besonders unzufrieden sind, am ehesten kein zweites Kind bekommen.

Auch wenn es im Grunde ein Tabuthema ist – denn wer würde offen zugeben, dass das eigene Baby einen unglücklich macht – , die Unzufriedenheit über die neue Situation mit einem kleinen Erdenbewohner ist bei einigen Eltern tatsächlich stärker als bei Arbeitslosigkeit, Scheidung oder sogar dem Tod des Partners! Wenn der Todesfall eines geliebten Menschens nicht das Schlimmste der Welt ist – was dann?

Die Geburt des ersten Kindes stellt das Leben von jeder Mutter und jedem Vater auf den Kopf, aber dass es manchmal so schlimm sein kann, hatten die Forscher nicht gedacht, als sie Daten aus Deutschland auswerteten.

Eltern unglücklicher mit Kind

Ein echtes Tabuthema in Deutschland: Eltern sind nach der Geburt des Kindes unglücklicher

Fast 60 Prozent der Eltern sind unglücklicher als zuvor

Etwa 60 Prozent aller Eltern sind demnach nach der Geburt des ersten Kindes unglücklicher als vorher. Wenn Paare den Übergang in ihr Elternleben als positiv(er) wahrgenommen haben, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie weitere Kinder bekommen. Wenn Paare das Leben mit Kind als kompliziert(er) wahrnehmen, wird der Nachwuchs eher als Einzelkind aufwachsen.

Die Forscher fassten die Gründe, sich gegen ein zweites Kind zu entscheiden, allerdings in mehrere Kategorien zusammen. Einige Frauen entschieden sich zum Beispiel gegen ein zweites Kind, weil die Folgen der Schwangerschaft zu schmerzhaft waren. Frauen entschieden sich nach einem komplizierten Kaiserschnitt bei Baby Nummer eins ebenfalls gegen weitere Kinder.

Auch die Kombination von Familie und Beruf nahm einen Einfluss auf das Glücksgefühl der Eltern. Viele Mütter und Väter fühlen sich durch ihr Kind vom Rest der Welt isoliert. „Generell beklagen junge Eltern zunächst häufig Schlafmangel, Schwierigkeiten in der Partnerschaft und den Verlust von Freiheit und Kontrolle über ihr Leben”, so der Demograf Myrskylä im Gespräch mit der Max-Planck-Gesellschaft.

Was sagst du zu dem Thema „unglückliche Eltern”? Wie hast du dich nach deinem ersten Kind gefühlt? Bist du Mutter von einem Einzelkind oder hast du eine Großfamilie? Verrate es uns in den Kommentaren oder auf Facebook.

Bildquelle: iStock/monkeybusinessimages, iStock/JackF


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