Frau Stress Schwanger
Jessica Tomalaam 26.03.2017

In der heutigen Zeit gehört Stress zum Alltag dazu. Das Berufsleben dringt immer mehr auch in den privaten Bereich vor und wer beides unter einen Hut bringen möchte, fühlt sich schnell gestresst. Doch inwiefern beeinflusst Stress die Schwangerschaft oder vielmehr das Nichtvorhandensein einer Schwangerschaft? Eine amerikanische Studie belegt: Zu viel Stress schadet der Fruchtbarkeit.

Stress entsteht beim Menschen, wenn er sich einer Belastung ausgesetzt sieht, der er sich nicht gewachsen fühlt. Auch wer einen Vollzeit-Job hat, den Haushalt führt, seinen eigenen Hobbys nachgeht, etwas mit den Freunden oder den Partner unternimmt, kommt manchmal in Zeitnot oder ist beruflichem oder privatem Stress ausgesetzt. Wer versucht ein Baby zu bekommen, sollte möglichst alle Störfaktoren auf ein Minimum zu reduzieren. Denn innere Anspannung bei einer Frau mit Kinderwunsch wird auch von Reproduktionsmedizinern als ein möglicher Grund gesehen, warum es nicht zur erwünschten Schwangerschaft kommt.

Schwanger werden

Um sich den Kinderwunsch erfüllen zu können, ist es wichtig, dass Stress weitestgehend vermieden wird.

Forscher der Ohio State University veröffentlichten dazu eine empirische Studie im Fachmagazin „Human Reproduction“, die den Zusammenhang von Stress und Schwangerschaft erläutert. Stehen Frauen dauerhaft unter Stress, so die Ergebnisse der Studie, kann das eine Schwangerschaft verzögern oder sogar verhindern. Dieses Risiko der Unfruchtbarkeit wurde mit der Studie weltweit zum ersten Mal nachgewiesen, wenn Stress und Schwangerschaft erforscht wurden.

Stress schadet Fruchtbarkeit: Was sind die Gründe?

Yoga kann Dir dabei helfen Stress abzuwehren.

Stress ist in der heutigen Zeit allgegenwärtig. Ob die Fruchtbarkeit der Frau jedoch auch davon abhängig ist, wie gestresst sie ist, wurde lange kontrovers diskutiert. Die Frage nach dem Grund für Unfruchtbarkeit, also dafür, dass auch nach zwölf Monaten ungeschützten Geschlechtsverkehrs keine Schwangerschaft eintritt, wird immer unwichtiger, je erfolgreicher reproduktionsmedizinische Maßnahmen werden. Die Forscher dieser Studie um Courtney Denning-Johnson Lynch betonen jedoch, dass eine Erforschung des Zusammenhangs von Stress und Schwangerschaft dabei hilft, gesündere und günstigere Alternativen für Paare mit Kinderwunsch zu schaffen. Durch den beobachteten Einfluss von Stress auf die Fruchtbarkeit kann davon ausgegangen werden, dass Stress mindernde Maßnahmen wie Yoga und Meditation sich positiv auf die Erfüllung des Kinderwunschs auswirken.

Die Ergebnisse der Studie

401 Paare mit Kinderwunsch wurden von 2005 bis 2009 über einen Zeitraum von bis zu zwölf Monaten begleitet. Als Indikator für Stress wurde zu Beginn der Studie und bei der ersten Menstruation während der Forschungszeit jeweils eine Speichelprobe der Frau genommen und auf das Stresshormon Cortisol und die Alpha-Amylase-Aktivität untersucht. Vor allem die Aktivität des Verdauungsenzyms Alpha-Amylase spielte demnach eine Rolle im Zusammenhang von Stress und Fruchtbarkeit. Frauen, in deren Speichel das Enzym sehr aktiv war, hatten im Vergleich zu Frauen mit einer geringeren Enzymaktivität eine um 29 Prozent verringerte Chance, schwanger zu werden und ein mehr als doppelt so hohes Risiko der Unfruchtbarkeit. Von den 401 Frauen zwischen 18 und 40, bei denen Stress und Schwangerschaft untersucht wurden, wurden im Laufe der Studie 347 schwanger und 54 nicht.

Schwanger werden

Schuldzuweisungen helfen nicht, wenn sich der Kinderwunsch nicht sofort erfüllt. Ein Besuch beim Frauenarzt kann da helfen.

Diese Werte wurden noch um andere Faktoren bereinigt, die einen Einfluss auf das Auftreten einer Schwangerschaft haben könnten, wie das Alter der Frau, Einkommen und Alkohol-, Koffein– und Zigarettenkonsum. Da der Speichel jedoch nur zwei Mal während der gesamten Zeit gemessen wurde, ist auch der Zusammenhang zwischen Stress und Fruchtbarkeit nur punktuell nachgewiesen. Die Forscher warnen vor Schuldzuweisungen aufgrund dieser Erkenntnisse und empfehlen beruhigende Maßnahmen und Achtsamkeitstraining um Stress weitestgehend zu vermeiden. Natürlich gibt es auch einige Tipps, die Du beherzigen kannst, wenn Du Deine Fruchtbarkeit steigern willst.

Die Studie zeigt einen Zusammenhang zwischen Stress und der Fruchtbarkeit einer Frau. Welche anderen Gründe jedoch für die ungewollte Kinderlosigkeit verantwortlich sind, muss jedes Paar individuell klären. Schuldzuweisungen helfen nicht, den Stress der Mutter zu verringern. Stattdessen können Yoga, Atemübungen und Achtsamkeitstraining für ein entspanntes Paar sorgen und es dem Kinderwunsch vielleicht ein kleines Stückchen näher bringen.

Bildquellen: iStock/diego_cervo, iStock/petrenkod, iStock/fizkes, iStock/KatarzynaBialasiewicz


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Was denkst du?

  • EllaRue24 am 02.10.2014 um 16:19 Uhr

    Es ist doch verrückt, wie der Körper so auf den Alltag eines Menschen reagiert, oder? Aber ich finde es auch sehr gut zu wissen, dass nicht gleich eine medizinische Ursache Grund für das Ausbleiben einer Schwangerschaft sein muss. Und außerdem gibt es wohl keine bessere Ausrede, um die Arbeit auch einmal hintenan zu stellen 🙂

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  • Honigmelone7 am 25.06.2014 um 11:38 Uhr

    Gut zu wissen, dass es manchmal wirklich einfach nur am Stress liegen kann, wenns mit der Schwangerschaft nicht klappt. Andererseits ist das auch eine wirklich gemeine Sache, denn wenn man so gerne ein Kind haben will, ist es schwierig, sich schon von der Situation und dem Druck allein nicht stressen zu lassen.

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  • Toffyfe am 08.04.2014 um 17:40 Uhr

    Ja wenn man Stress und Schwangerschaft kombinieren will geht das öfters in die Hose. Ist ja eigentlich auch logisch. Der Körper wird ja auch vom Stress beeinflusst und das wirkt sich sicher nicht begünstigend auf die Schwangerschaft aus!

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  • Chrick am 01.04.2014 um 15:25 Uhr

    Stress und Schwangerschaft passt ja auch nicht zusammen. Wenn dann sollte man entspannt einen Kinderwunsch nachgehen, sonst klappt es eh nie.

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