Schmackofatz

Karottenkuchen: Möhrchen mal anders

Anna-Maria von Kentzinskyam 21.03.2016 um 10:26 Uhr

Wie jetzt? Gemüse im Kuchen? Wer vorschnell „Nein, danke“ ruft, ist selbst schuld. Denn es gibt Fälle, in denen Gemüse im Kuchen für ein überraschend süßes Geschmackserlebnis sorgen kann. Der Karottenkuchen ist einer dieser Fälle. Wunderbar saftig, süß und verfeinert mit einem Hauch Zimt entführt er Dich ins Gourmetschlaraffenland. Du glaubst uns nicht? Dann lass Dich überraschen.

Karottenkuchen kennt wahrscheinlich genauso viele Namen wie sein Namensgeber: Hier genießt man ihn als Karottenkuchen, dort als Möhrenkuchen, anderswo wandert er als Rüblikuchen in den Ofen und im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist er als Carrot Cake ein echter Superstar. In den USA wird der Karottenkuchen besonders gern mit einem cremigen Frischkäsefrosting serviert, mit dessen Hilfe man ihn zuweilen auch zur echten Torte auftürmt. Aufgepeppt mit Pekannüssen, Walnüssen und getrockneten Früchten wie Ananas oder mit frischem Ingwer kommt der Carrot Cake immer wieder anders daher. Der Rüblikuchen ist hingegen vor allem in der Schweiz zu Hause.

Doch wer hat den Karottenkuchen erfunden? Die Schweizer? Man weiß es nicht. Klar ist nur, dass der Schweizer Karottenkuchen aus dem Ort Aargau stammt, wo er seit dem Jahr 1892 Naschkatzen in Verzückung versetzt, wie das älteste gedruckte Rezept für diesen Karottenkuchen beweist. Rüblikuchen, Carrot Cake oder Karottenkuchen, eines haben sie alle gemeinsam: Das orange Gemüse sorgt dafür, dass dieses Ofenstück besonders saftig und damit zu einem unwiderstehlichen Leckerbissen wird.

Ein Karottenkuchen zum Verlieben

Wenn es um Karottenkuchen geht, darf ein saftiges Basisrezept natürlich nicht fehlen, also zücke schon mal den Stift, denn hier kommen die Zutaten für eine 20cm Springform (oder ausreichend Teig für zwölf Cupcakes):

100 Milliliter Sonnenblumenöl

125 Gramm Rohrzucker

2 Eier Gr. L

50 Milliliter Buttermilch

Kleiner Tipp: Wenn Du keine Buttermilch im Haus hast oder für diese kleine Menge keinen halben Liter Buttermilch kaufen möchtest, kannst Du auch einfach die gleiche Menge Milch mit einem Esslöffel Essig verrühren.

125 Gramm Mehl

1/2 Teelöffel Backpulver

½ Teelöffel Natron

1 großzügige Prise Zimt

1 kleine Prise Salz

150 Gramm Karotten

Schritt 1: Alle trockenen Zutaten siebst Du in einer Schüssel zusammen, also Mehl, Backpulver, Natron, Zimt und Salz. Den Ofen heizt Du auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vor und legst eine Springform mit Backpapier aus.

Schritt 2: Den Zucker gibst Du zusammen mit dem Öl in eine weitere Schüssel und rührst beides gut durch. Jetzt darfst Du Deine Küchenmaschine oder Deinen Handmixer auf volle Pulle stellen und nach und nach die Eier einarbeiten. Lass Dir dabei ruhig reichlich Zeit.

Schritt 3: Drossle die Mixgeschwindigkeit und gib das Mehl in zwei Portionen, unterbrochen von der Buttermilch, hinzu und verarbeite alles zu einem glatten Teig.

Schritt 4: Mit dem Spatel hebst Du jetzt noch die geschälten und geriebenen Karotten unter und schon ist der Karottenkuchen in spe bereit, in die Form gefüllt und in den heißen Ofen geschoben zu werden.

Schritt 5: Cupcakes dürfen nach etwa 20 Minuten wieder aus der Hitze, ein Karottenkuchen aus der Springform sollte gut 40-50 Minuten im Ofen bleiben.

Kleiner Tipp: Ob der Karottenkuchen gar ist, findest Du mit einem einfachen Trick heraus: Stecke einen langen Holzspieß in die Mitte des Kuchens und ziehe ihn langsam wieder heraus. Klebt an ihm noch feuchter Teig, sollte der Karottenkuchen noch ein paar Minuten in der Röhre bleiben. Bleiben jedoch nur ein paar Teigkrümel am Holz zurück, kannst Du den Ofen getrost ausschalten, denn der Karottenkuchen ist fertig.

Schritt 6: Jetzt musst der Karottenkuchen etwa zehn Minuten in der Form abkühlen, dann entfernst Du sie vorsichtig und lässt den Kuchen auf einem Gitter vollständig auskühlen. Dann kannst Du Dich auch schon über ihn hermachen.

Karottenkuchen Rezepte für große und kleine Naschkatzen

Wenn Du Deine Liebsten mit einem saftigen Karottenkuchen verwöhnen willst, stehst Du erst einmal vor der Qual der süßen Wahl, denn schon mit dem Teig entscheidet sich, ob Du eher einen Carrot Cake oder einen Rüblikuchen zauberst. Im Gegensatz zum Karottenkuchen und dem Carrot Cake, die meistens aus einfachem Rührteig bestehen, basiert der Rüblikuchen auf Biskuitteig, der gespickt mit Karotten seine Bestimmung erfüllt. Damit ist der Rüblikuchen in der Regel etwas leichter und lockerer, der Rührteig dafür allerdings saftiger. In beiden Fällen werden Möhren mit einer Reibe fein geraspelt und anschließend einfach unter den fertig angerührten Teig gehoben. Dürfen es dann vielleicht noch knackige Nüsse oder süße, getrocknete Früchte sein, um dem Karottenkuchen mehr Abwechslung zu verpassen?

Hausgemachter Karottenkuchen mit Frischkäsefrostin

Der Karottenkuchen konnte schon viele Feinschmecker von sich überzeugen

Nun geht es an die zukünftige Optik Deines Backwerks. Soll es ein Karottenkuchen in einer klassischen Springform sein, handliche Stücke aus einem Blech oder vielleicht zuckersüße Minitörtchen in Form von Cupcakes und Muffins? Dem Teig ist das eigentlich egal, nur die Backzeit musst Du entsprechend anpassen. Natürlich kannst Du den fertigen Karottenkuchen pur und ohne Umwege einfach vernaschen, doch der leckere Bissen kommt nicht umsonst mit köstlichen Weggefährten daher. Der amerikanische Carrot Cake bildet zusammen mit einer großzügigen Schicht erfrischendem Creamcheese Frosting (also einer Frischkäsecreme) ein echtes Dreamteam. Der klassische Karottenkuchen und auch der Rüblikuchen hingegen sind weniger dekadent, sie überzeugen mit einer dünnen, dafür aber knackigen Schicht Zuckerguss, die meistens mit einem ordentlichen Spritzer Zitronensaft für den besonderen Kick sorgt.

Ach Du dickes Ei! Karottenkuchen ist das Ostergebäck schlechthin

Osterkuchen gefälligst? Ein Karottenkuchen erfrischt, besticht mit einer süßlichen Note, ist unglaublich saftig und auch noch aus dem Lieblingsfutter eines jeden Häschens gemacht. Kein Wunder, dass er zu Ostern die Feststafeln schmückt. Die Zutaten sprechen natürlich schon für sich, doch wenn Du den Karottenkuche auch noch mit kleinen Möhrchen aus Marzipan dekorierst, ist der Osterkuchen perfekt. Ein besonderer Pluspunkt, wenn man Karottenkuchen zu Ostern macht, ist, dass Du Dir damit am Osterwochenende viel Arbeit sparst. Denn ein Karottenkuchen schmeckt am besten, wenn er ein oder zwei Tage Zeit hatte, seine Aromen voll zu entfalten. Bereite ihn also in den Tagen vor dem Festmahl zu, und um das Dessert musst Du Dir keine Gedanken mehr machen.

Du siehst: Gemüse und Kuchen sind keine Gegensätze – wenn Dich etwas davon überzeugen kann, dann ist es der Karottenkuchen! Gib ihm eine Chance und entdecke Deinen neuen Lieblingskuchen. Dank der vielen verschiedenen Rezeptideen kannst Du ihn ganz einfach variieren und den Karottenkuchen nach Belieben anpassen. Worauf wartest Du also noch? Schwing den Schneebesen!

Bildquelle: iStock/merc67

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