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Köstlicher Marmorkuchen

Anna-Maria von Kentzinskyam 04.11.2015 um 15:47 Uhr

Wer kennt sie nicht, die perfekte Liaison aus Schokolade und Vanille? Der Marmorkuchen ist ideal für all jene, die sich zwischen den beiden nicht entscheiden können oder wollen. Durch seine simple Herstellung ist der Kuchen ein echter Klassiker, mit dem sich die Kleinen auf dem Kindergeburtstag genauso begeistern lassen wie die Kollegen im Büro. Wir verraten Dir, wie Du selbst den perfekten Marmorkuchen backst, der so saftig wird, dass er keine Schlagsahne nötig hat!

Naschkatzen wissen: der Marmorkuchen wird nicht aus dem edlen Stein hergestellt. Vielmehr hat er seinen Namen von seiner Optik: Der Teig wird angerührt, in zwei Portionen geteilt und eine schließlich mit Kakao dunkel gefärbt. Den Richtlinien des deutschen Lebensmittelbuches zufolge darf sich ein Marmorkuchen nur dann Marmorkuchen nennen, wenn mindestens ein Drittel des Teiges mindestens drei Prozent Kakao enthält. So genau muss man es in der privaten Backstube natürlich nicht unbedingt nehmen – damit der Marmorkuchen später auch richtig schön schokoladig schmeckt, wird das dunkle Pulver ohnehin meist etwas großzügiger hinzugegeben.

Marble bundt cake on wooden table, black background

Marmorkuchen: so simpel, so gut

Sind beide Teige fertig, wandern sie in die Backform und werden mithilfe einer Gabel, eines Messers oder eines Holzspießes miteinander vermengt, sodass der Kuchen nach dem Backen und Anschneiden an die Optik von Marmor erinnert. Doch woher stammt er eigentlich? Wer hat ihn erfunden und wann? Die Frage stellen sich auch viele Forscher, doch genau zurückverfolgen konnten sie es bislang nicht. Klar ist nur, dass es den Marmorkuchen bereits Mitte des 19. Jahrhunderts gab, viele von diesen frühen Rezepten stammen aus England und den USA. Während heute fast ausschließlich Kakao verwendet wird, wurde der dunkle Teig des Marmorkuchens – oder Marble Cake – anfangs noch mit Gewürzen und Molasse gefärbt.

Marmorkuchen schön in Form

Der zweifarbige Kuchen macht immer eine gute Figur – daher ist es ihm fast egal, in welcher Backform er gebacken wird. Eine typische Form für den Marmorkuchen ist der Gugelhupf, eine hohe, sich nach unten verjüngende Kranzform mit einem zylindrischen Loch in der Mitte, der nach dem Backen gestürzt wird. Gugelhupf Formen bringen meist schöne und abwechslungsreiche Musterungen mit, die nicht nur optisch richtig was hermachen, sondern auch das Schneiden in gleichgroße Stücke deutlich erleichtern. Da die Form so hoch ist, kommt die Marmorierung des Marmorkuchens besonders gut zur Geltung. Ähnlich sieht es bei der eckigen Kastenform aus, in der beispielsweise auch Toastbrot gebacken wird. Sie ist relativ schlicht, aber auch schmal und hoch und daher ebenfalls ideal für Marmorkuchen. Wenngleich diese klassischen Formen wie gemacht sind für den hell-dunkel-Effekt eines Marmorkuchens, kann man ihn auch in jeder anderen Form backen, wie beispielsweise in einer Springform oder in Motivbackformen. Generell gilt jedoch, dass die Optik dieses Leckerbissens am besten zur Geltung kommt, wenn der Kuchen eher schmal und hoch statt breit und flach ist.

Das Marmorkuchen Grundrezept

Ein Marmorkuchen ist ein simpler Rührkuchen, der in wenigen Minuten in den Ofen geschoben werden kann. Er benötigt nicht viele Zutaten, kommt mit wenigen Zubereitungsschritten aus, kann hinterher problemlos mit den Fingern gegessen werden und bringt dankt Vanille- und Kakaoanteil auch noch geschmackliche wie optische Abwechslung mit – das macht ihn zum ultimativen Klassiker.

Zutaten

400 g Mehl Type 405

1 TL Backpulver

½ TL Natron

½ TL Salz

250 g Zucker

250 g geschmacksneutrales Öl

250 ml Buttermilch

1 Vanilleschote

4 Eier

2 EL reines Kakaopulver

So geht’s

1. Eine Backform fetten und mehlen. Den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze oder auf 160 Grad Umluft vorheizen. Die Vanilleschote längs aufschneiden und das Mark herauskratzen. Mehl, Backpulver, Natron und Salz in eine Schüssel sieben, so wird der Teig später schön fein, luftig und locker.

2. Zucker und Öl in eine zweite Schüssel geben und mit der Küchenmaschine oder dem Handmixer kräftig verrühren, dabei nacheinander die Eier zugeben. Zwischen jeder Zugabe etwa 30 Sekunden mixen.

3. Abwechselnd löffelweise die Mehlmischung und 200 Milliliter der Buttermilch zugeben, bis ein glatter Teig entstanden ist. 1/3 des Teiges in die nun leere Mehlschüssel füllen.

4. Das Kakaopulver sowie 50 Milliliter Buttermilch zur kleineren Teigmenge geben, das Vanillemark zur größeren Portion. Beides verrühren.

5. Jetzt wird erst der helle Teig in die Backform gegeben, dann folgt der dunkle. Mit einer Gabel oder einem Messer werden vorsichtig Schlangenlinien hineingezogen, sodass sich beide Teige leicht vermischen.

6. Den Marmorkuchen nun für 50 bis 60 Minuten in den Ofen stellen. Ein zum Ende der Backzeit in den Teig gestecktes Holzstäbchen zeigt an, ob der Kuchen bereits gar ist: Klebt beim Herausziehen kein feuchter Teig mehr an ihm, kann der Kuchen aus dem Ofen genommen werden.

7. Den Marmorkuchen mindestens 30 Minuten auf einem Rost in der Form abkühlen lassen und erst danach stürzen. Jetzt muss der Kuchen nur noch auskühlen und kann dann mit Puderzucker oder Schokolade überzogen werden.

Natürlich geht die Welt des Marmorkuchens weit über das Grundrezept hinaus. Sie ist so vielfältig, dass sie ganze Bücher füllen würde. So gibt es Marmorkuchen mit geschmolzener Schokolade statt mit Kakao und solche, bei denen ein Löffel Rum das herrliche Vanillearoma unterstreicht. Es gibt Marmorkuchen, die mit Buttermilch oder Eierlikör besonders saftig werden, die mit Himbeeren oder Kirschen fruchtige Überraschungen bereithalten oder die mit einem Hauch Zimt weihnachtliche Stimmung verbreiten. Daher kannst Du hier in die kunterbunte Rezeptwelt eintauchen und Dich von all den verschiedenen Marmorkuchen inspirieren lassen:

Variationen von Marmorkuchen

Der Marmorkuchen sieht jedes Mal anders aus, keiner gleicht dem anderen. Und dennoch haben viele Hobbybäcker den Marmorkuchen über die Jahre weiterentwickelt. Der Zebrakuchen beispielsweise folgt demselben Grundprinzip des Marmorkuchens, allerdings werden die beiden gefärbten Teige nicht in unregelmäßigen Portionen in die Backform gefüllt und anschließend ineinander verzogen, sondern in gleichen Portionen übereinander gegossen. So entstehen später die typischen Streifen, die beim angeschnittenen Stück an die Musterung eines Zebras erinnern. Darüber hinaus gibt es noch den sogenannten Harlequin Cake, der in der englischsprachigen Welt weit verbreitet ist, während man ihn in Deutschland eher selten zu Gesicht bekommt. Bei ihm werden die Teige mithilfe eines Spritzbeutels abwechselnd in Streifen in die Form gespritzt, sodass später ein Schachbrettmuster entsteht.

Ist jetzt auch Deine Lust geweckt, den zweifarbigen Kuchenklassiker wieder aufleben zu lassen? Dann nichts wie ab in die heimische Backstube! Verzaubere Deine Liebsten mit einem saftigen Stück Marmorkuchen oder versüße Deinen Kollegen den trockenen Büroalltag mit der Leckerei – jetzt weißt Du ja, wie Dir der perfekte Marmorkuchen gelingt und kennst die zahlreichen Variationen, die Du nachbacken kannst.

Bildquelle: iStock/molka

Kommentare (2)

  • Anna-Maria von Kentzinsky am 04.11.2015 um 14:49 Uhr

    Was ist Dein absoluter Kuchenklassiker?