Zück den Löffel

Germknödel: Leckerbissen für die kalte Jahreszeit

Unerbittlich rückt er immer näher, der Winter. Damit Dir nach einem langen Spaziergang durch den Park oder einer ausgiebigen Shoppingtour ganz warm ums Herz wird, hat Natalie von “essen & l(i)eben” Germknödel gemacht – und gleich das Rezept mitgebracht! Die süßen Leckerbissen sind wie gemacht, die Kälte zu vertreiben.

Hallo Ihr Lieben,

es ist Herbst! Ist das nicht wunderschön? Ich liebe den Herbst: die Sonnentage, den Wald voll gold-bunter Blätter, den ersten Wind – und auch die reiche Auswahl auf dem Markt. Zu kaum einer Zeit ist ein Marktstand bunter gefüllt als im Herbst!

Ich bin übrigens Natalie. Auf meinem kleinem Blog essen & l(i)eben teile ich, was mir so in den Sinn kommt: in 99% der Fälle sind das Rezepte (einfache bis ausgefallene, von vegan bis zum Sonntagsbraten, solche mit wenig Kohlenhydraten oder auch kalorien-beladene…) begleitet von dem ein oder anderem Gedankenspiel.

Die Freude an selbstgekochten Essen übrigens bewegt mich schon seit ich als Kind die gute Küche meiner Großmutter genießen durfte. Damit bin ich aufgewachsen. Seitdem ist viel passiert – doch egal wohin mich der (Herbst)Wind wehte, die Liebe zu gutem, ehrlichem Essen ist geblieben. Seit fast 2 Jahren freue ich mich nun immer wieder darüber, dass ich sie mit so vielen anderen Genießern auch virtuell teilen kann.

Zurück zum Herbst: Mir verlangt es jetzt nach Dingen, die nicht nur den Magen füllen sondern auch das Herz. Soulfood passt für mich in keine Jahreszeit besser. Wenn es draußen schon ein bißchen stürmischer aber noch farbenfroh hergeht, dann ist für mich die Zeit genau das auch auf meinem Teller wieder zu finden. Geht es Euch auch so?

Lecker, besser, Germknödel

Reinste Poesie: Germknödel mit Walnussfüllung an Earl Grey Birnenkompott

Germknödel mit Vanillesauce sind für mich absolutes Soulfood. Heute habe ich Euch meine Herbstvariante mitgebracht, weil sie geschmacklich, saisonal und farblich so wunderschön in den goldenen Oktober passt. Meine hier sind kleiner als man sie vom Markt oder der Kerb kennt – mir reicht die Dessertgröße aus. Es muss auch nicht jedes Mal eine ausgefallene Füllung, ein Kompott dazu und dann noch eine Sauce sein. Manchmal tut es auch ein einfacher Knödel, vielleicht mit etwas Zimtzucker bestreut – ganz nach Lust, Laune und Vorratsschrank.

Die Herstellung der Knödel erfordert neben etwas Liebe vor allem Zeit. Dafür wird man, wie so oft im Leben, für seine Geduld am Ende reich beschenkt. Ich knete vormittags den Teig und erledige während der Wartezeiten die anfallende Hausarbeit*. Welch Fest, wenn am Ende der Arbeit, ein warmer Germknödel mit reichlich Vanillesauce auf einen wartet… Fabelhaft!

Für den akuten Bedarf mache ich im Übrigen einfach ein paar mehr und friere sie vor dem Garen ein. So kann ich im Soulfood-Notfall ganz schnell meine Gabel in ein Stück Knödel-Glück tauchen. Ich hoffe, es schmeckt Euch so gut wie mir.

Liebe Grüße sendet Euch
Natalie

*P.S.: Es tut dem Genuss im Übrigen keinerlei Abbruch, wenn man zwischendurch keine Hausarbeit erledigt 😉

Weil Liebe durch den Magen geht: Germknödel mit Walnuss-Füllung und würzigem Birnenkompott, dazu selbstgemachte Vanillesauce

Für 4 große oder 16 kleine Germknödel

Zutaten

• 110 ml Milch
• 15 g frische Hefe
• 250 g Mehl
• 40 g Zucker
• 1 Vanilleschote, nur das Mark
• 1 Eigelb
• ¼ TL Salz
• 50 g Butter
• ¼ unbehandelte Zitrone, nur der Abrieb

Sonstiges

• etwas neutrales Öl (z.B. Rapsöl)
• Haushaltsfolie
• zusätzliches Mehl für die Arbeitsfläsche
• ggfs. Backblech
• Topf mit Dampfeinsatz

Zunächst erwärme ich die Milch in einem kleinen Topf. Die Hälfte der Milch verrühre ich mit der Hefe sowie je 1 EL von Mehl und Zucker. Diesen Vorteig stelle ich 15 – 20 Minuten zum Ruhen an einen warmen Ort. Im Sommer ist das die wärmste Fensterbank, im Winter direkt vor die Heizung; so dass die Hefe es warm hat und ordentlich arbeiten kann. In der Zwischenzeit verrühre ich die übrige Milch mit dem Vanillemark, Eigelb, restlichem Zucker, Abrieb der Zitrone und dem Salz. Hierunter rühre ich dann zunächst das Mehl und schließlich die Hefe.

Die Butter schmelze ich kurz in der Mikrowelle und knete sie dann zum Schluss unter den Teig, so dass ein schöner, glatter Hefeteig entsteht. Diesen Teig forme ich zu einer Kugel und reibe sie nochmal mit etwas Rapsöl ein; in der Teigschüssel darf sie dann mit Haushaltsfolie abgedeckt nochmal 1 – 2 Stunden an einem warmen Ort gehen. Die Haushaltsfolie verhindert, dass sich oben auf dem Hefeteig eine Haut bildet.

In der Zwischenzeit bereite ich meine Füllungen und ggfs. Beilagen vor – oder nutze die extra-Zeit für andere wichtige und unwichtige Dinge.

Sobald sich der Germknödel-Teig verdoppelt hat, geht es weiter. Ich falte den Teig zunächst einmal, dann teile ich ihn auf einer bemehlten Arbeitsfläche in 16 gleichmäßige Teile (bei mir hat jedes ca. 30 g). Diese forme ich erst zu Kugeln und dann zu flachen Tellern. In die Mitte jedes Tellers gebe ich etwas von der Füllung und verschließe sie dann. Dabei ist es wichtig darauf zu achten, dass sie wirklich gut verschlossen sind – sonst läuft später die Füllung aus.

Die fertigen Knödel müssen nochmals 30 bis 60 Minuten gehen, bis sich ihr Volumen deutlich vergrößert hat. Ich behelf mir hier mit einem Backblech, das ich mit Mehl bestäube. Darauf parke ich die fertig geformten Knödel. So kann ich sie aus dem Weg räumen und die restliche Küchenordnung fix wieder herstellen.

Während die Germknödel gehen, bereite ich die Vanillesauce vor und stelle alle Zutaten dafür bereit.

Zum Garen der Germknödel fülle ich den unteren Teil eines Topfes mit Wasser und bringe dies zum Kochen. Dann hänge ich oben den Dampfgareinsatz ein und gebe darein meine Germknödel. Diese dürfen dann bei geschlossenem Deckel 20 Minuten im Dampf garen.

In der Wartezeit richte ich die Teller an und stelle die Vanillesauce fertig.

Tipp: Wer große Germknödel macht kann die Füllung vorher in einer Eiswürfelform einfrieren. So lassen sich die Knödel anschließend noch leichter füllen.

Außen soft, innen knackig: Germknödel mit Walnussfüllung

Germknödel mit Walnussfüllung – wer gerät da nicht ins Träumen?

Für die Walnussfüllung mit Milchmädchen-Crème

Zutaten

• 30 g Walnüsse
• 90 g gezuckerte Kondensmilch
• etwas Butter

Sonstiges

• Geschirrtuch

Ich lasse zunächst die Butter in einer Pfanne schmelzen und gebe die Walnüsse hinein. Unter gelegentlichem Rühren und ein bis zwei wachsamen Augen röste ich sie auf niedriger Hitze, bis sie etwas Farbe genommen haben und goldbraun sind.

Dann gebe ich sie in ein Geschirrtuch und reibe sie damit ab. So verliere ich zumindest einen Teil der doch etwas bitteren Schale. Die nackigen Walnüsse hacke ich fein und verrühre sie dann mit der gezuckerten Kondensmilch.

Tipp: Normalerweise hört man allerorts, dass man Nüsse ohne Fett rösten soll. Das Risiko sie anzubrennen, ist jedoch wesentlich geringer, wenn man etwas Fett mit in die Pfanne gibt. Darüber hinaus entwickeln sie ihr Aroma so noch besser.

Germknödel mit Kompott

So werden Germknödel besonders lecker: Gebettet in ein saftig-fruchtiges Birnenkompott

Für das würzige Birnenkompott mit Earl Grey

Zutaten

• 6 Birnen, möglichst fest
• 1 TL Butter
• ½ TL roter Kampotpfeffer, gemahlen (alternativ: schwarzer oder grüner Pfeffer)
• ½ Zitrone, Abrieb und Saft
• 1 TL Garam Masala
• 1 Prise Salz
• 20 g Zucker (ich nehme Vanillezucker)
• starker Earl Grey

Als erstes koche ich mir hierfür einen Tee. Dafür nehme ich Earl Grey (und zwar etwa die doppelte Menge Tee pro Wasser als wenn ich ihn wirklich trinken wollte) lasse ihn ziehen und stelle ihn dann zur Seite.

Dann schäle ich die Birnen und schneide sie in mehr oder weniger gleichmäßige Würfel. Dabei ist meine Devise stets: Jeder Würfel ist ein Unikat 😉 Die so kunstvoll entstandenen Birnenwürfel vermische ich mit dem Zitronensaft und -abrieb.

Schließlich gebe ich in einen Topf etwas Butter und lasse diese leicht bräunen. Das erfordert niedrige Hitze und ein paar Minuten Geduld. In die gebräunte Butter gebe ich die Birnen und schließlich auch den Zucker und die übrigen Gewürze. Ich lasse die Birnen 2 – 3 Minuten anschwitzen und lösche dann mit dem Tee ab. Je nachdem wie flüssig ich mein Kompott will, nehme ich mehr oder weniger Tee. Die Birnen lasse ich etwa 7 – 10 Minuten auf kleiner Flamme garen. So dass sie weich aber nicht matschig werden.

Tipp: Wem die Kombination von Süßspeisen mit würzigen Komponenten nicht zusagt, der lässt den Pfeffer einfach weg.

Germknödel mit Vanillesauce

Einfach unzertrennlich: Germknödel und Vanillesoße

Für die Vanillesauce

Zutaten

• 225 ml Vollmilch (3,5 %)
• 1 Vanilleschote
• 4 Eigelb
• 30 g Zucker

Sonstiges

• Schüssel für Wasserbad

Für die Vanillesauce gebe ich zunächst die Milch in einen Topf. Dann kratze ich das Mark der Vanilleschote aus und gebe es ebenso wie die ausgekratzten Schoten dazu. Diese Milch lasse ich aufkochen, ziehe sie vom Herd und lasse sie 15 Minuten ziehen, bevor ich die Schote entferne.

In der Zwischenzeit verrühre ich die Eier mit dem Zucker. Die Ei-Zucker-Masse rühre ich schließlich in die kalte Vanillemilch.

Zum Fertigstellen setze ich einen Topf mit Wasser auf und erhitze dieses. Dahinein hänge ich eine Schüssel, in die ich die noch kalte Vanillesauce gebe. Unter ständigem Rühren schlage ich die Vanillesauce über dem Wasserbad auf, bis sie genug eingedickt ist. Das Wasser sollte dabei nicht zu heiß werden, damit im Wasserbad kein Rührei entsteht.

Tipp: Die Vanillesauce dann sofort vom Herd nehmen und auch noch etwas weiter rühren, damit keine Klumpen entstehen.

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