Essen gegen Kater

Verkatert? Diese Lebensmittel helfen!

Nina Rölleram 22.07.2016 um 12:50 Uhr

Am Tag nach der Party wachst Du auf, das Sonnenlicht blendet, Dein Kopf tut weh und Du hast unheimlichen Durst? Das sieht ganz nach einem Kater aus! Die allermeisten erleben Kater-Symptome nach mehr oder weniger hohem Alkoholkonsum. Bei manchen schleicht sich der Kater auch erst im zunehmenden Alter ein. Während Du in Deiner Jugend Jägermeister, Sangria, Tequila und Co vielleicht noch locker wegstecken konntest, meldet sich nun nach jeder durchzechten Nacht der elendige Kater. Keine Sorge, Du bist nicht allein! Im Netz wimmelt es nur so von Tipps, welches Essen gegen Kater empfehlenswert ist. Wir haben nachgeforscht und sagen Dir, welche Nahrungsmittel wirklich helfen!

Die gängigen Ratschläge zur Kater-Bekämpfung reichen von alten Hausmitteln bis hin zu kuriosen Eigenkreationen. Manche dieser Tipps wirken eher widersprüchlich. Die Suche nach dem idealen Essen gegen Kater scheint in vielen den Erfindergeist zu wecken. In Südkorea wurde kürzlich sogar ein Stieleis auf den Markt gebracht, das speziell zur Katerbekämpfung entwickelt wurde. Du benötigst aber gar keine speziellen Produkte oder Pillen, die als Anti-Kater-Mittel vermarktet werden. Wir zeigen Dir, welche herkömmlichen Lebensmittel Deinen Kater erträglicher machen.

Essen gegen Kater

Es wimmelt nur so vor Ratschlägen, was man bei einem Kater am besten essen sollte.

Lieber gesund oder fettig?

Essen gegen Kater gesund oder fettig

Die einen raten zu möglichst gesunder Nahrung, wie Vollkornprodukte und Früchte, die anderen zu Burger und Pizza.

Die gängigen Ratschläge reichen von Klassikern wie Rollmops und Essiggurken, über Pommes und Pizza bis hin zu Obst und Vollkornbrot. Während die einen möglichst nährstoffreiches Essen empfehlen, raten die anderen zu fettigem und salzigem Essen. Ganz schön verwirrend! Wie kann es sein, dass über dieses Thema so eine Uneinigkeit herrscht? Vermutlich, weil aus wissenschaftlicher Sicht nicht vollends geklärt ist, was bei einem Kater im Körper geschieht und wie man ihn am besten bekämpfen kann. Die Forschung hinkt hier noch hinterher und hat erst in den letzten Jahren wirklich Fahrt aufgenommen. Allgemein wurde davon ausgegangen, dass ein Kater vor allem durch Dehydrationserscheinungen, also Wassermangel im Körper entsteht. Scheinbar ist die Sache aber noch komplexer und vermutlich spielen andere Faktoren, wie der Blutzuckerspiegel eine Rolle.

Essen gegen Kater

Wenn es um die Bekämpfung Deines Katers geht, solltest du Deiner Intuition folgen und Dich nicht zwingen, bestimmte Dinge zu essen.

Völlig beheben können wir einen Kater nach unserem heutigen Wissensstand also noch nicht, aber es gibt Lebensmittel, die sich gut eignen, um die Symptome zu mildern. Leider können diese bei jedem unterschiedlich ausfallen. Während den einen allein beim Gedanken an Essen übel wird, verspüren die anderen ungeheuren Appetit. Wenn Dir im verkaterten Zustand wirklich schlecht ist, solltest Du Dich auf keinen Fall zwingen etwas zu essen, das Du nicht magst. Das Wichtigste ist erst mal Erholung und viel Wasser trinken. Allgemein empfehlenswert und gut verträglich sind Bananen. Sie versorgen den Körper mit wichtigem Kalium, das Dein Körper während des Alkoholkonsums ausgeschwemmt hat. Wer keine Bananen mag, kann auch auf Kiwis zurückgreifen. Produkte wie Vollkornbrot sind zwar nährstoffreich, werden aber von den meisten Menschen mit einem Kater nicht gut vertragen. Die schwer verdaulichen Getreidehülsen belasten den Körper in diesem Zustand eher. Auch die traditionelle Empfehlung aus England einen verbannten Toast zu essen, stellt sich als falsch heraus. Das angebrannte Brot soll vergleichbar mit der entgiftenden Wirkung von Aktivkohle sein, ist aber in Wahrheit nicht vergleichbar.

Kater-Prävention durch fettiges Essen?

Essen gegen Kater

Hätte, hätte, Würstchenkette: Clevere Party-Tiger sorgen lieber vor, anstatt sich am nächsten Tag zu ärgern.

Wie sieht es aus mit Fast Food? Manche verkaterten Menschen verspüren starke Gelüste nach möglichst fettigem und salzigen Essen. Etwas Salz, beispielsweise in form von Salzbrezeln, kann durchaus empfehlenswert sein. Fettiges Essen ist, entgegen landläufiger Meinung, leider nicht in der Lage Alkohol zu absorbieren. Wenn Du während des Alkoholkonsums fettiges Essen isst, wird dein Magen zwar mit Fett ausgekleidet und damit die Aufnahme im Körper verlangsamt, jedoch verhindern Pizza und Burger leider keinen Kater. Falls Du aber große Lust nach Fast Food verspürst und es Dich glücklich macht, kannst Du ruhig verkatert deine Bestellung beim Lieferservice aufgeben. Schließlich ist Dein psychisches Wohlergehen auch ausschlaggebend für Dein Empfinden. Ein heißer Tipp für alle, die schon wissen, dass sie am nächsten Tag verkatert sein werden: Wenn Du am Tag zuvor für ausreichend Essen im Kühlschrank sorgst oder vielleicht auch schon ein Gericht vorkochst, wirst Du Dir am nächsten Morgen für Deine Vorraussicht danken! Denn verkatert ist alles noch mal doppelt so anstrengend.

Kaffee oder Konterbier?

Konterbier Katze

Ein sogenanntes Konterbier soll angeblich am nächsten Tag den Kater bekämpfen.

Immer wieder hört man es: Ein Bier oder ein anderes alkoholisches Getränk am nächsten Morgen soll helfen, den Kater zu überwinden. In Wahrheit gönnst Du damit Deiner Leber aber lediglich keine Pause und hältst Deinen Pegel aufrecht. Den Kater zögerst Du so nur heraus und dehydrierst Deinen Körper noch mehr. Der Kater, der anschließend auf Dich wartet, wird vermutlich noch schlimmer sein. Außerdem kann sofortiges Trinken am

Katze mit Kaffee gegen Kater

Kater und Kaffee können bei ausreichender Flüssigkeitsversorgung ein gutes Team sein!

nächsten Morgen ein Anzeichen für Alkoholismus sein. Also: ganz klares Nein zum Konterbier! Beim Kaffee sieht die Sache schon etwas komplizierter aus. Wenn Du verkatert Kaffee trinkst, solltest Du auf jeden Fall zusätzlich Wasser trinken, da Du durch den Kaffee wieder Flüssigkeit verlierst. Zudem kann Kaffee dazu führen, dass Du Dich unruhig fühlst und Du Dich nicht ausgiebig erholen kannst. Bei katerbedingten Kopfschmerzen ist Kaffee jedoch Dein Freund, da das Koffein Deine Blutgefäße erweitert und die Schmerzen mildert.

Wie Du siehst, gibt es kein Wundermittel, das den Kater völlig zunichtemachen kann. Bei allen Produkten, die Dir Selbiges versprechen, solltest Du skeptisch sein. Jeder erlebt einen Kater schließlich anders und es ist klüger, die Symptome spezifisch zu behandeln. Der einzige Weg, einen Kater völlig zu vermeiden, ist, auf Alkohol zu verzichten, wie zum Beispiel mit diesen alkoholfreien Mocktails.

Bildquelle: iStock/AnatoliYakovenko, iStock/Michael Pettigrew, iStock/vvvita, iStock/Svetlana Gladkova, iStock/quinntheislander

Kommentare