Hausmannskost

Linsen kochen und genießen

Die Linse ist eine der ältesten Kulturpflanzen und wird schon seit Jahrhunderten zubereitet. Früher galt die Hülsenfrucht als „Arme-Leute-Essen“, doch die Zeiten haben sich geändert: Heute kommen die kleinen Samen in den verschiedensten Variationen vor und sind vielseitig kombinierbar – Linsen kochen kann so kreativ sein! Welche verschiedenen Linsensorten es gibt und wie Du sie am besten zubereiten kannst, erfährst Du hier.

Linsen werden seit bereits 8000 Jahren angebaut. Über Asien, wo sie als Grundnahrungsmittel gelten, gelangten sie nach Ägypten und schließlich nach Mitteleuropa. Neben Bohnen und Erbsen zählen sie hier zu den wichtigsten Hülsenfrüchten. Die kleinen Samen sind recht anspruchslos: Sie können auf kargen Böden und sogar unter schlechten klimatischen Bedingungen angebaut werden. Heute werden Linsen vor allem in Spanien, Russland, Chile, Argentinien, den USA, Kanada und Vorderasien angebaut. In Deutschland werden sie auf der Schwäbischen Alb und in Niederbayern angepflanzt.

Linsen kochen: Gesunde Vielfalt

Leckere Linsen: Kochen & Genießen

Kein Wunder, dass die kleinen Samen so beliebt sind: Die Vorzüge der ursprünglich orientalischen Hülsenfrucht liegen nicht nur darin, dass sie lange lagerbar, sättigend und preiswert ist. Linsen sind zudem sehr nahrhaft, gesund und vor allen Dingen wandlungsfähig: So kann man sie deftig, exotisch oder süß genießen. Ihr hoher Schalenanteil enthält viele feine Aromastoffe und ihre cremige Konsistenz eignet sich für viele leckere Gerichte.

Linsen kochen: Welche Sorten gibt es?

Linsen zeichnen sich durch ihre enorme Vielfalt aus: Allein in Indien sind über 50 Sorten verbreitet; weltweit gibt es sogar über 70. Sie leuchten in den unterschiedlichsten Farben und aus allen Linsensorten kann man leckere Gerichte kochen. Egal ob deftige Eintöpfe, indische Dals, Aufstriche, Salate, Suppen – Linsen kochen kann so vielfältig sein! Hier stellen wir Dir die bekanntesten Linsen vor:

Tellerlinsen
Braune Tellerlinsen sind in Deutschland am bekanntesten. Sie sind die größten Linsen und werden erst nach längerem Kochen breiig. Sie eignen sich für Eintöpfe und Suppen besonders gut. Darüber hinaus harmonieren sie mit vielen Gewürzen und Zutaten, weil sie selbst nur leicht nussig schmecken. Die braunen und grünen Linsen kommen meist aus Kanada, den USA und der Türkei

Puy-Linsen
Puy-Linsen schmecken nicht so mehlig wie die anderen Sorten – ihr Nussgeschmack ist am intensivsten. Selbst gekocht behalten die Linsen ihren Biss. Ihren Namen haben sie von der französischen Region Le Puy de Dôme in der Auvergne, von wo sie ursprünglich stammen. Heute baut man die Puy-Linsen auch in Nordamerika und Italien an.

Beluga-Linsen
Beluga-Linsen sind schwarz und werden auch als Kaviarlinsen bezeichnet. Die glänzenden, dunklen Samen haben ein feines Maronenaroma, bleiben fest und werden nicht mehlig.

Rote

Linsen
Rote Linsen kommen genau wie die gelben Linsen aus Indien, sind ebenfalls geschält, schmecken aber süßlicher. Sie verkochen schnell cremig zu Brei und werden dabei goldgelb. Bei uns findet man sie in großen Lebensmittelabteilungen, Asien- und Orientläden.

Linsen kochen – aber wie?

Wichtig vor dem Linsen kochen ist auf jeden Fall, dass die Hülsenfrüchte gründlich gewaschen werden. Große Linsen, wie z.B. Tellerlinsen können vor dem Kochen eingeweicht werden. Die Garzeit verkürzt sich dann auf von 60 Minuten ca. 30 Minuten. Du kannst sie über Nacht einweichen lassen: 500g Linsen sollten in 3 Liter Wasser aufquellen. Bei den kleineren Linsensorten ist dies nicht nötig, da ihr Garzeit nie mehr als 30 Minuten beträgt. Rote, gelbe und weiße Linsen benötigen nur ca. 10 bis 15 Minuten Garzeit, da sie bereits geschält sind. Sie zerfallen schnell und kochen leicht über – Einweichen ist hier also nicht empfehlenswert! Das Einweichwasser musst Du nicht unbedingt auch zum Kochen verwenden: Der Nährstoffgehalt ist so gering, dass keine wichtigen Mineralien verloren gehen, wenn Du es nicht verwendest. Auch beim Kochen verlieren Linsen nichts von ihren Gehaltsstoffen. Linsen schäumen beim Kochen leicht auf, daher sollte der Topf nur zu zwei Dritteln mit Wasser gefüllt sein. Du kannst etwas Salz in das Kochwasser geben, allerdings verlängert sich dann die Kochzeit der Linsen um einige Miuten. Die Linsen nun in einen Topf geben, mit Wasser bedecken und kurz aufkochen lassen. Anschließend die Hitze veringern und die Linsen im bedeckten Topf bei mittlerer Temperatur weitergaren lassen. Kräuter und Gewürze im Kochwasser geben den Linsen ihre Geschmacksrichtung. Mit etwas Essig oder Zitronensaft kann man das Aroma nach dem Kochen noch verfeinern.

Linsen kochen: Die besten Tipps

Für einen Linsen-Eintopf eignen sich grüne oder braune Tellerlinsen am besten. Sie offenbaren ihre cremige Konsistenz erst nach einem leichten Biss. Kleinere Sorten wie die Puy- oder Belugalinse schmecken sehr gut zu rustikalen Salaten oder als Beilage zu Geflügel oder Fisch. Diese Minilinsen sind bissfest und besonders aromatisch. Bei Suppen kannst Du die Linsen kochen bis sie aufgequollen und mußig sind. Auch würzige, süßliche Breie aus Linsen schmecken hervorragend. Besonders in Indien sind diese sogenannten „Dals“ sehr beliebt. Aus den breiigen Linsen kannst Du auch leckere Pasten, Aufstriche oder Kroketten zaubern. Linsen sind zudem vielseitig kombinierbar: Sie passen gut zu Getreideprodukten wie Reis, Nudeln oder Spätzle, aber auch verschiedene Gemüsesorten wie Lauch, Sellerie, Auberginen, Paprika, Tomaten und sogar Kürbis kannst Du prima zu Linsen servieren. Auch beim Würzen sind Deiner Fantasie keine Grenzen gesetzt: Lorbeer, Kümmel, Knoblauch, Merrettich, Thymian, Rosmarin oder Senf runden das duftende Aroma erdig schmeckender Linsen wie z.B. Tellerlinsen ab. Zu den süßlich schmeckenden Vertretern der kleinen Samen wie den roten oder schwarzen Linsen passen Ingwer, Minze und Honig.
Du solltest Linsen gut verschlossen an einem kühlen, dunklen und trockenen Ort aufbewahren. Dort halten sie mindestens ein halbes Jahr – ungeschälte sogar ein ganzes. Danach verlieren sie allmählich an Geschmack und müssen länger kochen bis sie weich sind.

Linsen kochen: Gesunder Leckerbissen

Linsen sind für die Gesundheit ein regelrechtes Allroundtalent. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass sie sehr gesundheitsfördernd sind und viele Nährstoffe enthalten. Sie verfügen über hohe Mengen an Kalium, Magnesium, Eisen und Zink. Vor allem Schwangere profitieren von ihrem hohen Gehalt an Folsäure. Das enthaltene Vitamin-B wirkt sich zudem positiv auf das Nervensystem aus. Linsen sind also besonders für gesundheitsbewusste Menschen interessant. Sie haben einen hohen Eiweiß- und Ballaststoffanteil. Sie sättigen daher lange und sorgen zudem für eine gute Verdauung. Die Hülsenfrucht nimmt auch Giftstoffe aus dem Darm auf und stärkt so das Immunsystem. Vor allem Vegetarier sollten Linsen kochen – durch die Hülsenfrucht erhalten sie wertvolle Eiweiße. Linsen kochen lohnt sich!

Linsen sind ein richtiges Allroundtalent auf dem Herd: So ist Linsen kochen nicht nur leicht und unkompliziert. Die Hülsenfrucht ist darüber hinaus sehr gesund und versorgt Dich mit vielen wichtigen Nährstoffen. Zudem lässt sie sich mit vielen verschiedenen Gewürzen aufpeppen und Beilagen kombinieren. Linsen kochen ist also genau das Richtige, wenn Du in der Küche Abwechselung brauchst und Deinem Körper etwas Gutes tun möchtest.

Bildquelle: Thinkstock/ZvonimirAtleti

Kommentare (2)

  • Koffeinjunkie am 05.08.2014 um 08:00 Uhr

    Ich habe mich noch nie getraut, Linsen zu kochen und habe -muss ich zu meiner Schande gestehen- immer nur Linsensuppe aus der Dose genommen und die dann noch ein bisschen aufgepeppt. Aber außer Suppe weiß ich auch nie genau, was man aus Linsen kochen kann.

  • Batarang am 28.05.2014 um 12:01 Uhr

    Linsensuppe ist eines meiner absoluten Lieblingssuppen, jedenfalls seit ich den Kinderschuhen entwachsen bin. Linsen kochen geht auch super einfach, kein großer Firlefanz und Co.