Aus der Schweiz

Raclette: Kleine Pfännchen, großer Genuss

Raclette ist nicht nur unglaublich lecker, sondern stellt auch eine sehr gesellige Art zu essen dar. Klassische Raclette-Zutaten gibt es zur Genüge: Kartoffeln, Fleisch und Gemüse aller Art sind eigentlich auf jedem Raclette-Tisch zu finden. Doch es gibt auch ausgefallenere Raclette-Ideen, die für Geschmackserlebnisse der besonderen Art sorgen und Deinen Gästen sicher noch lange in guter Erinnerung bleiben!

Wusstest Du, dass das „Ur-Raclette“ nur ganze zwei Zutaten benötigte? In der Schweiz, dem Heimatland des leckeren Pfännchen-Essens, spielten beim Raclette ursprünglich – und das schon im Mittelalter! – nur Raclette-Käse und Kartoffeln eine Rolle. Der Käse wurde im Ganzen am offenen Feuer geschmolzen, vom Leib abgeschabt und dann über warme Kartoffeln gegeben. Der Name Raclette leitet sich übrigens von französisch „racler“ ab, was soviel heißt wie „kratzen“ oder „schaben“. Dazu wurden saure Gurken, Essigzwiebeln und Senffrüchte gereicht. Auch in Frankreich wird überwiegend nur der spezielle Raclette-Käse geschmolzen, vom Käseleib geschabt und über gekochten Pellkartoffeln gegeben. Hier reicht man neben sauren Gurken gerne regionale Wurstwaren zum Raclette. Natürlich schmeckt auch diese Basisvariante einfach köstlich, schöpft das Potenzial des Raclette-Grills aber keinesfalls aus. In Deutschland ist es üblich, Kartoffeln oder Gemüse bereits mit in die Raclette-Pfännchen zu geben und dann mit Hilfe eines Raclette-Geräts mit einer dicken Schicht Käse zu überbacken.

Raclette-Grill und Zutaten

Raclette ist viel mehr als einfach nur Käse. Überrasche Deine Gäste mit ausgefallenen Kreationen!

Der beste Käse für Raclette

Selbstverständlich ist der traditionelle schweizer Raclette-Käse bestens geeignet, um in den kleinen Pfännchen köstliche frische Zutaten zu überbacken. Du erhältst ihn inzwischen in jedem gut sortierten Supermarkt. Grundsätzlich gilt jedoch: Jeder Käse, der gut schmilzt, eignet sich für Dein Raclette-Menü. Wie gut ein Käse beim Raclette zerläuft, hängt übrigens vom Fettgehalt in der Trockenmasse ab, der immer über 45 Prozent liegen sollte. Bei der Auswahl des Käses kommt es in erster Linie auf den gewünschten Geschmack und die übrigen Zutaten an. Wenn Du es eher würzig magst, ist beispielsweise italienischer Tallegio-Käse hervorragend geeignet, mildere Aromen erhältst Du mit Mozzarella und jungem Gouda. Möchtest Du cremige Pilz-Kreationen im Raclette-Gerät zubereiten, bietet sich französischer Camembert an, Butterkäse hingegen passt zu Fisch und anderen Raclette-Speisen, deren Eigengeschmack nicht durch zu würzigen Käse überdeckt werden sollte. Ein echter Geheimtipp ist außerdem Knoblauch-Bianco – der halbfeste Schnittkäse mit Knoblauch und aromatischen Kräutern schmeckt einfach köstlich zu Kartoffeln und Co. Wenn auch Gäste mit Lactose-Intoleranz zu Deinem Raclette-Essen eingeladen sind, solltest Du Dich vorab über den Lactosegehalt des verwendeten Käses informieren. Grundsätzlich gilt: Je länger ein Käse reift, desto weniger Lactose enthält er. Da in Deutschland ein Käse, der weniger als 0,1 % Lactose enthält, als lactosefrei bezeichnet werden darf, gibt es durchaus auch Raclette-Käse, Cheddar und Gouda, die geeignet sind. Achte aber darauf, dass der Fettgehalt trotzdem über 45 Prozent in der Trockenmasse liegt. Es lohnt sich also, vor dem gemeinsamen Raclette-Essen einige Überlegungen über den richtigen Käse anzustellen, der sowohl zum Menü als auch zu Deinen Gästen passt.

Einzigartige Raclette-Ideen

Gegen die traditionelle Raclette-Version ist rein gar nichts einzuwenden, doch wenn Du Deine Gäste mal mit etwas Neuem überraschen möchtest, gibt es dafür zahlreiche ausgefallene Ideen: Wie wäre es beispielsweise mit gefüllten Champignons, die Ihr in der Pfanne mit Gorgonzola überbackt? Ebenfalls köstlich schmecken mit Camembert überbackene Birnen mit einer leckeren Preiselbeersauce. Wer es noch exotischer mag, kann ein würziges Hähnchen-Curry zubereiten: Dazu Hähnchenfleisch auf der Grillplatte des Raclettegrills garen, klein schneiden und in die Pfanne geben. Jetzt gesellen sich noch Cashewkerne, Ananasstückchen, Frühlingszwiebeln und ein Schuss Sahne zum Fleisch. Kräftig mit Curry gewürzt und mit Raclette-Käse überbacken erhältst Du so im Nu ein köstliches Gericht. Übrigens lässt sich die Raclette-Grillplatte keineswegs nur für die Zubereitung von Fleisch oder Fisch verwenden. Ebenso gut kannst Du zum Beispiel Böhnchen im Speckmantel darauf anbraten oder sogar Reibekuchen darauf zubereiten. Lass Deiner Fantasie freien Lauf und entdecke die Möglichkeiten von Raclette ganz neu! Auch für süße Desserts musst Du Deinen Raclettegrill keinesfalls ausschalten: In Likör eingelegtes Obst – beispielsweise Banane – lässt sich wunderbar in den Raclette-Pfännchen garen. Statt Käse werden die Früchte mit einer Schicht aus Schokoraspeln überdeckt, die im Raclettegerät zu einer köstlichen Schokosauce schmilzt.

Raclette mal anders: Zartschmelzende Pfannenmenüs

Raclette wird zum besonderen kulinarischen Erlebnis für Dich und Deine Gäste, wenn Du Dir im Vorfeld einen bestimmten Menü-Fahrplan mit konkreten Zutaten überlegst. Die Vorteile an einem Mehr-Gang-Menü liegen auf der Hand: Der Tisch ist nicht überladen von Unmengen von Zutaten, sondern es stehen immer nur die Ingredienzien bereit, die für den jeweiligen Gang benötigt werden. Natürlich gilt bei Vorspeise, Nachspeise und Dessert: Jeder isst so viele Pfännchen, wie er mag. Hier findest Du einen Menüvorschlag für einen gelungenen Raclette-Abend voller Genuss:

Italienischer Raclette-Abend

Vorspeise: Tomaten-Pfanne auf Rucola

– Cocktailtomaten
– Rucola
– Mozzarella
– Balsamico-Creme
– Olivenöl
– Salz und Pfeffer
– Oregano
– Baguette

Bei der Vorspeise stellst Du einen großen Korb Baguette als Beilage auf den Tisch. Hinzu kommen eine große Schüssel Cocktailtomaten, geputzter Rucola, in Scheiben geschnittener Mozzarella, mehrere Schälchen mit Balsamico-Creme, Olivenöl sowie die Gewürze. Jetzt gibt jeder eine Handvoll halbierter Cocktailtomaten in sein Pfännchen und überbackt sie mit den Mozzarellascheiben. In der Zwischenzeit wird der Rucola-Salat auf dem Teller angerichtet und mit Olivenöl und Balsamicocreme beträufelt. Wenn der Mozzarella geschmolzen ist, wird der Pfanneninhalt auf das Rucola-Nest gegeben und kräftig gewürzt.

Hauptgang: Farfalle mit Lachs-Gorgonzola-Sauce

– Farfalle (bereits vorgekocht)
– Gorgonzola in Scheiben
– Lachsfilet
– Champignons
– Knoblauch
– Olivenöl
– Salz und Pfeffer

Für den zweiten Gang solltest Du eine Mischung aus Olivenöl, gepresstem Knoblauch und Salz und Pfeffer vorbereiten. Zuerst werden einige gekochte Farfalle in die Pfännchen gegeben. Darauf kommt das hauchdünn geschnittene Lachsfilet und einige Scheiben Champignons – das Ganze wird mit drei bis vier Teelöffeln Knoblauchöl beträufelt. Zum Schluss kommt noch der Gorgonzola auf das Pfännchen. Jetzt etwa 5 Minuten überbacken und ein herrliches Nudelgericht genießen.

Dessert: Süße Pfannkuchen-„Pizza“ mit Gelato

– Eier
– Mehl
– Milch
– Äpfel, Bananen oder anderes Obst
– Sonnenblumenöl
– Erdbeersauce/pürierte Erdbeeren
– Speiseeis

Das Dessert im italienischen Look lässt sich wunderbar vorbereiten. Am besten stellst Du bereits vor dem gemeinsamen Essen einen – eher dickflüssigen – Pfannkuchenteig her. Die meisten Raclettegeräte verfügen über eine glatte Fläche, die sich bestens zum braten eignet. Bestreiche diesen Teil der Grillplatte mit Öl und gib ein wenig des Pfannkuchenteigs darauf, den Du mit Äpfeln und Bananen belegst. Nach dem Backen werden die Pfannkuchen im Minipizza-Format statt mit Tomatensauce mit Erdbeersauce verziert und mit leckerem Speiseeis serviert – der perfekte süße Abschluss für Deinen italienischen Raclette-Abend!

Ob italienisch oder asiatisch, klassisch oder ausgefallen – Raclette verspricht kulinarischen Genuss und jede Menge Spaß. Überrasche Deine Gäste doch mal mit einem schmackhaften Themenabend oder ungewöhnlichen Zutaten!

Bildquelle: Thinkstock / nilsz


Kommentare

3 Kommentare

  • Raclette gibt es bei uns jedes Jahr an Weihnachten, einfach unschlagbar lecker. In diesem Jahr werde ich mal eure Ideen vorschlagen, die hören sich nämlich super an.

    14.05.2014 um 09:03 Uhr
  • Meine beste Freundin macht Raclette immer an Silvester und ich liebe es einfach! Es gibt wirklich nicht Besseres als überbackenen, heißen Käse... Sehr lecker!

    29.07.2014 um 10:58 Uhr
  • ich freue mich schon richtig auf den Herbst und den Winter, unter anderem auch, weil man dann endlich wieder Raclette essen kann! So lecker

    14.08.2014 um 10:34 Uhr