vegane Produkte

Vegane Produkte

Beschluss: Tofubutter darf nicht Butter heißen!

Nina Rölleram 15.06.2017 um 15:48 Uhr

Das Angebot veganer Lebensmittel, die tierische Produkte wie Kuhmilch oder Leberwurst nachahmen, ist in den letzten Jahren immens gewachsen. Während es die Veganer freut, gehen Politiker und Verbraucherschützer auf die Barrikaden: Ähnliche Produktbezeichnungen könnten irreführend sein. Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg teilt diese Sorge und hat nun ein Verbot für vegane Produkte erteilt, die Namen wie „Tofubutter“ oder „Sojasahne“ tragen.

Sojamilch

In den USA dürfen pflanzliche Milchalternativen Bezeichnungen wie Soy Milk tragen.

Die Vorwürfe gegen „Tofutown“

Es ist nicht das erste Mal, dass Produktbezeichnungen von veganen und vegetarischen Produkten in der Kritik stehen. Schon Ende vergangenen Jahres hatte der Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) für Diskussionen gesorgt, als er forderte, dass pflanzliche Lebensmittel sich nicht „Schnitzel“ oder „Currywurst“ nennen dürfen. Beim aktuellen Gerichtsbeschluss ging es jedoch um eine konkrete Klage gegen den deutschen Hersteller „Tofutown“. Zu dem Unternehmen aus der Eifel gehören Marken wie „Soyatoo”, „Veggie Life“, „Viana“, „Veggi Street“ oder „Kato“, die in zahlreichen Supermärkten zu finden sind. Diese vertreiben eine Reihe an veganen Produkten unter Bezeichnungen wie „Tofubutter“, „Vleischsalat“, „Cashew Cream Cheese“ oder „Classic Gouda Style Schmelzkäse“.

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Käufer sollen nicht in die Irre geführt werden

Genau diese Produktbezeichnungen wurden „Tofutown“ nun aber zum Verhängnis. Der Verband Sozialer Wettbewerb hatte eine Klage gegen das Unternehmen eingereicht, weil die Namen der Produkte ihrer Ansicht nach zu sehr tierischen Lebensmitteln ähneln. Obwohl auf den Verpackungen stets klar auf den pflanzlichen Ursprung hingewiesen wird, gaben die Richter des Europäischen Gerichtshofs den Klägern recht. Ihrem Urteil zufolge könnten Verwechslungen mit Butter, Sahne, Käse oder Joghurt aus Kuhmilch auch durch zusätzliche Hinweise nicht ausgeschlossen werden. Zur Begründung wurde auf EU-Richtlinien hingewiesen, die festlegen, dass nur Produkte aus „normaler Eutersekretion“ den Titel „Milch“ tragen dürfen. Hersteller veganer Produkte müssen also von nun an bei der Namensfindung ihrer Produkte Kreativität beweisen!

Bildquelle: iStock/byheaven,Getty Images/Justin Sullivan


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